Kapitel 140

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*Samu*

Was diese Fans heute mit meinem Engel angestellt haben, macht mich wütend. Karina ist doch kein Tier, das man einfach so streicheln kann. Ich frage mich, wo Respekt und Anstand heutzutage geblieben sind. Was mich sehr überrascht hat, dass Janne ihr geholfen hat. Wusste gar nicht, dass er wieder in der Stadt ist. Mich wühlt das alles sehr auf, auch das erlebte wieder zu erzählen. Damals war ich sehr enttäuscht von meinem ehemaligen Freund. Ohne die anderen Jungs, hätte ich diese schwere Zeit nicht durchgestanden. Worte bedarf es jetzt keine mehr, die Nähe zu meinem Engel reicht mir und beruhigt mich wieder. Auch Karina scheint im Moment nicht mehr zu brauchen.

Am nächsten Tag melde ich mich allerdings bei Aki ab. Ich möchte heute gerne zu Hause bleiben, um sicher zu gehen, dass es meinem Engel wirklich gut geht. Unser Manager hat Verständnis dafür und wird mich am nächsten Tag oder wenn es sehr wichtig ist, per Telefon informieren. Karina und ich machen es uns im Wohnzimmer gemütlich, gemeinsam sehen wir die Fanpost durch, welche mir Aki gestern mitgegeben hat. Darunter sind viele Glückwünsche zur Schwangerschaft, also ist es auch Post für meinen Engel. Es ist eine ganze Kiste voller Briefe, Aki sammelt sie für uns ein paar Wochen und gibt sie uns dann mit.

Jetzt habe ich einen Brief in der Hand, die Schrift und der Umschlag kommt mir bekannt vor. Ich mache ihn auf und alles was drauf steht ist <Du hast meinen Traum, mein Leben zerstört>. So einen habe ich schon auf der Tour bekommen, langsam wird es komisch. Ich leere die ganze Kiste aus, unter dem fragenden Blick von meinem Engel, suche ich nach gleichen Umschlägen. Leider werde ich fündig, mache sie auf und da steht der gleiche Satz drin. Karina kommt zu mir „Was ist denn los mein Schatz, stimmt etwas nicht?“

Ich überlege, ob ich ihr die Wahrheit sagen soll, will sie nicht unnötig beunruhigen. Aber anlügen ist auch nicht gut „Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, siehst du diese Briefe. Auf der Tour habe ich schon einen bekommen, ich habe ihn damals in den Müll geworfen, dachte es wäre eine von diesen Briefen, von eifersüchtigen Männern. Aber das sind jetzt immer wieder die gleichen, ich mache mir langsam Sorgen.“

Karina sieht mich leicht geschockt an, genau das wollte ich nicht „Bitte bleib ruhig mein Engel, ich rufe die Polizei, die sollen sich das ansehen.“

Gesagt getan, etwa eine Stunde später stehen zwei Polizisten vor der Tür. Wir bitten sie rein und sie schauen sich die Briefe an. Dann sagt einer der Beiden „Es tut uns leid Herr Haber, da können wir nicht viel machen. Selbst wenn wir wüssten wer diese Briefe geschrieben hat, mehr als eine Befragung könnten wir nicht durchführen. Es hat keine Drohung oder ähnliches drin, uns sind da die Hände gebunden. Bitte bewahren sie Ruhe.“

Ich soll Ruhe bewahren, jetzt bin ich alles andere als ruhig. Diesen Anruf hätten wir uns auch sparen können, die beiden Polizisten verabschieden sich von uns. Mein Engel sitzt etwas bleich auf dem Sofa, ich gehe zu ihr und lege meine Arme um sie. Karina kuschelt sich eng an mich, mit der einen Hand streiche ich ihr über ihren Bauch, unser Krümelchen ist auch unruhig. Ohne sie loszulassen sage ich zu ihr „Tut mir leid mein Engel, das ist alles ein wenig zu viel für dich. Weisst du was, gönne dir morgen einen Wellnesstag, lasse dich massieren und komm zur Ruhe.  Ich kann dich vor meiner Besprechung fahren, dann musst du nicht den Bus nehmen und am Abend hole ich dich wieder ab. Was hältst du davon?“

Sie überlegt kurz und sagt dann „Das würde mir sicher gut tun, vielen Dank mein Schatz.“

Ich erledige einen Anruf, das Rundumpaket mit Massage, Friseur, Pedi- und Maniküre ist gebucht. Mein Engel und ich sollten endlich ein zweites Auto kaufen, dann muss sie nicht immer mit dem Bus fahren, wenn ich nicht da bin. Ich räume die Kisten mit den Fanbriefen auf die Seit und gehe dann wieder zu meinem Engel. Den Rest des Tages lassen wir ruhig angehen und gehen bei Zeiten ins Bett. Es ist eine sehr unruhige Nacht, Karina träumt schlecht und wälzt sich immer wieder hin und her. Demensprechend müde stehen wir beide am nächsten Morgen auf.

You're an angel not asking who I'amWo Geschichten leben. Entdecke jetzt