Tag 5.1-Tralala!
"Safe and Sound", sang jemand an meinem Ohr. Jetzt reichte es aber. Ich schlug die Augen auf und sang zurück: "Tralala!" Mathis ließ sich davon aber nicht beirren und sang falsch weiter. Ich seufzte. Schon wieder ein Morgen, an dem ich brutal geweckt wurde. Na wunderbar.Da konnte ich auch gleich dafür sorgen, wieder einigermaßen annehmbar auszusehen. Ich ließ Mathis mein Kissen vollsingen und machte mich auf den Weg ins Badezimmer. Als ich einen Blick in den Spiegel warf, hätte ich am liebsten aufgeschrien.
Meine Haare sahen noch mehr als sonst wie ein Vogelnest aus, meine Kleidung war komplett zerknittert und mein Gesicht sah aus, als hätte ich die Nacht auf einer Party verbracht. Eilig machte ich mich daran, wieder einigermaßen normal auszusehen. ... Na gut, so normal wie das halt in meiner Lage ging.
Als ich das Badezimmer verließ, traf ich Rose, die gleich nach mir hinein taumelte. Sie sah auch nicht gerade wach aus. Wie hatte uns ein Museumsbesuch nur so plätten können?! Ganz einfach; unsere Klasse war dabei gewesen. Irgendwie fürchtete ich, unsere verrückten Lehrer könnten für heute noch so etwas geplant haben! Noch so einen Tag hielt ich nicht aus!
Die Anderen wälzten sich noch in ihren Betten, während ich mit zittrigen Beinen zum Plan ging, den Frau Wolling uns am ersten Tag an die Tür gehängt hatte. Als ich sah was für heute an stand war ich geschockt. Zoobesuch. Nein. Bitte, bitte nicht! Am liebsten hätte ich mich auf mein Bett geschmissen und geheult. Doch ich beherrschte mich.
Plötzlich flog die Tür auf. Wäre ich nicht rechtzeitig zurück gesprungen, hätte sie mich umgehauen. Wie zu erwarten, war es Frau Wolling, die da gerade so stürmisch unser Zimmer betreten hatte.
Die Anderen schreckten aus dem Halbschlaf hoch. Rose streckte den Kopf aus dem Badezimmer. "Was ist den hier los?", fragte sie. Frau Wolling sagte: "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachicht. Die schlechte Nachicht ist, wir fahren heute nicht in den Zoo." Erleichterung durchströmte mich. "Die gute Nachicht ist, dass ihr jetzt den ganzen Tag frei habt." Und ohne ein weiteres Wort verschwand sie. Oh oh. Das könnte in einer Katastrophe enden.
Die Anderen freuten sich auch ziemlich. Ich hoffte, dass wir mit diesem Freiraum auch der Tageskatastrophe aus dem Weg gehen konnten. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Rose kam aus dem Bad und wir gingen nach unten, wo uns Obstsalat zum Frühstück empfing. Die Stimmung war gelöst und wir aßen lachend und plaudernd unseren Obstsalat.
Aber als ich Rose nach ihren Plänen für den Tag fragte, lächelte sie nur geheimnisvoll und sagte: "Das wirst du schon noch sehen." Was sollte das denn jetzt? Was hatte sie vor, dass sie es mir nicht verraten wollte? Aber egal wie sehr ich drängte, sie gab nicht nach. Irgendwann gab ich es auf. Frau Wolling verkündete nochmals laut, dass wir heute frei hatten. Alles in allem; ein ruhiges Frühstück, wie es auf einer Klassenfahrt eigentlich sein sollte. Ein Gefühl tief in meinem Inneren sagte mir, dass das Frühstück morgen eine Katastrophe werden würde.
Und nicht nur das Frühstück. Der ganze Tag würde eine Katastrophe werden. Hofften wir mal, dass mein Gefühl sich irrte. Was sehr unwahrscheinlich war, aber man konnte ja hoffen, dass unsere Klasse einmal lieb und nett sein würde.
Konnte man das? Wahrscheinlich nicht. Wir gingen nach oben wo wir ein komplett leeres Zimmer vorfanden. War zur Abwechslung auch mal ganz schön. Wir machten das Fenster auf und eine warme Brise wehte uns entgegen. Frühlingswetter. "Wollen wir nicht nach draußen gehen?", fragte ich und drehte mich vom Fenster weg zu Rose.
Ihr Anblick verschlug mir die Sprache. Sie hatte lauter Nagelsachen und ihr Notizbuch auf dem Arm. Was war nur mit ihr los? Sie nickte heftig und taumelte in Richtung Tür. Ich schnappte mir noch ein Buch und lief ihr hinterher.
Draußen setzten wir uns auf eine Wiese. Die Sonne schien warm vom Himmel, der Wind war angenehm und spielte mit den Zweigen einer Trauerweide. Über uns zogen Wolken über den azurblauen Himmel. Ein perfekter Tag um einfach nur zu faulenzen. Seufz. Wundervoll. Rose schlug ihr Notizbuch auf und legte es vor sich ins Gras. Ich legte mich auf die Wiese und schaute mir die Wolken an...
Schnarch.Als ich aufwachte, liefen gerade Ole und Mathis in Badesachen an uns vorbei. Also dafür war's dann doch nicht warm genug. "Oh Mann. Warum kann dieses blöde Zeug nicht mal funktionieren!", regte Rose sich gerade auf. Ich war noch zu schläfrig um darauf zu reagieren.
Ich schlug mein Buch auf und begann zu lesen. Weiter als ein paar Kapitel kam ich nicht, denn vom See her hörte man Lärm. Ich seufzte und klappte das Buch zu. "Bin gleich wieder da", sagte ich zu Rose. Sie nickte nur und starrte weiter konzentriert, die Stirn vor Anstrengung in Falten gelegt, auf ihren Fingernagel.Am See wurde ich von lauten Platschern, Schreien und spritzendem Wasser empfangen. Die Jungs standen alle im Wasser und versuchten sich gegenseitig unterzutauchen. Ich flüchtete, bevor noch einer auf die Idee kam, mich unterzutauchen, denn dazu war ich gerade wirklich nicht in Stimmung.
Gerade als ich bei ihr ankam, stieß Rose ein Triumphgeheul aus. "Was ist los?", fragte ich. Rose zeigte mir stolz ihre Fingernägel. Alle zehn waren mit verschiedenen Mustern von Schmetterlingsflügeln bemalt. Es musste furchtbar schwierig gewesen sein. Und in diesem Moment fragte ich mich, wie lange ich wohl geschlafen hatte.
Wie sich herausstellte hatte ich sehr lange geschlafen. In diesem Moment kamen Henni und Miy an uns vorbei. "Hey Leute, habt ihr schon die neusten Neuigkeiten von Bibis Beautypalace gehört?", fragte Miy. Etwas machte Klick in meinem Kopf. Versammlung? Streiche! Jungs verarschen! Nice! Ich sprang auf und lief mit meinem Buch hinter den beiden her. Ich grinste mich dumm und dämlich. Trage immer ein Lächeln auf den Lippen. Woanders sieht's komisch aus. Das würde bestimmt lustig werden!
Miy führte uns um die Jugendherberge herum, zu den Bänken, auf denen wir am ersten Tag gesessen hatten. Als wir alle saßen stand Henni auf. "So. Ich meine, mich zu erinnern, dass wir am ersten Tag besprochen haben, dass wir die Jungs zuerst in den Wahnsinn treiben. Aber davon hab ich nix gemerkt! Und deshalb sind wir hier! Weil ich das ändern möchte! Weil ich STREICHE möchte!"
"Oh! Oh! Oh!", rief Rose und hüpfte auf und ab. "Ich hab eine Idee!" "Und die wäre?" "Ich hab Nagellack dabei...
Und Edding!" Henni grinste ihr fiesrstes Grinsen. "Hört sich gut an." "Oh! Oh!" Jetzt war es an mir, auf und ab zu hüpfen. "Julia?" "Ich weiß wie wir Nils erschrecken können. Ihr wisst doch in Bio, als ich ihn mit der Knochenhand erschreckt habe? Das könnte ich doch wiederholen." "Gute Idee."Wir planten noch eine Menge anderer Streiche. Allein die Planung war schon so lustig. Ich freute mich schon auf die Durchführung. Als wir auf der Wiese ankamen, sahen wir, dass die Jungs um Frau Wolling herumstanden. Als wir ankamen, räusperte Frau Wolling sich und wollte schon ihren Vortrag herunterrattern, als Felix sagte: "Leute? Wo ist Hauke?"
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🌸Hey Blümschen,🌸
ja, wo ist Hauke wohl? Bei der dubiosen Geheimsekte der Ingenieure, der er angehört? Zuzutrauen wär's ihm sogar...
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Die chaotische Klassenfahrt der 6dusselig
HumorIrgendeine Story, die ich vor zwei Jahrzehnten nach einer Reliarbeit angefangen habe, in die ich den ganzen Müll aus meinem Hirn gekotzt habe. Ziemlich unlogischer Trash, weshalb auf Privat gestellt, aber wer sich mal richtig kaputtlachen will, kann...