Kapitel 79

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*Karina*

Ich kümmere mich sehr gerne um Samu, Hauptsache ich kann bei ihm sein. Ähnlich wie der heutige Tag verlaufen auch die nächsten Tage, meinem Schatz geht es von Tag zu Tag besser. Nur den schmerzenden Nacken wird er etwas länger haben. Ab nächster Woche gehen die Jungs wieder ins Studio. Endspurt ist angesagt, im Februar wird das neue Album veröffentlicht und im März gehen sie auf Tour. Sie werden während des ganzen Monats in Hallen spielen. Im April haben sie Pause bis die Festivals im Mai losgehen, sie werden auch eigene Openair Konzerte geben.

Einmal mehr müssen wir heute Abschied nehmen. Samu muss mir aber mehrmals versichern, dass er alleine zurechtkommt. Seiner Hand geht es besser, sie schmerzt noch ein wenig, er kann sie aber wieder beschränkt benutzen. Wie öfters in den letzten Tagen denke ich mir, wie viel Glück mein Schatz gehabt hat, das hätte alles anders ausgehen können. Nun stehe ich vor meinem Koffer, packe wiederwillig meine Sachen. Zwei Arme schlingen sich von hinten um mich, bedrückt sagt Samu „Ist es schon wieder so weit. Am liebsten möchte ich dich nicht gehen lassen.“

Ich schmiege mich an seine Brust, seufze einmal tief „Ja leider ist unsere gemeinsame Zeit wieder vorüber. Kann ich dich nicht einfach in meinem Handgepäck mitnehmen?“

Mein Schatz haucht mir sanfte Küsse auf den Hals und sagt lachend „Wenn du eine so grosse Tasche findest, wo ich Platz habe, könne wir das gerne machen. Aber die Jungs hätten keine Freude damit, wenn sie alleine im Studio wären.“

Jetzt drehe ich mich in seinen Armen um, gebe ihm einen Kuss „Ich weiss, dass du arbeiten musst. Es fällt mir nur jedes Mal schwerer mich von dir zu verabschieden. Und wir sehen uns erst im März wieder, wir haben beide viel zu tun bis dahin. Das sind zwei Monate, ich weiss nicht ob ich das so lange aushalte ohne dich.“

Samu sieht mir in die Augen, wirkt ebenfalls traurig „Ich weiss mein Engel, mir geht es genau gleich wie dir. Wir versuchen so viel wie möglich zu telefonieren oder skypen. Vielleicht kann ich ein oder zwei Tage freischaufeln, versprechen kann ich aber nichts. Vor der Tour ist es immer unberechenbar wie alles klappt, je nachdem haben wir ein paar Tage frei oder eben nicht.“

„Das wäre schön, wenn es klappen würde. Jetzt muss ich aber zu Ende packen, sonst verpasse ich das Flugzeug.“, mit diesen Worten küsse ich ihn und wende mich meinem Koffer zu. Samu lässt mich allerdings nicht los, es ist zwar umständlicher so, aber ich geniesse seine Nähe. Mein Schatz begleitet mich zum Flughafen, wo wir mit dem Taxi hinfahren. Nun stehen wir wieder einmal hier, meine Tränen versuche ich gar nicht erst zurück zu halten. Wir küssen uns ein letztes Mal, seine Lippen schmecken ebenfalls salzig.

Wiederwillig lösen wir uns voneinander, sehen uns in die Augen, dann muss ich gehen. Er bleibt an Ort und Stelle stehen, bis ich ihn nicht mehr sehe. Es dauert noch eine halbe Stunde, als ich durch die Sicherheitskontrolle bin,  bis es Zeit für das Boarding wird. Ich vertreibe mir die Zeit indem ich umher spaziere, muss mich ablenken, sonst kommen die Tränen wieder. Da höre ich hinter mir plötzlich Gekicher, ich drehe mich um, da kommen drei Frauen auf mich zu „Oh mein Gott! Du bist die Freundin von Samu, ich glaub es nicht, dass ich dich einmal persönlich treffe.“

Ich komme mir ein wenig komisch vor, die deutschen Frauen sind ganz aufgeregt. Freundlich versuche ich sie anzulächeln, da plappert eine andere bereits weiter „Warst du bei Samu? Ich finde ihr seid ein so tolles und schönes Paar zusammen. Er strahlt auch immer, seid ihr zusammen seid. Wäre es ok wenn wir ein Foto von dir machen würden.“

Ich werde ein wenig verlegen und sage „Vielen Dank. Mir wäre es lieber kein Foto zu machen, ich bin nicht wirklich fotogen.“

Den zweiten Satz sage ich lachend und hoffe sie nehmen es auch mit Humor. Sie kichern alle drei „Das ist schon ok wenn du nicht willst.“

Erleichtert dass sie mich nicht weiter drängen, plaudern wir ein wenig über belangloses Zeugs. Als mein Flug zum Boarding aufgerufen wird, verabschiede ich mich freundlich von ihnen. Die drei Mädels wirken glücklich und bedanken sich bei mir. Ich weiss zwar nicht für was, aber freue mich trotzdem über solch tolle Fans. Jetzt sitze ich auf meinem Platz schaue aus dem Fenster. Ich stecke meine Kopfhörer in die Ohren und versuche zu schlafen, denn viel Schlaf haben wir die letzte Nacht nicht bekommen.

You're an angel not asking who I'amWo Geschichten leben. Entdecke jetzt