Ich ging zu einem kleinen Mädchen. Christina folgte mir. "Hey kleine.", sagte ich gespielt freundlich um meine Traurigkeit zu verstecken. "Äh ... Hallo?", antwortete sie ängstlich. "Ich habe eine kurze Frage. Siehst du hier schwebende Menschen?". Sie blickte mich komisch an als hätte ich ihr den Lolli weggenommen. "Geht es Ihnen gut?", fragte sie. Ich verdrehte mir die Augen. Sie rannte daraufhin weg.
Ich ging weiter bis ich ein scheinbar nettes Pärchen vor mir sah. Christina schaute stumm zu. "Entschuldigung. Ich hätte mal eine Frage.", begann ich. "Ja, bitte?", antwortete mir die Frau mit einem breiten Lächeln. "Sehen sie schwebende Geister hier rum fliegen?". Sie blickten mich mit großen Augen an. Das Lächeln der Frau verschwand. "Kind, du hast echt eine blühende Fantasie.", sagte der Mann und bat mich freundlich zu gehen. "Ok, ich habs verstanden. Nur wir sehen die Toten.", sagte Christina. "Ja. Aber ich versuche nicht dir das klar zu machen sondern ich versuche zu verstehen.", sagte ich. "Ich habe versucht die Welt für alle besser zu machen. Indem die Menschen nicht mehr um verstorbene trauern müssen. Ich wollte unsere Welten verbinden. Und jetzt sind sie hier aber niemand sieht sie."
"Wieso versuchst du das überhaupt, Leonie? Du solltest unser Leben nicht verändern. Wir sind dazu bestimmt zu sterben und unsere liebsten loszulassen . Aber wir sehen sie wieder. So ist das Leben.". Sie hatte Recht. Ich wollte gerade etwas sagen da kam Emil zu uns gerannt. "Hey hübsche, hey Leonie."
"Hey Emil.", sagte Christina verliebt. Irgendwie süß aber neben dran zu stehen war doch merkwürdig. "Leonie, du kommst doch ohne mich klar, richtig?", sagte sie. Ich wollte nein sagen doch Emil riss sie mir gleich weg. Unhöflich dieser Kerl.Ich stand nun alleine in der Stadt. Menschen gingen an mir vorbei, Geister flogen an mir vorbei. Ich fühlte mich als wäre ich unsichtbar für alle. Ich blickte auf mein Handy. Drei verpasste Anrufe von David. Naja, mit ihm sprechen wollte ich nun wirklich nicht. Ich setzte mich auf die nächst beste Bank und schaute allen zu. Ich sah Menschen sich unterhalten, Geister sich unterhalten. Ich blickte nach rechts und nach links. Doch dann fiel mir etwas auf. Die Geister, die sich grade eben noch unterhalten hatten flogen durch Menschen. Nein. Sie flogen nicht hindurch. Sie flogen in sie rein und kamen nicht mehr raus. Ich blickte diese Menschen an. Es setzte sich ein böses Grinsen auf ihre blassen Gesichter. Sie fingen an Sachen um sich rum zu schmeißen, Dinge von anderen zu klauen, Leute mitzunehmen. Es war schrecklich. Immer mehr Menschen fingen damit an. Ich rannte. Ich rannte und rannte und versteckte mich schließlich hinter einem großen Stein. Ich atmete tief ein und aus. Was hatte ich nur getan? Ich atmete heftig weiter und hielt mich am Stein fest. Mir fiel sein starkes grau auf. Ich blickte ihn an. Er war so groß, fast schon beängstigend. Ich hatte ihn schonmal gesehen. Nur wann? Ich lief um den Stein rum und blieb stehen. Es war der Stein an den Leons Auto geknallt war. Ich ging einen Schritt zurück und blickte den Stein ängstlich an. Auf ihm stand etwas. 'Die Erloschenheit der Menschen kommt immer näher'. Ach. Du. Scheiße.
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Die Welt der Toten
FantastikSie war ein gewöhnliches 17 jähriges Mädchen bis ihre große Liebe Leon starb. Das Leben hatte keinen Sinn mehr und sie wusste nicht wie sie diesen Schmerz jemals verarbeiten würde, bis diese schwarz gekleidete Dame ihr den Weg zu ihrer Liebe führte...