Franzi
Ich kauere immer noch weinend vor der Tür, die ich vor etwa 10 Minuten Nick vor der Nase zugeknallt habe. Ich starre auf die blauen Flecken an meinen Armen. Die stellen, an denen er mich gepackt hatte, pochen wie verrückt. Meine Mutter klopft an die Tür. "Fiona, alles klar?" Ich richte mich wieder auf, schließe die Tür auf und öffne sie. "Süße, du weinst ja, was ist passiert?" Fragt meine Mutter besorgt. "Er... Er... Hat es... es... herausgefunden." Stottere ich. "Und... Und... hat mich... mich... zur r...r... Rede gestellt." füge ich hinzu. "Komm mal her, mein Schatz." Sagt meine Mutter und nimmt mich in den Arm. Auch mein Vater kommt die Treppen nach oben. "Familientreffen ohne mein Wissen?" Witzelt er ein bisschen um mich aufzuheitern. Auch er umschließt mich mit seinen Armen. "Ich hab euch so lieb!" Sage ich noch immer weinend. "Süße, hör auf zu weinen. Was ist denn überhaupt passiert?" Fragt mein Vater. "Er ist in mein Zimmer gestürmt, hat mich an den Armen gepackt und angeschrien." Erkläre ich. "Weil ich ihm nichts davon gesagt habe, wer ich wirklich bin. Ich habe ihm erklärt, dass ich dazu nicht genug vertrauen hatte und dann hab ich ihn rausgeschmissen" Erkläre ich weiter. "Er ist ausgerastet?" Bringt mein Vater auf dem Punkt. Ich nicke. "Weil du ihm nicht von Anfang an bescheid gesagt hat?" Fragt mein Vater. Wieder nicke ich. "Der Junge ist unglaublich in dich verliebt, Fiona. Er wollte dich einfach nur besser kennen lernen." Durchschaut mein Vater die Situation. "Aber, das hätte er mir doch auch anders deutlich machen können." Bemerke ich. "Wir wissen doch wie du bist, ohne ein bisschen Stress, teilst du niemandem etwas über dich mit." Sagt mein Vater und damit hat er Recht. Vielleicht war ich ein genauso großer Arsch wie Nick. Wir sollten uns beide an der Nase fassen. Aber es war schon immer ein Geheimnis, irgendwo brauche ich meine Privatsphäre. "Ich weiß, dass das dein Geheimnis war, das Geheimnis weshalb du deinen Namen ändern musstest, aber du musst lernen, nicht gegen jeden so ein starkes misstrauen zu haben. Ich weiß das ist schwer, bei all deinen Enttäuschungen, aber nicht jeder Mensch ist so wie diese Personen und vielleicht hast du mit Nick ja Glück." Erklärt mein Vater, In meinem alten Wohnort, hatte ich viele Freunde, die mich irgendwann, während meines 'höhen Fluges' verlassen haben und mich verraten haben. Ich habe seitdem Angst Menschen zu vertrauen und das ist manchmal nicht zu meinem Guten, wie ich heute gesehen habe. Ich nicke meinem Vater zu. Vielleicht hat mein Vater Recht. Ich hätte nicht vorschnell urteilen sollen. Überlege ich. "Rede doch noch einmal mit ihm. Erklär ihm deine Situation und hör auch du ihm zu, möglicherweise klärt sich dann alles!" Schlägt mein Vater vor. "Ich denke noch einmal darüber nach. Ich hab ein Wochenende lang Zeit!" Antworte ich. "Okay." Gibt er zurück mit sanfter Stimme zurück und nimmt mich wieder in den Arm, auch meine Mutter schließt sich der Umarmung an. Nachdem mich beide wieder losgelassen haben, verschwinden sie aus meinem Zimmer und ich lege mich gemütlich auf die Couch. Mittlerweile ist es 20:14 Uhr. Freitags kommen immer Disney Filme, die ich gerne schaue. Heute kommt Mulan, neben König der Löwen, einer der besten Disney Filme, die es gibt. Ich greife nach meinem Handy und schaue nach Neuigkeiten, während der Film angespielt wird. Meine Schwester hat mich zurückgeschrieben. Ihre Antwort ist wie erwartet positiv, sie findet Nick sehr hübsch. Ich entschließe mich, ihr vorerst noch nichts von den Geschehnissen von heute zu erzählen. Ich sende ihr als Antwort einen lächelnden Smiley. Jedoch erzähle ich Luna davon. Ich tippe in Höchstgeschwindigkeit die Worte ein und sende sofort ab. Nebenbei frage ich sie, ob sie morgen schon etwas vor hat. Ich habe einige mehr Nachrichten erhalten, aber ich werde dem Rest jetzt noch nicht antworten. Ich lege das Handy beiseite, drehe ich mich auf die Seite und fixiere mich auf den Film.
Nachdem der Film zu ende ist, nehme ich wieder mein Handy und schaue auf die Antwort von Luna. Sie findet auch, dass sein Verhalten im Moment ein bisschen übertrieben ist. Ich habe sie auch um Rat gebeten, zu dem sie nur geantwortet hat, dass ich auf mein Herz hören soll, sie könne mir nicht sagen, was ich machen soll. Zu meiner Frage, ob sie morgen schon was vor hat, lautet ihre Antwort nein und sie fragt weshalb ich das wissen wollte. Ich frage sie, ob sie mein mir übernachten will. Sofort erhalte ich ihre Antwort: "Aber gerne! Ich frage gleich morgen früh meine Eltern." Ich freue mich, dass sie morgen kommt, wenn alles klappt und rufe meine Mutter nach oben. "Kann Luna morgen bei mir übernachten?" Frage ich sie sobald sie mein Zimmer erreicht hat. "Aber erst gegen Abend! Wir fahren über den Tag nach Lichtenberg, deine Verwandtschaft besuchen." Erklärt meine Mutter. "Damit kann ich Leben." Sage ich glücklich. Sofort schreibe ich Luna, dass meine Mutter nichts dagegen hat. Jetzt hat mein Vater die Chance, Luna auch kennen zulernen, er hat es gerne, wenn er meine Freunde wenigstens schon mal gesehen hat. Ich bin noch kein Stück müde, deshalb vertreibe ich mir anderweitig die Zeit. Ich zappe durch die Kanäle und schaue ob irgendwas im Programm ist, für das es sich lohnt wach zu bleiben, aber ich finde nichts. Ich geistere durch mein Zimmer und überlege, was ich stattdessen machen könnte. In solchen Momenten, würde ich unter anderen Umständen einfach Just Dance spielen, aber das geht gerade nicht. Ich durchsuche sämtliche Schränke, die ich besitze, sogar meinen Kleiderschrank, ich merke, dass ich den mal wieder ausmisten müsste, aber dazu finde ich nie Motivation. Auf meinen Regalen finde ich tausende von Masken und beauty Produkten. Ich durchforste sie und entschließe mich, die Masken morgen mit Luna zu verwenden. Aber eine Beschäftigung habe ich immer noch nicht gefunden. Ich setze mich an mein Laptop und entschließe mich etwas sinnvolles zu machen. Ich schau einige Dokumentationen über mein Lieblings Geschichtsthema: Der 2. Weltkrieg und das 3. Reich, Machtergreifung Hitlers, Judenverfolgung und so weiter. Ich lerne nichts, was ich nicht schon wusste. Vieles weiß ich einfach, weil mein Uropa im Weltkrieg war und mir vieles erzählt hat, anderes und das ist der Großteil, weil ich es unangenehm fand, meinen Opa darüber auszufragen, aus Filmen oder aus der Schule. Ich finde einen Namen, der vielen nichts sagt, mir aber sehr vertraut ist: Oskar Schindler. Ich habe nur einmal den Film 'Schindlers Liste' gesehen, zusammen mit meinen Eltern und das war der Grund, warum ich angefangen habe, mich so für diese Zeit zu faszinieren. Viel habe ich über den Mann aber nie erfahren. Ich weiß nur, dass er mit seiner Liste tausenden von Juden das Leben gerettet hat. Ich schaue mir die Dokumentation über ihn an.

DU LIEST GERADE
Double Life (Wird überarbeitet)
Teen FictionFranziska und ihre Eltern sind gerade von einer Großstadt in ein Dorf umgezogen. Für ihre neuen Mitschüler ist sie ein ganz normales Mädchen, aber sie verbirgt ein Geheimnis, wegen dem sie aus ihrem alten Wohnort wegziehen musste. Sie versucht alles...