pov.: Yoongi
"Guten Morgen, Jimin." begrüßte ich den jüngeren vor mir.
Doch er starrte mich nur mit aufgerissenen Augen an.
Ich seufzte. Er war keiner der Patienten, die hier durchgängig untergebracht waren, er gehörte zu denjenigen, die uns hier nur zu vereinbarten Sitzungen besuchten.
Seine Familie hat sich Sorgen um ihn gemacht, da er wie aus dem nichts so wurde wie er jetzt war. Beziehungsweise sie haben es nicht eher mitbekommen, weil er weiter weggezogen war und dort allein gelebt hat. Dabei hatten sie nur selten Kontakt, weshalb es erst später aufgefallen ist und er erst jetzt zu uns kommen konnte.
Er redete nicht und immer wieder hatte er Angstzustände.
Ich musste somit sein Vertrauen gewinnen und geduldig auf ihn einreden, damit er sich öffnete, denn ich musste wissen, was diesen Charakterwechsel ausgelöst hatte.
Sonst konnte ich ihm schlichtweg nicht helfen."Ich hab' dir etwas mitgebracht Jimin."
Ich kramte in meiner Tasche nach dem Objekt und lächelte ihn an.
"Das ist von deiner Mutter. Sie sagte mir, du l-"
Er schüttelte heftig den Kopf.
"Nicht."
Er presste seine Augen zusammen und zog seine Beine hoch auf den Stuhl, auf welchem er saß, bis sie an seiner Brust anlagen.
"Nicht mehr."
Überrascht starrte ich die Kette an, die mir seine Mutter gegeben hatte.
Wieso?
"Nimm sie wieder mit, pack sie weg, mir egal." meinte er mit zitternder Stimme und ich sah ihn verwirrt an.
Ich musste seine Mutter fragen, was für eine Geschichte sich hinter der Kette verbarg, vielleicht finde ich dann etwas heraus.
"Okay, ist okay." ich packte sie wieder ein und sah entschuldigend zu meinem Patienten rüber.
"Sie ist weg."
Augenblicklich stoppte er in seinem zittern und öffnete vorsichtig die Augen.
Als er sah, dass ich nicht gelogen, sondern die Wahrheit gesagt hatte, beruhigte er sich wieder.
Aber genauso wenig wie mit der Kette, hatte ich irgendeinen anderen Erfolg mit ihm. Nach seinen Worten, die verlangten, dass ich die Kette wieder wegpacken sollte, sagte er nichts mehr.
Aber trotzdem hörte er mir immer weiter aufmerksam zu, bis unsere wöchentliche Sitzung vorbei war.
So wird das nichts. Er sollte jeden Tag hier sein, damit ich mehr Erfolg habe.
"Jimin, würdest du jeden Tag hier her kommen?"
Er sah mich wieder starr an.
Nach einem längeren Moment senkte er seinen Blick und ich glaubte schon, er würde nichts dazu zeigen, aber dann redete er sogar.
"Ich- kann ich die ganze Zeit- hier bleiben?"
Überrascht sah ich ihn an.
"Du willst in den geschlossenen Teil?"
Er nickte zögernd und zupfte sich nervös an seinem Oberteil.
"Nun, das kann sich einrichten lassen, denke ich. Aber- erstmal sehen wir uns nächste Woche zur gleichen Zeit. Wenn das alles klappt, werde ich dich anrufen und du weißt, ob du hier bleiben kannst."
Er nickte erneut und suchte zögernd seine Sachen zusammen bevor er aus dem Raum huschte.
Ich ließ nachdenklich meinen Kopf auf meine Hände fallen.
"Park Jimin, was geht in dir vor?"•
Müde sah ich auf meine Uhr. 18:46 Uhr.
Mittlerweile saß ich im Büro und machte meine Papiere fertig, die ich zu jedem meiner Patienten zu führen hatte.
Auch eine weitere Patientin von mir, war heute nicht zur Sprechstunde gekommen, weshalb ich mehr Zeit für den ganzen Müll hier hatte.
Ich hatte sogar die Unterlagen für Choi Jisoo fertig bekommen.
Nein, sogar alle, die ich noch irgendwie zu erledigen hatte.
So viele waren es ja auch nicht.
Müde schlürfte ich zum Büro von Kim Namjoon und klopfte an.
"Herein" ertönte seine Stimme abgedämpft durch die Tür und ich betrat das spärlich beleuchtete Zimmer.
Nur die Schreibtischlampe spendete dem Raum etwas Licht, was bei mir im Büro nicht anders aussah.
"Ich hab die Unterlagen für Patientin Choi fertig bekommen."
Ich lief auf seinen Schreibtisch zu. "Hier."
Er streckte mir seinen Arm entgegen und nickte dankbar.
"Danke, was ist mit dem Bericht zu Patientin Burk?"
"Hab ich auch hier. Aber sie war heute nicht da." meinte ich und er sah zu mir auf. "Ja hab ich gehört. Hast du was von ihren Eltern gehört?"
Ich nickte. "Sie ist krank und sie haben den Termin vergessen."
"Ah, ok. Das ist denke ich nicht so tragisch, sie muss ja nur noch zur Nachuntersuchung. Ich werde da einen anderen Arzt für einteilen- obwohl ich mach das einfach selbst, ich kenn ihren Fall ja sowieso. " murmelte er und blätterte kurz durch die Unterlagen.
"Danke auf jeden Fall, wenn ich noch was brauche oder etwas fehlt geb ich Bescheid."
Ich nickte und ging wieder zur Tür.
"Schönen Feierabend, Herr Min."
verabschiedete er sich von mir und ich verabschiedete mich ebenfalls.
Doch ab morgen würde ich den neuen Patienten empfangen, weshalb meine Gedanken trotz Feierabend bei meiner Arbeit blieben.
Wieder flogen meine Gedanken zu dem Vorfall den mein Chef erwähnt hatte. Ich wusste ja bereits, dass er einiges auf dem Kerbholz hatte, aber dass er sich so auflehnte, nur um wieder zum Gefängnis zu gehen... Wie sollte ich das verstehen?___________________________
Ja gut.
Das hat jetzt irgendwie lange gedauert.
Habt ihr auch gerade Klausurphase, oder habt ihr eure Klausuren oder Arbeiten schon hinter euch? :3
• F
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《 Psycho Pass • Taegi 》
Fanfiction• Taehyung: Patient , Yoongi: Psychiater • ____________________________________ Min Yoongi, ein junger Psychiater, nimmt einen besonders interessanten Fall an. Ein junger Mann wurde mit Verdacht auf Schizophrenie in die Psychiatrie geliefert und fü...