pov.: Yoongi
Es ist mittlerweile einige Zeit vergangen, was so viel bedeutet, dass es mittlerweile 2 1/2 Monate mit meinen Patienten geworden sind.
Und ich liebte diese Zeit, obwohl es mehr als unangebracht war. Vor allem die Zeit mit Jungkook. Und das war so falsch.
Auch wenn ich es selbst eher weniger bemerkte, hatte ich aufgehört in den Sitzungen nach den wichtigen Aspekten, nach Anzeichen, zu suchen, die mir den Ursprung der Persönlichkeitsstörung aufweisen könnten oder einfach nur für die Bewältigung der Krankheit hilfreich waren. Doch ich wollte einfach nur Zeit mit ihm verbringen und es schien mir so, als ginge es ihm genauso. Und dann war da dieser Moment in dem er mir so unglaublich nah war und ich dachte er würde mich küssen. Doch das war verboten und vielleicht war ich auch etwas überfordert damit, weshalb ich den Abstand vergrößert hatte. Mittlerweile wusste ich nicht, wie ich darüber dachte.
Aber was immer wieder in mir aufschrie war das schlechte Gewissen Taehyung gegenüber. Er war ein aufrichtiger Junge, ich musste ihm helfen, aber irgendwas hinderte mich daran. Und vor allem war es mein Beruf Menschen zu heilen und ihnen zu helfen.
Das war so idiotisch, Jungkook war aus Taehyungs schlechten Gefühlen entstanden. Aus angestauter Wut, zu viel Trauer und weiteren negativen Gefühlen, die die Kontrolle über ihn übernahmen und dennoch hatte Jungkook einen eigenen Charakter. Er hatte gute und böse Charakterzüge und das war verwirrend. Als wären zwei wirkliche Personen in einem Körper gefangen.
Währenddessen machte ich bei Jimin Fortschritte. Er redete weitgehend normal mit mir und ich konnte somit gut mit ihm arbeiten, wobei er bei anderen Personen noch nicht anders reagierte und zudem sind wir vergangenheitstechnisch noch nicht weiter gekommen. Doch war ich heute zuversichtlich auf neue Erfahrungen, die mich auch tatsächlich erwarteten und das in einem größeren Ausmaß, als erwartet."Früher, zu der Zeit, als ich die Kette immer getragen habe, habe ich immer etwas mit den beiden Freunden unternommen. Wir haben uns perfekt verstanden. Wir sind zusammen aufgewachsen und haben uns versprochen-"
Jimin machte eine Pause und senkte seinen Blick einen Moment und ich beugte mich mitfühlend zu ihm vor, um ihm meine Hand aufmunternd auf seinen Rücken zu legen, wodurch er mich dankbar anlächelte. Ihm fiel es sichtbar schwer darüber zu reden, auch wenn er jetzt weitestgehend normal reden konnte, zeigten mir einige andere Verhaltensweisen und Handlungen, dass es ihm schwer fällt. Aber das war immerhin mehr als verständlich, wir redeten immerhin von etwas, was ihn dazu gebracht hatte, bei Unterhaltungen regelrechter Panik zu verfallen und deswegen eigentlich garnicht mehr zu reden. Ein traumatisierendes Ereignis, welchen ihm ein normales Leben verwehrt.
"Wir haben uns versprochen, dass wir immer füreinander da sind und für immer zusammenbleiben. Daraufhin- daraufhin sind wir auch zusammen auf die weiterführende Schule, ein Gymnasium, gewechselt, wobei-"
Er brach erneut ab und ich lächelte ihn an, um zu zeigen, dass es okay war, wenn er Schwierigkeiten beim reden hatte.
"Du musst das nicht jetzt erzählen. Wir können auch ein anderes Mal weitermachen." redete ich auf ihn ein, doch er schüttelte den Kopf. "Ich- ich will das jetzt machen." murmelte er und atmete einmal tief ein.
"In der Zeit, hat sich der eine von ihnen von uns entfernt. Er hat öfters was mit anderen Leuten gemacht, oder ganz alleine und auch wenn wir ihn immer wieder zu uns eingeladen hatten, kam er nur sehr selten darauf zurück. Bis- Er kam irgendwann von alleine zurück und wollte- wollte, dass wir mit ihm zusammen seine- scheiße abziehen. Es fing 'harmlos' an und wir haben angefangen zu trinken, zu rauchen- zu kiffen. Rebellierende Jugendliche so gesehen. Mir- hat das nie so richtig gefallen, aber unserem Jüngsten schon."
Er machte eine Pause und sah mich dabei nur lange an, wodurch ich ihn analysierend betrachtete. Ihm fiel es sichtlich schwer, darüber zu reden, auch wenn er mittlerweile fähig war, über das Thema zu sprechen. Doch er war unnatürlich verkrampft und angespannt, sein Blick war starr, als würde er die Vergangenheit vor seinem inneren Auge erneut miterleben. Es hat ihn wirklich mitgenommen...
"Dieser hat sich total mit reinziehen lassen und ich wollte keinen von ihnen verlieren, also blieb ich auch dabei. Dann kam es irgendwann dazu, dass unser- Freund, naja, er fing an, Krumme Dinge zu machen. Es war- nicht mehr normal... Es war- Es war schlimm. Er hatte viel mit der Polizei zu tun und ich wollte da nicht mitmachen, aber dann hätte ich beide verloren. Ich musste nichts- naja, nichts wirklich schlimmes tun, aber- ich glaube unser jüngster hat einfach- mitgemacht. Alles. Ich versuchte die ganze Zeit auf den jüngsten einzureden, aber- er wollte nichts davon hören, unseren "Freund" alleine zu lassen und letztendlich- naja, die beiden kamen zusammen."
Er presste seine Lippen zusammen und ich griff vorsichtig nach seiner Hand, um ihm etwas Beistand zu geben, welchen er dankbar annahm.
Jetzt wurde es für ihn noch schwerer, also war das der Teil, in dem seine Krankheit seinen Ursprung fand?
"Nunja, sie waren dann ein Paar, aber- Es war nichts, was man eine gesunde Beziehung nennen konnte. Unser jüngster- er- naja, er wurde je nach Laune des anderem behandelt und er musste immer tun, was der andere verlangte. Er- er ist daran kaputt gegangen, körperlich und seelisch, er wurde nur benutzt und er war einfach hoffnungslos in den anderen verliebt, was wohl auch der Grund für alles andere war. Dass er das alles gemacht hat... U-Und als wäre das nicht genug gewesen-"
Jimin brach ab und ich bemerkte, wie er gegen seine Tränen ankämpfte.
"Lass es raus." sprach ich ihm gut zu und in dem Moment liefen die ersten Tränen aus seinen Augen.
"Er- naja- er hat ihn wie gesagt geliebt und ist deswegen so lange er konnte- geblieben, doch irgendwann hat er- sich- hat er sich von mir überreden lassen."
Er schluckte schwer und kniff einen Moment seine Augen zu, als die Tränen zu viel wurden, bevor er mit zittriger Stimme weiter sprach.
"Er- wollte gehen. I-i-ihn verlassen, aber-"
Seine Arme wanderten angespannt und zitternd auf seinen Körper zu und ich wusste, er wollte sich wieder verschließen und am liebsten verstummen, also redete ich ihm einen Moment gut zu, was den Vorgang zumindest verlangsamte.
"Er hat das nicht zugelassen. Er wird nicht verlassen, v-verstehst du? Er- Er- Er-"
Die Panik und der Schock waren deutlich aus seiner Stimme rauszuhören und seine Atmung verschnellerte sich, genauso wie sich die Lautstärke erhöhte..
und seine Worte lösten bei mir eine unangenehme Gänsehaut aus.
"Also hat er ihn umgebracht. Er- einfach so."
Er kullerte sich wieder zusammen und weinte laut, sofort nachdem er zu Ende gesprochen hatte und ich starrte ihn einen Moment erschrocken an.
Dass einer gestorben war, sagte er bereits, aber so?Es dauerte einige Zeit, bis ich Jimin wieder beruhigen konnte, bevor ich mich gezwungenermaßen von ihm verabschieden musste und grübelnd den Raum verließ.
Also das war es. Er wollte nicht mehr reden, weil er Angst hatte, dass durch seine Worte jemand in seinen Tod geht. Weil er versucht hatte, seinen Freund von diesem Typen los zu kriegen, der auch mal zu seinen Freunden zählte und zusätzlich wird er noch von Verlassensängsten geplagt, die auch aus der Geschichte zurückzuführen sind. Ich seufzte. Das wird ein ganzes Stück Arbeit.
Aber seine Geschichte ist auch echt heftig. Verständlich, dass er da psychische Schäden davonträgt...
Wie musste es sein, so etwas mitzuerleben?___________________________
• origin; it describes the beginning of everything.
Its like the start of something big, the birth of something lifechanging. •___________________________
Es wird Spannend x3
Hoffe ich. ._.
Sagt mal, soll ich mal was aus der Vergangenheit von Jimin und seinen Friends in einem Kapitel oder so veröffentlichen? Also so als Rückblicke und so?
Das würde dann aber erst später kommen oder am Ende als Zusatz :3
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《 Psycho Pass • Taegi 》
Fanfiction• Taehyung: Patient , Yoongi: Psychiater • ____________________________________ Min Yoongi, ein junger Psychiater, nimmt einen besonders interessanten Fall an. Ein junger Mann wurde mit Verdacht auf Schizophrenie in die Psychiatrie geliefert und fü...