"Z-zzeige d-dich!"
Beinahe hypnotisch schwingt der Kopf der Schlange hin und her. Wäre mein Körper nicht erstarrt, meine Beine würden unter mir nachgeben!
"D-du w-willss-st V-verss-sstecken ss-spielen?"
Fassungslos betrachte ich den monströsen Körper der Schlange. Ihre weissen Schuppen wirken seltsam stumpf, ihre gelben Augen funkeln bösartig. I-ist das der Körper eines M-mannes, der sich da unter ihrer Haut abzeichnet? Die Schlange kommt schwerfällig näher, gleich hat sie mich erreicht! Ich liebe dich, Mum!
Plötzlich erweckt etwas links hinter mir die Aufmerksamkeit des Monsters. Als das böse Lachen ihres Anführers durch den Wald schallt, zieht sich mein Bauch krampfartig zusammen.
"Severus hat sie gefunden! Niemand entkommt dem Dunklen Lord!" Triumphierend stimmen seine Anhänger in sein Lachen ein. "Es tut mir leid", säuselt er, "aber niemand darf jemals von der Existenz des Mädchens erfahren!" Plötzlich brechen die Männer in panisches Geschrei aus, sie rennen in alle Himmelsrichtungen davon. Grüne Blitze durchdringen die Dunkelheit, nach einer Weile ist der Wald wieder verstummt.
"Meister." "Severus." In seiner Stimme schwingt unüberhörbares Misstrauen mit. "Wo ist das Mädchen?" Die frostige Atmosphäre scheint ihn nicht im Geringsten zu kümmern. Ruhig antwortet Severus: "Sie ist tot."
"Tot?!" Bedrohlich hallt sein wütendes Kreischen durch den Wald.
W-warum belügt er ihn?
"Sie hat erbitterte Gegenwehr geleistet!"
"Sie ist ein kleines Mädchen!", faucht der Dunkle Lord ausser sich.
"Sie war."
"Lüge deinen Meister nicht an, Severus!"
"Niemals."
"Zeige mir ihren Leichnam!" Mein Herz beginnt zu rasen, gleich fliegt der Schwindel auf.
"Es gibt keinen."
"Weil sie noch lebt!", kreischt sein Meister wutentbrannt.
"Meister", haucht Severus Snape kaum hörbar, "meine Loyalität gebührt einzig Euch." Elender Schleimer!
Eine merkwürdige Stille tritt ein, gebannt lausche ich, das Schlimmste erwartend. In der plötzlichen Stille höre ich das Knacken der Äste plötzlich überdeutlich laut. Die Schlange ist verdammt nahe an mein Versteck gekommen!
In meiner Panik höre ich sein Flüstern beinahe nicht: "Faszinierend." Sein grausames Lachen ruft Übelkeit bei mir hervor. "Spar dir deine Lügen, Severus! Nagini hat sie gefunden!"
"Unmöglich, sie irrt sich."
"Das werden wir ja sehen!"
Gleich holt er mich! Zu Tode verängstigt schliesse ich meine Augen, versuche ihre nahenden Schritte zu ignorieren.
"Also ich sehe Nichts", spottet Severus kühl. "Nagini wird wohl langsam alt!" Wütend beginnt die Schlange zu zischen. Ich bereue es sofort, als ich meine Augen öffne: Die Schlange die sich drohend gegenüber Snape aufbäumt. Ich bin zu meiner Überraschung erleichtert, als der glatzköpfige Mann die Schlange zu sich zurück ruft. Mitleidig betrachte ich sein entstelltes Gesicht, bis mir bewusst wird, dass er der Mörder meiner Mutter ist! Fahr zur Hölle!
"Ich kann spüren, dass sie hier ist", lächelt er triumphierend. "Lily", seine sanfte Stimme lässt mich erschaudern, "du musst keine Angst haben. Ich will dir nichts Böses."
Für wie dumm hält er mich eigentlich?!
"Sie ist kein kleines, naives Mädchen", murmelt Snape dumpf.
"Dann wollen wir doch mal sehen, wieviel ihr an ihrem Onkel liegt!" Wütend reisst er Severus Kopf an den Haaren nach hinten und sein Zauberstab nähert sich bedrohlich nahe seinem Hals. "Sollen noch mehr Unschuldige sterben, Lily?" Angewidert verzieht sich sein Gesicht zu einer hässlichen Fratze. "Ich zähle bis drei. Dann töte ich deinen Onkel. Du bist dann ganz allein, von allen verlassen." Mum, sie ist für immer weg....
„Glaubst du wirklich, du hast alleine eine Chance gegen mich und meine Armee?" Nein.
"Willst du wirklich den Rest deines Lebens auf der Flucht verbringen?" Nein. "
„Die ganze Zaubererwelt wird dich jagen. Getrieben von der Angst wirst du immer weiter und weiter weglaufen, bis sie dich eines Tages finden. Du kannst ihnen nicht entkommen, Lily", säuselt er. Er hat Recht.
"Schliess dich mir an kleine Lily. Gemeinsam werden wir Seite an Seite über die Zaubererwelt herrschen!" Eine unheilvolle Vision steigt in mir auf: Einer düsteren Lily, deren Seele so schwarz ist, wie Snapes Augen, die mich flehend anblicken. Ich kann nicht zulassen, dass er meinetwegen stirbt!
Verzweifelt versuche ich mich aus meiner Starre zu lösen, doch Snapes Zauber ist zu stark! Nein! "Eins.... Zwei.... Nein! Er darf nicht meinetwegen sterben! Verfluchter Idiot, lass mich frei! "Dre-."
Plötzlich spüre ich, dass ich mich wieder bewegen kann! Meine Willenskraft hat Snapes Zauber gebrochen! "Halt!" Glockenklar hallt meine Stimme durch den Wald. Das schöne Gesicht des Dunklen Lordes verzieht sich zu einer hässlichen Fratze, triumphierend leuchten seine dunklen Augen auf.
Stumm trete ich auf die Lichtung und warte darauf, dass er mich tötet. "Dummes Mädchen!", keucht Snape voller Entsetzen. "Jetzt sind wir alle verloren!"
Als mich der grüne Blitz trifft, umspielt ein Lächeln meine Lippen. Ich bin froh, das Richtige getan zu haben.
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Zauberfeder - Draco FF 🖌
ФанфикLily hat eine besondere Gabe: Sie kann ihre Zeichnungen zum Leben erwecken. Um sie vor dem Zauberei-Ministerium und dem Dunklen Lord zu schützen, erzieht sie ihre Mutter in einem kleinen Fischerdorf in Portugal. Mit 13 Jahren erhält sie einen Brief...