Es ist vorbei!

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"Was grinst du so dumm?" Frage ich meinen Trainer ernst. Sein grinsen wird immer breiter. "Dann antworte mir halt nicht. Können wir wenigstens schon mal rein gehen?" Frage ich etwas genervt. Lukas und ich sind uns noch nicht ganz einig, wie die Choreographie genau aussehen soll, deshalb will ich nach drinnen gehen und dort darüber sprechen. "Was hast du dir überlegt?" Will ich von Lukas wissen. Sein grinsen lässt einfach nicht nach, demnach antwortet er mir auch nicht. Ich bin verwirrt. "Okay? Also meine Idee war es zu zwei verschiedene Lieder zu tanzen.", Fange ich an zu erklären, "Ich hatte da an Eurythmics, aber nicht die normale Version, sondern eine poppigere Version von Sweet Dreams und Ellie Goulding Outside gedacht.", mein Blick schweift von der Halle zu meinem Trainer, "Hörst du mir überhaupt zu?" Frage ich und fuchtele mit meiner Hand vor dem Gesicht meines Trainers rum. "Was zur Hölle ist mit dir los Lukas?" Rufe ich außer mir. Er schaut mich einen Moment lang an, dann nimmt er mich in den Arm. Ich lasse die Umarmung zu, bin aber verwirrt. "Was?" Frage ich sobald mein Trainer mich wieder frei lässt. "Danke!" Ist seine einzige Reaktion auf meine Frage. "Und natürlich habe ich dir zugehört. An sich finde ich die Idee sehr gut, aber meinst du nicht, dass die Lieder etwas zu schnell für deinen kleinen Freund sind?" Gibt Lukas zu bedenken. Ich denke kurz nach, schüttle dann aber den Kopf. Ich erkläre ihm, dass das normalerweise kein Problem sein sollte, da Nick eigentlich Fußball spielt und deshalb keine Probleme mit Ausdauer oder Geschwindigkeit haben sollte. Lukas nickt und gibt sein okay, für die beiden Lieder. "Hast du dir schon eine Choreographie überlegt?" Frage ich. Lukas nickt, steht auf und zeigt mir eine Schritte. Mitten in seiner Vorführung kommt Nick in den Raum. "Hallo!" Begrüßt er uns. Ich winke und konzentriere mich auf Lukas' Vorführung. Wegen seiner Verletzung führt er die meisten Figuren nicht sauber aus, aber ich kann mir, unter seinen Versuchen, ein genaues Bild von dem Produkt machen. "Je nach Geschwindigkeit können wir dann noch variieren." Keucht er. Er setzt sich zu Nick und mir in den Kreis. Während Lukas und ich noch weiter über verschiedene Figuren reden, werden Nicks Augen immer größer und er selbst immer blasser. Das Lächeln, das gerade noch in seinem Gesicht saß, ist von jetzt auf gleich verschwunden. Als ich Anfange vom Bogengang rückwärts  zu reden, wendet Nick ein, ob der den unbedingt sein muss. "Irgendwas spezielles muss der Tanz beinhalten. Und ich dacht, dass bei Outside vielleicht diese Figur am Besten passen würde." Erkläre ich. Ich erkläre ihm, dass er aber auch eine andere Figur machen könnte, aber der Bogengang wahrscheinlich eine der leichtesten Figuren ist. "Ich könnte dir nur noch vorschlagen, einen Flickflack zu machen." Wende ich ein, aber Nick schüttelt hektisch mit dem Kopf. "Ich hab mich mit dem Bogengang abgefunden." Sagt er. "Gut, dann fangen wir an und zu dehnen, das ist die wichtigste Grundlage, das zu schaffen. Da wir sonst noch keinen Anhaltspunkt haben und das wahrscheinlich die schwierigste Figur in der kompletten Choreo ist, fangen wir damit an, dir den Bogengang beizubringen." Gebe ich unseren ersten Schritt wider. Lukas und ich quälen Nick soweit, dass er es fast, nachdem er gedehnt ist, in den Frauen Spagat schafft. Unser nächster Schritt besteht darin, ihm erstmal den normalen Bogengang zu zeigen, da Nick keine Ahnung hat, was das überhaupt ist. Lukas darf ihn nicht machen, wegen seinem Rücken, also bleibe nur ich. Ich bitte Lukas mir zu helfen, sodass ich nicht auf den linken Fuß komme. Ich stelle mich Schulter breit auf und schwinge mich langsam in den Handstand, lasse das erste Bein wieder nach unten und stehe wieder fest. Lukas hat zu meinem Glück darauf geachtet, dass meinem Fuß nichts passiert. "Das ist ja easy." Winkt Nick ab und stellt sich auf. "Du weißt, dass das erstens der Bogengang vorwärts war und du ihn zweitens rückwärts in sehr viel schneller machen musst?" Frage ich Nick, dem das offensichtlich nicht klar ist. "Wir bringen dir nur zur erst das ganze in vorwärts bei, dass es für dich ein wenig leichter wird, das ganze in die andere Richtung zu lernen." Erläutert Lukas. Nick will Lukas und mir zeigen, dass er das kann und schwingt sich nach oben, fällt aber gnadenlos um. Er hält die Augen geschlossen während wer fällt, ich stelle mich neben ihn und warte bis er die Augen wieder öffnet. Mit verschränkten Armen und einem leichten lächeln auf den Lippen stehe ich ihm über ihm. "Sehr schön!" Sage ich ironisch. "Und jetzt noch einmal, ohne das du umfällst." Füge ich hinzu und helfe ihm auf. Lukas und ich stellen uns jeweils rechts und links neben ihn und schauen, dass nichts passiert. "Knick deinen verdammten Oberkörper!" Schreit Lukas, weil Nick immer wieder den selben Fehler macht und seinen Oberkörper eben nicht knickt, weshalb er auch immer wieder umfällt. "Wenn du gerade bleibst, kommst du mit dem Fuß nicht auf den Boden und deshalb fällst du!" Erkläre ich ihm etwas ruhiger. Nach einigen weiteren Versuchen, schafft Nick es endlich auf seinen Füßen zu stehen. Jetzt müssen wir es nur noch schaffen, dass er das auch noch ohne uns schafft, aber zuerst geben wir dem völlig verschwitzten Jungen eine kleine Pause. Während Nick etwas trinken geht, unterhalten Lukas und ich uns darüber, welche weiteren Figuren wir noch hinzufügen und wie wir Nick beibringen sollen. "Ich hoffe so, dass du bis dahin wieder du bist, Fiona." Sagt Lukas und geht wieder in die Mitte der Halle, wo zig Matten liegen, um die Stürze von Nick abzufedern. "So, dann schauen wir mal, dass du das jetzt gleich alleine hin bekommst." Erkläre ich, als Nick wieder bei uns steht. Gleich nach wenigen Versuchen schafft er es sich alleine wieder aufzurichten. Lukas und ich klatschen in die Hände. "Dann schauen wir mal, dass du das ganze auch rückwärts schaffst." Entgegnet Lukas. "Das Prinzip ist genau das selbe. Du musst deinen Rücken soweit nach unten biegen, bis du mit deinen ausgestreckten Armen auf den Boden kommt, dabei nimmst du eines deiner Beine mit nach oben, bei mir ist es das rechte." Weise ich ihn ein und zeige ihm, mit Lukas' Hilfe, wie ich das meine. Die Figur sieht tatsächlich sehr viel leichter aus, als sie ist, das merkt Nick auch sehr früh. Er fällt immer wieder kurz nach dem er sich senkt einfach um. "Konzentriere dich Nick!" Fordere ich ihn auf. "Warte, ich helf' dir. Senk deinen Oberkörper. Langsam!" Ich greife ihm an den Rücken und stütze ihn, sobald er nach unten geht. "Ich habe gesagt LANGSAM!" Schreie ich. Wenn die Bewegungen zu schnell werden, schaff ich es nicht zu helfen, wenn mein Fuß ganz wäre, ja, aber so nicht. Sobald seine Hände den Boden berühren, greife ich um, vom Rücken zu den Oberschenkeln und schwinge sie nach oben. Mit einem Ruck überschlägt Nick sich und steht wieder auf den Füßen. In diesem Moment kommt Lukas wieder in die Halle und lobt Nick. "Wenn du das jetzt noch alleine schaffst, bin ich glücklich." Sagt Lukas und schaut uns beide an. Ich bete, dass Nick, den Bogengang ohne Probleme schafft, muss aber enttäuscht werden. Lukas und ich müssen ihm noch einige Male helfen, bis er es alleine schafft. Während Lukas, Nick alle sonstigen Figuren zeigt, lade ich mir die Lieder auf mein Handy. Ich werde sie dann Zuhause so schneiden , dass sie zusammen passen, jetzt müssen wir uns erstmal mit den Originalen zufrieden geben. "Ich hatte mir überlegt, dass zuerst das Lied 'Sweet Dreams' angespielt wird bis zum Refrain ungefähr, vielleicht etwas weiter und dann in den Refrain von Outside eingeht. Sprich, dass das Lied bei 'Some of them want to abused.' dann setzt noch mal der Rythmus vom Anfang ein und mündet in 'Ohho, Ohho, I show you what it feels like..' Und so weiter. Das Lied wird dann bis zum Ende durch gehen und jedes mal, wenn der sie das zweite mal kommt:' We did everything right now I'm on the outside' Gehst du in den Bodengang." Erkläre ich. Zwei verständnislose Gesichter schauen mich an. "Wartet." Sage ich und lasse das Lied laufen. Als der Teil läuft stelle ich mich bereit und sobald der letzte Teil gesungen wird simuliere ich den Absprung. Ich stelle mich wieder zu den beiden. "Jetzt verstanden?" Frage ich und die beiden nicken. Ich habe während ich Nick versucht habe zu zeigen, wie der Bogengang mir überlegt einen Tanz aus 90% Hip Hop zu machen, aber nachdem es so lange gedauert hat ihm diese Figur zu zeigen, glaube ich nicht, dass das so eine gute Idee ist. Ich berate mich einen Moment mit Lukas, ob es vielleicht besser wäre, wenn er uns einige seiner Figuren zeigt und wir dann schauen wie wir sie vielleicht kombinieren können. Er stimmt zu und teilen Nick unsere Entscheidung mit. Ich lasse das Hauptlied laufen. Wir finden die Ideen von Nick gar nicht so schlecht, nur lassen sich seine Figuren schlecht mit unseren kombinieren. Ich müsste selbst tanzen könne, um zu sehen, ob und wie sie zusammenpassen. Auch Lukas ist sich unsicher, wie man das alles kombinieren könnte. "Schon 6 Uhr!" Ruft Lukas plötzlich. "Deine drei Stunden sind rum." Ergänzt er, stoppt die Musik und entlässt ihn. Auch ich darf gehen. Mit den Worten: "Ich komme nachher noch mal bei dir vorbei!" Verabschiedet Lukas sich von mir und drückt mich. Total untypisch für ihn, Was ist nur mit ihm los? Frage ich mich, habe aber nicht lange Zeit mir den Kopf darüber zu zerbrechen. vor der Umkleide wartet Nick auf mich. "Was gibt es?" Frage ich.  "Du musst mir Nachhilfe geben!" Sagt er ernst. "Warum? Das war doch gut!" Gebe ich ehrlich zurück. "Bitte!" Er nimmt meine Hand und fleht mich an. "Ich kann aber nicht tanzen, das weißt du!" Erwidere ich. "Ich brauche nur deine Hilfe, ich schaffe das nicht alleine." Antwortet er. "Okay." Gebe ich mich geschlagen. Wir unterhalten uns noch ein wenig auf dem Weg nach draußen. Vor der Tür steht wieder der Mann, der vorhin auch in dem Bushäuschen gestanden hat. Ich versuche Augenkontakt zu vermeiden, aber spricht uns an. Ich will Nick sagen, dass er ihn einfach ignorieren soll, schaffe es aber nicht ihn mit meiner leisen Stimme zu erreichen. "Ihr zwei seid ja goldig." Erst jetzt bemerke ich, dass ich Nicks Hand halte. Aber anstatt sie los zulassen, drücke ich fester zu, wie in einem Angstzustand. Und ich glaube, ich habe auch Angst, ein Vater hat mich vor diesem Mann gewarnt und ich habe keine Ahnung, zu was er im Stande ist. Nick scheint zu verstehen, dass etwas Panik bekomme und handelt sofort. "Danke! Aber wir müssen jetzt gehen." Sagt er zu dem Mann. Er läuft voran und zieht mich hinter sich her. Mein Vater fährt um die Ecke. Das ist eine Falle! Denke ich und reagiere blitzschnell. Ich schubse Nick in hinter einen Busch und drehe mich um. Meinen Vater kann ich aus dieser Entfernung nicht schützen, aber wenigstens den Jungen, der für mich alles tun würde. Der Mann steht einige Meter hinter mir, mit einer Waffe in der Hand. Mein Vater hat mich für alles vorbereitet, Messer Angriffe, Würgegriffe etc. aber dafür, dafür hat er mich nicht vorbereitet. Der Mann kommt einige Schritte näher. Ich bin wie gelähmt und schaffe es nicht nach hinten auszuweichen. Der Mann tritt neben mich und hält mir die Waffe gegen die Schläfe. "Dein Vater hätte aufgeben sollen, als er noch die Chance dazu hatte." Sagt er mit seiner rauen Stimme. Ich würde gerne wissen, was mein Vater jetzt gerade macht, versucht er mich zu retten? Benutz deinen Kopf Fiona. Benutz ihn, dafür hat dir der liebe Gott einen gegeben. Denke ich. Ich hab's! Schreien meine Gedanken. "Was hat mein Vater Ihnen getan, dass Sie seine Tochter, bzw. seine ganze Familie miteinbeziehen müssen?" Frage ich mit ruhiger Stimme. "Deine Psycho Spielchen wirken bei mir nicht." Brummt er. Verdammt! "Wo ist denn dein Vater? Will er dich etwa sterben sehen?" Schreit er, in der Hoffnung, das mein Vater diese Drohung hört. Sobald ich ihm physisch etwas antue, kann er abdrücken. Sobald ich schreie kann er abdrücken. Sobald mein Vater auftaucht kann er auch abdrücken. Also fange ich an zu weinen. Ich habe keine andere Option mehr. Mehr kann ich gerade nicht tun, als darauf zu warten, dass er abdrückt. Ich höre bereits das klicken, als ich eine Stimme höre: "Halt! Halt! Nehmen Sie mich!" Ich öffne die Augen und sehe Nick vor mir stehen. "Nein! Verschwinde! Mach das du wegkommst" Schreie ich, gleichzeitig bricht meine Stimme, wegen den Tränen. Ich will es nicht laut zugeben, aber wenn ihm was zustoßen würde, könnte ich mir das nicht verzeihen, auch wenn ich nicht immer den Eindruck danach gemacht habe, aber all die Schikanen, die er wegen mir aufnehmen musste. Ich will nicht, dass ihm wegen mir etwas zustößt.  "Hör auf deine Freundin Kleiner, verschwinde, sonst bist du der Nächste!" Eiskalt hallen die Worte aus seinem Mund. "Geh!" Zische ich unter Tränen. "Ich schaff das schon!" Flüstere ich. Aber er hört mich nicht mehr. Er ist verschwunden. Der Mann konzentriert sich wieder auf mich. Mit der Hand, in der er die Waffe hält, nimmt er mein Kinn und zieht mein Gesicht zu sich. "Zu Schade, dass du daran glauben musst." Sagt er bedauernd. "Du bist so hübsch. Und so zart." E streichelt mir über die Backen bis zu meinem Hals, dann kehrt er mit seinen Händen zurück zu meinen Backen und schubst sie angeekelt zurück. Ich kneife die Augen zusammen. Bitte hör auf! Schreien meine Gedanke. Es fühlt sich so schrecklich an, von einem fremden Mann begrapscht zu werden und zu wissen nichts tun zu können, weil man ansonsten stirbt. Mir bleibt nichts anderes übrig, als die Berührungen über mich ergehen zu lassen. Als er immer wieder seine klebrigen Finger von mir nimmt und wieder anfängt meine Backen zu streicheln, ziehe ich meinen Kopf weg, aber er zieht ihn immer wieder zu sich. "Hör auf dich zu wehren kleines, es wird sonst nur schlimmer!" Seine Augen beobachten mich. Ich höre von irgendwoher ein quietschen, meinen Namen. Mein Vater kann es nicht sein, er hat eine sehr tiefe Stimme, immer. Ich versuche meinen Kopf zu drehen, aber es gelingt mir nicht. "Dein kleiner Freund will es also unbedingt wissen?" Lacht er und zielt mit seiner Waffe in eine andere Richtung. Ich versuche weiterhin mich in die Richtung zu drehen, aus dem das Quietschen kam. Ich spüre einen Ruck und der Mann richtet mich neu aus. In die Richtung in die Nick vorhin verschwunden ist und wo er jetzt auch wieder steht. Er hat die ganze Zeit nach mir gerufen und auf mich gewartet und nach mir gesehen. Denke ich. Nick kommt immer weiter auf uns zu und ich schreie immer lauter, dass er gehen soll, egal wohin, aber weg. "Nick, geh jetzt!" Ich muss meine Stimme sehr gut kontrollieren, dass sich überhaupt ein Ton löst. Aber er hört nicht auf mich, er kommt immer weiter. "Bitte! Geh jetzt!" Ich weiß nicht was passieren wird, wenn er näher kommt, aber es wird böse enden. Die Tränen strömen erneut nur so über meine Wangen. Ich rufe immer und immer wieder, dass er gehen soll. "Er will es nicht anderes!" Sagt der Mann plötzlich und drückt auf den Abzug, ich habe keine Chance zu reagieren. Ich kneife die Augen zusammen, ich würde am liebsten auf dem Boden zusammensinken, als ich begreife, dass er nicht auf mich, sondern auf Nick gezielt hat. Statt auf den Boden zu sinken, fange ich lautstark an zu weinen. Ich traue mich gar nicht erst, meine Augen zu öffnen, aber der man zieht mein rechtes Auge auf und zwingt mich auf den Jungen zu schauen. Er liegt am Boden, immer mehr Tränen verlassen meine Augen und rinnen über meine Backen. "Nein!" Schreie ich. Auf dem zweiten Blick merke ich, dass er ihn nicht schwer getroffen hat, aber er dringend ins Krankenhaus muss. Ich fühle mich nutzlos, mein Freund liegt am Boden und ich kann ihm nicht helfen. Ich werde wütend, ich platze fast vor Zorn. Ich hoffe, dass wenigstens mein Vater reagiert hat und etwas unternimmt. Aber aus der Situation befreien, muss ich mich vermutlich selbst. Mir bleibt nicht viel Zeit zu überlegen, ich muss sofort handeln, egal wie. Ich überlege mir, dass egal was ich jetzt mache, eindeutig besser ist, als Nick au dem Boden kauern zu lassen. Ich bin mir der Folgen meines Handels jetzt bewusst, aber ich greife, den Arm der mich umschlingt, ziehe den Mann nach vorne weg und trete ihm gleichzeitig dahin, wo es wehtut. Mir ist egal, was jetzt passieren würde, ich knie mich neben Nick auf den Boden und drehe ihn so, dass ich die Verletzung sehen kann. Der Mann hat glücklicherweise eine Stelle erwischt, die nicht ganz Lebensbedrohlich ist, aber dringend behandelt werden muss. Nick ist die ganze Zeit über bei Bewusstsein gewesen und schaut mich jetzt an. "Es ist alles in Ordnung!" Sage ich tröstend und drücke ihm mein T- Shirt auf die Wunde. Glücklicherweise trage ich immer ein Top unter meinen Shirts. "Alles in Ordnung!" Rede ich ihm weiter ein. Er lächelt mich kurz an und will dann die Augen schließen. "Stop, nicht schlafen, bleib bei mir!" Befehle ich ihm und schlage ihn immer wieder leicht. Mit einer Hand versuche ich den Notruf zu wählen. Plötzlich steht der Mann wieder hinter mir. "Das war der größte Fehler deines Lebens!" Schreit er und hält mir seine Waffe an den Hinterkopf. Mir ist egal, was er jetzt vorhat. Ich kümmere mich weiter um Nick. Ich höre einen weiteren Schuss, auch diesmal bin nicht ich, die zu Boden geht, sondern der Mann hinter mir. Inzwischen habe ich den Notruf abgesetzt und warte. ein Vater taucht hinter mir auf und umarmt mich. "Alles in Ordnung?" Fragt er. "Bei mir ja!" Antworte ich und schaue besorgt zu Nick. Mein Vater kennt sich in diesem Gebiet eindeutig besser aus, ich überlasse ihm das Handwerk, bis der Notarzt eingetroffen ist. Noch bevor der Rettungsdienst eintrifft, füllen Polizeiwagen den Parkplatz. Sie nehmen den Mann der sich hinter mir immer noch hin und her wiegt mit, versorgen ihn kurz und fahren wieder. Der Notarzt trifft ein und kümmert sich um Nick. Ich will ihn nicht alleine fahren lassen, aber meinen Vater kann ich auch nicht alleine lassen. "Gut, dass du dich sofort um ihn gekümmert hast!" Sagt die Notärztin und lädt ihn in den Rettungswagen. Das erste mal schaue ich meinem Vater ins Gesicht, der etwas blass um die Nase ist. "Wir bringen Sie beide nach Hause!" Sagt die Ärztin zu meinem Vater und bittet meinen Vater vorne Platz zu nehmen. Ich setze mich nach hinten zu Nick und schließe die Augen. Plötzlich greift er nach meiner Hand, aus Reflex öffne ich die Augen und nehme meine Abwehrhaltung ein. "Danke!" Flüstert er mit schwacher Stimme. "Ist in Ordnung." Antworte ich und fahre ihm durch die Haare. Die Sanitäter untersuchen noch einmal meinen Vater und mich, ob wirklich alles in Ordnung ist. Die Notärztin fährt geradewegs ins Krankenhaus, um Nick zu behandeln. Mein Vater und ich bleiben solange, bis wir sicher sind, dass es ihm gut geht, Dann werden wir von der Ärztin nach Hause gefahren. "Ich werde mich gut um ihn kümmern!" Flüstert sie mir zum Abschied ins Ohr. Ich bedanke mich und lächle ihr zu. 

"Wieso seit ihr so spät?" Fragt meine Mutter panisch. Kaum bin ich die Tür drinnen empfängt meine Mutter mich und untersucht mich. "Was ist passiert?" Fragt sie. Ich kann meiner Mutter nichts vormachen, leider ist sie genau wie mein Vater früher Spionin gewesen und kennt alle Tricks. "Wir haben ihn geschnappt!" Antwortet mein Vater für mich. Meine Mutter atmet erleichtert aus und nimmt uns beide in den Arm. Irgendwie weiß jeder in dieser Familie besser über diesen Typ bescheid, als ich. "Papa, wer war dieser Mann?" Will ich wissen. "Er hat mehrere Menschen getötet und als er herausgefunden hat, dass ich ihn beschatte und dass ich ihn hinter Gitter bringen sollte, wollte er erst nur mich töten und als er das nicht geschafft hat, wollte er sich euch beide vornehmen." Erklärt er mit immer noch zittriger Stimme. Ein Mörder? Fährt es mir durch den Kopf. "Ruh dich aus Papa. Es war ein anstrengender Tag für dich!" Sage ich. Ich schaue auf die Uhr, es ist zwar erst 9:00 Uhr, aber es ist besser, wenn mein Vater jetzt ins Bett geht. Ich hake mich bei meinem Vater ein und bringe ihn nach oben in sein Bett. "Gute Nacht!" Sage ich verträumt, drücke meinem Vater einen Kuss auf die Wange und schleiche aus dem Zimmer. Ich gehe wieder nach unten und setzte mich zu meiner Mutter. "Kümmere dich gut um ihn!" Bitte ich meine Mutter. Ich glaube mein Vater wird davon noch lange Alpträume haben, er brauch jemanden an seiner Seite. "Und was ist dir?" Fragt meine Mutter. "Ich schaff das schon." Verspreche ich. Meine Mutter nickt und geht nach oben, Bevor sie Treppe erreicht ', sagt sie mir, dass noch etwas zu Essen im Kühlschrank ist. Momentan habe ich keinen Hunger und lege mich stattdessen auch in mein Bett. Ich gehe noch einige Augenblicke ein mein Handy. Alleine von Luna habe ich mehrere 100 Nachrichten, sie macht sich Sorgen. Ich antworte dass es ein langer Tag war und ich ihr morgen alles erkläre, ich jetzt aber müde bin. Sie schickt mir einen müden Smiley, ein Herz und einen Mond. Ich antworte "Gute Nacht!" Und sende die selbe Kombination an Smileys zurück. 

Ein Junge steht vor mir und hält mich im Arm. "Ich liebe dich." Die Worte kommen aus dem Mund des Jungen. Es ist als würde er das das erste Mal in seinem ganzen Leben sagen. Seine Stimme ist zittrig. Ich bin etwas von sinnen und weiß nicht was ich antworten soll. Der Junge sieht fertig aus und ich weiß nicht warum. Es hört sich so an, als ob es dem Jungen gar nicht gut geht. Als er mir sagt, dass er mich liebt schließt er die Augen und öffnet sie nicht mehr, für keine einzige Sekunde. Ich sitze neben ihm und warte, dass er sie wieder öffnet, doch nichts passiert. Eine Frau und ein weiterer Mann kommen in das Zimmer gestürmt, sie schieben Panik. Sie holen irgendein Gerät und fuchteln an dem Körper des Jungen herum. Ich schaue dem Jungen das erste Mal ins Gesicht und erschrecke. Er hat seine letzten Worte an mich gewendet, um mir zu sagen, dass er mich liebt. Denke ich und wache auf. 

Double Life (Wird überarbeitet)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt