Kapitel 26 ~ Eine große Überraschung

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Dein POV

Ich schlug meine (D/A)en Augen auf und mir wurde schlagartig übel. Ich setzte mich im Bett hin und schloss meine Augen während ich tief einatmete. Seit ungefähr einer Woche waren wir wieder zuhause, Oswald hatte eine Sightseeing-Tour gestartet und befand sich im Moment wohl auf Berk.
Mein Magen hatte sich wieder beruhigt und ich beschloss das Frühstück heute einmal ausfallen zu lassen. Dagur war wohl schon lange auf und machte seine morgendliche Runde.
Ich zog mir etwas Neues an und beschloss dann Helga, der Dorfältesten einen Besuch abzustatten. ,,Melodie... kommst du?",fragte ich meinen Drachen, welche es sich gerade gemütlich gemacht hatte. Wiederwillig stand sie auf und flog mit mir zu Helgas Hütte.

Kurze Zeit später

Ich befand mich in Helgas Hütte, welche von Kopf bis Fuß mit Tränken und Gewächsen ausgestattet war. Ein Kessel stand auf dem Feuer indem eine bunte Suppe brodelte. Die kleine Frau stützte sich auf ihren Stock und ihre beiden langen, blond grauen Zöpfe fielen um ihr faltiges Gesicht herum. ,,Dir ist also übel?",fragte mich die Dorfälteste als ich auf ihrem Stuhl platzgenommen hatte. ,,Ja",sagte ich und nickte. ,,Und wie lange schon?",fragte sie mich und hob mein Kinn mit ihren langen, knochigen Fingern etwas an. ,,Schon seit einiger Zeit",antwortete ich wahrheitsgemäß. ,,Aha, ich verstehe",sagte sie mit einem leichten Lächeln.

Sie fragte mich noch ein paar Sachen und trat dann mit einem breiten Grinsen ein paar Schritte zurück, schaute an mir herunter und verbeugte sich etwas. ,,Äh, was soll das jetzt?",fragte ich und stand auf. ,,Herzlichen Glückwunsch",sagte sie und stützte sich wieder auf ihren Stock. ,,Zu was?",fragte ich verwirrt und legte meinen Kopf etwas schräg. Helga lächelte immer noch und konnte ihre Freude kaum zurückhalten:,,Mein liebes Kind, du wirst Mutter"

Die Nachricht traf mich wie ein Schlag. Hat sie das gerade wirklich gesagt? DAS?! ,,Haha, jetzt hast du mich verlokit! Haha",lachte ich gequält und zerplatzte fast vor Anspannung, ,,Und was ist jetzt wirklich los? Kannst du mir nicht einfach einen von deinen Wundertränken geben und dann geht's mir wieder gut?" ,,Ich scherze nicht (D/N)",bekräftigte sie ihre Aussage. ,,Oh nein! Das kann doch nicht wahrsein!",rief ich besorgt und fuhr mir mit den Fingern durch meine (D/H)en Haare, ,,Was soll ich denn jetzt machen?" ,,Du solltest es vielleicht erstmal Dagur sagen",schlug Helga vor, ,,Ich meine du kannst es ihm auch verschweigen, aber... Dagur ist nicht gerade der dümmste, früher oder später wird er es merken. Solange wird es nichtmehr dauern" Tausende Gedanken schossen mir durch den Kopf und ich sank zu Boden. Ich und ein Kind? Ich habe keine Ahnung von Kindern, ich habe meine Mutter doch nie kennengelernt. Und mein Vater war jetzt auch nicht das beste Elternteil der Welt, wie sollte ich dann überhaupt irgendetwas auf die Reihe bekommen? Die kleine Frau schien meine Besorgtheit bemerkt zu haben und legte mir ihre Hand auf die Schulter. ,,Ich kenne deinen Mann schon seit einer Ewigkeit, und schon immer hat er Kinder geliebt. Und ich weiß wie gerne er ein eigenes gehabt hätte. Dagur liebt dich unsagbar sehr, und wenn du ihm sagst dass ihr ein Kid haben werdet, wird er wohl kaum traurig oder gar wütend werden",erklärte sie mir sanft und ich nahm mir ihre Worte sehr zu Herzen. ,,Danke Helga",bedankte ich mich und war komischer Weise den Tränen nahe. ,,Da gewöhnst du dich dran",sagte sie als ich mir eine kleine Träne die sich ihren Weg in die Freiheit aus meinem Auge gebahnt hatte wegwischte. Ich verließ ihr Haus wieder und setzte mich ein Stück weiter und Gras. So langsam gefiel mir der Gedanke dass Dagur und ich ein Kind bekommen würden. Ich glaub ich hab da eine Idee wie ich es Dagur sage...

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Dagur POV

Ich öffnete unsere Haustür und mir strömte ein wohlriechender Duft entgegen. Ich atmete ihn tief ein und folgte ihm bis in die Küche, wo ich (D/N) kochend fand. ,,Du kochst?",fragte ich sie und kam näher an sie heran, ,,Und dann noch Berserkerhuhn? Ich hab doch nicht Geburtstag. Oder doch? Oder hast du Geburtstag?... Bei Odin ich hab doch nicht etwa unseren Hochzeitstag vergessen!?" ,,Nein, nein und nein. Ich koche einfach aus einem anderen Grund...",antwortete mir (D/N) lächelnd und ich sah wie ihre (D/A)en leuchteten. ,,Und sagst du mir auch warum?",fragte ich sie und küsste sie auf ihre Wange. ,,Noch nicht",antwortete sie und lächelte noch mehr.
,,Ich mag Überraschungen"
,,Weiß ich doch. Und vertrau mir, das wird eine große Überraschung..."

Kurze Zeit später kam auch Heidrun und war sichtlich erstaun darüber dass (D/N) gekocht hatte. ,,Das schmeckt lecker! Und ist auf den Punkt gegart! Genau so mag ich es",lobte ich das Essen und nahm einen weiteren Bissen vom Huhn. (D/N) lächelte und bedankte sich, aß aber selber wenig. Irgendwas war anders an ihr, nur was wusste ich noch nicht so genau. Ihre (D/H)en Haare saßen wie immer, aber sie strahlte irgendwie mehr. So als wäre sie die Sonne und hätte ihr Licht verdunkelt, nur um bei uns sein zu können, aber könnte es doch nicht ganz zurück halten.

Ich rätselte weiter was mit meiner Frau los sein könnte, als ich bemerkte das wir alle schon fertig gegessen hatten. ,,Kann ich dich kurz sprechen, Dagur?",fragte (D/N) verlegen und ihre Wangen wurden etwas rot. ,,Klar",antwortete ich und stand auf. Auch (D/N) stand auf und ging mit mir nach draußen.

Wir wanderten ein Stück, sprachen aber die ganze Zeit nicht. Irgendwas hatte sie auf der Seele, ich wusste zwar nicht was und warum, doch ich spürte sowas eben. Nicht umsonst merkte ich was die Leute von mir hielten. Schon als ganz kleines Kind konnte ich spüren was die anderen dachten. Am Anfang wusste ich noch nicht so recht damit umzugehen und habe es versucht zu ignorieren, doch mit der Zeit merkte ich dass mich dieses Gefühl nie belogen hatte. Dinge erschienen mir plötzlich ganz anders, nur weil ich dieses Gefühl zuließ. Niemand konnte mir mehr etwas anhaben, nichts stand mir mehr im Weg, alles schien für mich machbar, wo einst hohe Grenzen waren, war jetzt nur noch endlose Weite. Und ich war der erste der sie betrat. Woher weißt du wie weit du kommen kannst, wenn du es nie probiert hast?
,,Dagur?",weckte mich (D/N) aus meinen Erinnerungen und brach endlich diese bedrückende Stille.

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Dein POV

Dein Vater... nein, ganz schlechter Ansatz! Das hat doch eben noch geklappt! Ich versuchte irgendwie noch den Punkt zu finden um anzufangen, aber wo bitte? Erst jetzt bemerkte ich dass wir auf der Wiese waren auf der mir Dagur den Antrag gemacht hatte. Ich lächelte und schwelgte in Erinnerungen. ,,Ich will Kinder mit dir haben!",hatte er damals gesagt. ,,Dagur?",fragte ich ihn und bemerkte wie er an irgendetwas aus seiner Vergangenheit dachte. Seine grünen Augen leuchteten dann ganz besonders, traurig und doch triumphierend. ,,Ja",sagte er schnell und riss seinen Kopf zu mir herum. ,,Weißt du noch damals?",fing ich an zu reden. Dagurs Mundwinkel schnellte nach oben:,,Klar, wie sollte ich diesen Platz je vergessen?"
,,Also erinnerst du dich noch an das was wir gesagt haben?"
,,Jedes Wort"
,,Sicher?"
,,Ja, wieso?"
,,Nur so"
,,Aha",sagte der rothaarige und legte seinen Arm um mich. Dann blieb er plötzlich stehen und sah mir direkt in meine (D/A)en Augen:,,Und was wolltest du jetzt mit mir besprechen?" ,,Ich wollte dir sagen dass... wir beide... also...",druckste ich weiter rum. Bring einen Satz raus! Mehr als nur sinnlose Wörter! ,,Du liebst mich doch, oder?",fragte ich vorsichtig. ,,Stand das zu irgendeiner Zeit mal in Frage?",gab er mir als Antwort.
,,Und du weißt auch noch damals als ich gesagt habe dass ich mit dir zur Berserkerinsel komme? Und wie du mich da fast zerquetscht hast?"
,,Ich hab mich doch schon entschuldigt!",rief Dagur entsetzt und ließ mich los.
,,Ja schon, aber... du weißt doch sicher noch als ich "Mal sehen" gesagt habe?"
,,Worauf willst du hinaus?"
,,Nun ja, es ist so dass ich dir jetzt sagen kann welches mal sehen"
,,Und welches?",fragte mich mein Mann nun eindringlicher, und drohte vor Neugierde zu platzen.
,,Dagur ich bin schwanger!",brachte ich es endlich heraus und schnappte nach Luft. Dagurs Augen weiteten sich, sein Mund klappte nach unten und er starrte mich nur noch an. ,,Alles in Ordnung mit dir?",fragte ich ihn und wedelte mit meiner Hand vor seinem Gesicht rum. Doch noch immer kam keine Reaktion von ihm. Für einen Moment hatte ich Angst er wäre zusammengebrochen oder sowas, doch dann endlich kam eine Reaktion von seiner Seite. Dagur stieß eine Art Freudenschrei-Gejubel-Berserkerkriegsruf aus, was sicher noch bis über den halben Ozean zu hören war und umarmte mich so feste es nur ging, aber dennoch so vorsichtig um weder mir noch dem Baby wehzutun. ,,Das ist mit Abstand der schönste Tag meines Lebens",schluchzte Dagur und ich merkte wie sich Freudentränen den Weg über sein Gesicht bahnten. Ich sagte einfach mal nichts, sondern genoss einfach nur den Moment. ,,Stell dir vor ein Mini-Ich",sagte Dagur und streichelte über meinen Bauch. ,,Noch so ein durchgeknallter Typ",lachte ich. ,,Du musst jetzt mehr auf dich aufpassen. Am besten passe ich auf dich auf",belehrte mich mein Mann und nahm mich ganz vorsichtig im Brautstyle hoch.
,,Laufen kann ich aber schon noch"
,,Ich will dich aber trotzdem tragen"
,,Musst du aber nicht"
,,Will ich aber"
,,Dann gehe ich eben selbst runter"
,,Nein, du bleibst liegen. Befehl des Oberhaupts!"
,,Eines überfürsorglichen Oberhauptes"
,,Eines Oberhauptes das seine Frau und ihr Kind mehr liebt als alles andere"
,,Gegen diese Logik komme ich nicht an"
,,Dagegen kommt niemand an"
,,Lässt du mich jetzt runter?"
,,Nein, und dabei bleibt es auch. Ich trage dich jetzt nach Hause"
,,Von mir aus",lachte ich und drückte meine Lippen auf seine.

Dragons/RTTE ~Dagur x ReaderWo Geschichten leben. Entdecke jetzt