Kapitel 142

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*Karina*

Dieser Wellnesstag ist herrlich, genau das was ich gebraucht habe. Glücklich und entspannt verlasse ich das Gebäude, gehe Richtung Parkplatz, von wo aus ich Samu anrufen möchte. Auf dem Weg dorthin hält neben mir ein Auto, jemand steigt aus und kommt auf mich zu. Ein Mann steht vor mir, ich schaue erst jetzt genau hin, es ist Janne. Der hat mir gerade noch gefehlt, ich mag ihn nicht und das nicht nur, weil mir Samu diese Dinge über ihn erzählt hat. Er lächelt mich freundlich an „Oh hallo Karina was für ein Zufall, bist du zu Fuss unterwegs? Ich kann dich fahren, wenn du willst?“

In mir wehrt sich alles dagegen, deshalb sage ich ihm „Nein Danke. Ich rufe gleich Samu an, er kommt mich abholen. Mach dir keine Umstände wegen mir.“

„Ich würde dich gerne fahren, das macht mir keine Umstände und Samu müsste dann nicht extra hier her fahren.“, sagt er weiterhin freundlich. Mit einem „Nein Danke.“, gehe ich an ihm vorbei, er hält mich am Arm fest, ich sehe in sein nun wütendes Gesicht. Bevor ich etwas sagen kann, drückt er mir ein komisch riechendes Tuch über Mund und Nase, um mich wird alles schwarz. Als ich meine Augen wieder öffne, dröhnt mein Kopf wie verrückt. Ich schaue mich um, wo bin ich hier und was ist passiert. Es dauert einige Zeit, bis mir die Begegnung mit Janne wieder in den Sinn kommt. Panik macht sich in mir breit, das bemerkt auch Krümelchen, er fängt zu zappeln.

Ich versuche ruhig zu atmen und streiche über meinen Bauch. Meinen Blick lasse ich schweifen, ich bin in einem Keller, spärlich fällt das Licht durch zwei Lichtschächte in den düsteren Raum. Ausser der alten, durchgelegenen Matratze auf der ich liege, steht ein Tisch mit zwei Stühlen im Raum. Mühsam versuch ich mich aufzurichten, was meinen Kopf hämmern lässt. Mit leichtem Schwindel bewege ich mich langsam Richtung Tür, sie ist abgeschlossen, was habe ich auch anders erwartet. Mir bleibt nichts anderes übrig als abzuwarten und mich wieder zu setzen. Da höre ich Schritte näher kommen, meinen zitternden Körper drücke ich gegen die Wand in meinem Rücken, als könnte ich durch sie fliehen. Schützend ziehe ich meine Beine so gut es eben geht an meinen runden Bauch und schlinge meine Arme um sie.

Ein Schlüssel wird ihm Schloss gedreht, mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Was passiert jetzt. Janne betritt den Raum, macht das Licht an, was mir auch wenn es nicht wirklich hell ist, in den Augen blendet. Langsam gewöhne ich mich an die sparsame Helligkeit. Er kommt auf mich zu „Na endlich fertig geschlafen? Ich dachte du wachst gar nicht mehr auf, dann können wir ja Samu anrufen. Du hast perfektes Timing, er hat dir eben eine Nachricht geschrieben, dass er nach Hause fährt und dort auf dich wartet.“

Erste jetzt sehe ich, dass er mein Handy in der Hand hält. Was hat dieser Irre nur vor, meine Angst gewinnt wieder die Oberhand. Er tippt etwas auf dem Display herum und lässt es klingeln und sagt zu mir „Du hältst die Klappe verstanden?“

Ich nicke nur, zu mehr bin ich nicht fähig, dann höre ich Samu, Janne muss den Lautsprecher eingeschaltet haben. Je mehr ich höre, desto schlechter wird mir, ich muss mich bemerkbar machen. Aber mehr als ein „Samu.“, bekomme ich nicht raus, Janne schlägt mir mit der offenen Hand an den Kopf. Zum Glück sitze ich schon auf der Matratze, sonst wäre ich von der Wucht sicher umgefallen. Ich halte mir die brennende Wange, während mich Janne anschreit. Dazu kommt Samus Gebrüll am Telefon, ich habe nur noch Angst, versuche so gut es geht meinen Bauch zu schützen. Falls dieser Irre nochmals zuschlagen wird. Was er Gott sei Dank nicht tut, er verlässt den Raum.

Ich versuche meine viel zu schnelle Atmung unter Kontrolle zu bringen, was mir nicht gelingen will. Was soll ich nur tun, ich merke wie sich mein Bauch öfters zusammenkrampft und ganz hart wird. Um Krümelchen zu beschützen muss ich mich beruhigen. Ich schliesse meine Augen, versuche an Samu zu denken, wie er seine Arme um mich legt. Langsam gelingt es mir ruhiger zu werden und ich stelle mir unsere Flitterwochen vor, wie wir im Wasser und am Strand waren. Ohne es zu merken, übermannt mich die Müdigkeit und ich falle in einen unruhigen Schlaf.

Als sich die Tür geräuschvoll öffnet, werde ich aus meinem Schlaf gerissen. Mühsam setze ich mich auf, Janne macht ein Foto von mir und tippt im Handy herum. Er stellt einen Teller auf den Tisch und eine Wasserflasche, ich merke was ich eigentlich für einen Durst und Hunger habe. Ich setze mich vorsichtig an den Tisch, werde von dem Irren nicht aus den Augen gelassen. Zuerst beisse ich zaghaft in das Brötchen, dann schlinge ich es regelrecht runter. Die Wasserflasche leere ich in einem Zug, was meinem schmerzenden Kopf gut tut. Als ich fertig bin, zieht Janne mich hinter sich her und aus dem Raum, ich bekomme Panik. Aber zum Glück führt er mich nur in das Bad „Du hast 1 Minute mehr nicht, dann komme ich rein.“

So schnell es mir möglich ist, gehe ich auf die Toilette und spritze mir danach ein wenig Wasser ins Gesicht. Da geht die Tür bereits wieder auf und Janne führt mich zurück in den Raum „Ich wünsche dir eine Gute Nacht und das um Hilfe rufen kannst du dir sparen, es hört dich hier niemand.“

Mit diesen Worten schliesst er die Tür hinter mir, ich lasse mich auf die Matratze nieder. Ich muss wohl die ganze Zeit unter Schock gestanden haben, erst jetzt laufen die Tränen unaufhörlich. Mir tut alles weh, ich weiss nicht wie ich liegen soll. Keine Ahnung wie lange ich Schluchzend vor mich hin weine, habe das Gefühl für die Zeit verloren. Irgendwann gewinnt die Müdigkeit die Oberhand und ich schlafe ein.

You're an angel not asking who I'amWo Geschichten leben. Entdecke jetzt