*Karina*
Wie bin ich müde, mein Kopf dröhnt als wäre in Vorschlaghammer darin. Mit Müh und Not bringe ich meine bleiernen Augen auf. Was ist das für ein Piepen, das an mein Ohr dringt. Es wird immer lauter, dabei schmerzt mein Kopf noch mehr. Jemand kommt an mein Bett, erst jetzt schaue ich mich um. Schnell schliesse ich meine Augen, als diese Person mir mit einer kleinen Lampe ins Gesicht leuchtet. Langsam öffne ich meine Lieder wieder und der mir unbekannte Mann sagt „Guten Tag. Ich bin Herr Heinz, ihr behandelnder Arzt, sie sind hier im Krankenhaus. Wie geht es ihnen? Könne sie sich erinnern was passiert ist?“
Ich versuche mich zu erinnern, da ist aber nichts. Zaghaft schüttle ich meinen Kopf, das hätte ich besser sein lassen sollen, denn es ist sehr schmerzhaft. Der Arzt spricht weiter „Sie hatten vor drei Tagen am 2. April einen Unfall. Bei einer Baustelle am Flughafen, hat sich ausserhalb des abgesperrten Bereichs, ein Teil aus der Decke gelöst und sie am Kopf getroffen. Das hätte nicht passieren dürfen, die Arbeiter konnten sich das selber nicht erklären. Sie waren drei Tage bewusstlos, wir hoffen sie können uns sagen wer sie sind. Ausser ein wenig Bargeld hatten sie nichts bei sich und eine Vermisstenmeldung, welche auf sie passen könnte liegt nicht vor. Wir nehmen an, dass sie auf dem Flughafen nur einkaufen wollten, sonst hätten sie sicher einen Ausweis bei sich gehabt.“
Das sind gerade sehr viele Informationen, die auf mich einprasseln. Mein Kopf schwirrt, ich versuche mich an etwas zu erinnern, aber da ist nichts. Mit heiserer Stimme sage ich stockend „Ich…da ist….nichts. Das einzige an was ich mich erinnern kann, ist das ich hier aufgewacht bin.“
Mir fangen an die Tränen zu laufen, fühle mich elendiglich. Der Arzt sieht mich ernst an „So wie es aussieht leiden sie an einer Amnesie. Versuchen sie sich auszuruhen, sie haben sicher Schmerzen? Ich gebe ihnen gleich etwas dagegen, dann können sie versuchen zu schlafen.“
Kaum hat er das gesagt, verschwindet er, lässt mich in diesem tristen weissen Raum alleine zurück. Alleine so fühle ich mich, niemand vermisst mich, bin ich eine schlechte Person, dass keiner nach mir sucht. Das Öffnen der Tür, lässt mich aus meinen Gedanken hochschrecken. Ich schaue zu, wie der Arzt mir mit einer Spritze, eine Flüssigkeit in der an meiner Hand befestigten Infusion spritzt. Kurz drauf werden meine Augenlieder schwer wie Blei und ich schlafe ein.
Als ich wieder erwache, bin ich zwar noch müde, aber die Kopfschmerzen sind erträglich. Dieses piepende Gerät scheint auch abgeschalten zu sein. Eine junge Frau betritt mein Zimmer „Guten Tag. Mein Name ist Sandra, ich bin ihre Krankenschwester für diese Woche. Wenn sie etwas brauchen, drücken sie einfach den Knopf über ihrem Bett.“
Freundlich lächelnd überprüft sie meine Werte, ich fühle mich in ihrer Gegenwart direkt wohler. Kurz verlässt sie den Raum, um mein Essen zu holen. Es besteht aus ein paar Zwieback und einem Tee. Sandra lächelt mich freundlich an „Ich weiss, es sieht sehr mickrig aus. Aber wenn sie den Zwieback gut vertragen, können sie zum Abendessen etwas Nahrhafteres bekommen.“
Sie stellt mir das Kopfteil des Bettes hoch, sodass ich fast sitze. Mit den Worten „Ich komme später nochmals wieder, muss noch andere Essen bringen.“, verlässt sie das Zimmer. Zaghaft knabbere ich an meinem Zwieback, merke erst jetzt, welchen Hunger ich eigentlich habe. Schnell ist der Teller und die Tasse leer, fühle mich aber satt. Nach etwa einer halben Stunde kommt Sandra wieder. Sie sieht zufrieden zu mir „Hats ihnen geschmeckt?“
„Ja vielen Dank.“, sie stellt mein Tablar schnell nach draussen, kommt gleich wieder rein. Ihr Lächeln ist ansteckend, ich kann nicht anders als auch zu lächeln. Die nächsten Tage vergehen alle in etwa gleich, ausser schlafen und essen mache ich nicht viel. Ich unterhalte mich, wenn es die Arbeit von Sandra zulässt mir ihr. Ich denke wir sind in etwa im gleichen Alter, auch wenn ich nicht weiss wie alt ich bin, es fühlt sich einfach so an. Sandra setzt sich an mein Bett „Wie geht es ihnen heute? Gesundheitlich machen sie gute Vorschritte, wenn es so weiter geht, können sie in zwei Tagen das Krankenhaus verlassen.“
„Ehrlich gesagt freue ich mich hier endlich rauszukommen, werde dich aber vermissen. Da ich nicht weiss was für eine Arbeit ich eigentlich nachgehe, haben sie mir hier eine Stelle in der Küche angeboten. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar, aber wo ich wohnen soll weiss ich nicht. So ganz alleine fühle ich mich unwohl.“, erzähle ich ihr meine Sorgen. Sandra fängt an zu grinsen „Das ist schön zu hören, dann sehen wir uns ja bestimmt wieder. Ich hätte da eine Idee, meine WG- Mitbewohnerin ist vor einem Monat zu ihrem Freund gezogen, wenn sie möchten, könnten sie bei mir einziehen. Würde mich sehr freuen.“
Ich fange an zu grinsen „Das wäre sehr schön, aber nur unter einer Bedingung, was ich schon lange eigentlich sagen wollte, bitte sag nicht mehr sie zu mir. Du kannst mir ja einen Namen geben.“
Sandra scheint sich sichtlich zu freuen „Also abgemacht, du wirst meine neue Mitbewohnerin. Und was den Namen betrifft, hätte ich schon eine Idee. Mir haben unsere gemeinsamen Gespräche sehr gut getan, du bist eine sehr liebe Person. Was hältst du davon, wenn ich dich Angel nenne?“
Ich bin sehr gerührt von ihrer Antwort „Das klingt gut, aber ein Engel bin ich sicher nicht. Sonst würde es sicher jemanden geben, der nach mir suchen würde.“
Betrübt sitze ich in meinem Bett, Sandra nimmt mich in den Arm „Da gibt es sicher eine andere Erklärung, das glaube ich nicht. Ich hoffe deine Erinnerungen kommen bald wieder und überzeugen dich vom Gegenteil.“
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You're an angel not asking who I'am
FanficSamu erblickt wundervolle grünbraune Augen, wird es das Schicksal gut mit ihm meinen und sie wieder sehen...