Die restliche Zeit verlief ziemlich lustig. Justin hatte irgendwo in der hintersten Ecke des Schrankes einen üblen Horrorfilm gefunden. Und wenn ich übel sage, dann meine ich auch übel! Ich hatte ehrlich keine Ahnung, was der bei uns zu suchen hatte. Diesen sahen wir uns dann an. Mir kam schon während der ersten zehn Minuten der Mix aus Süßigkeiten und Knabberzeug der letzten zwei Stunden wieder hoch. Metaphorisch gesehen natürlich. Ab da versteckte ich mich in Justins Brust, blickte aber immer wieder zum Bildschirm hoch und schreckte dann kreischend zusammen. Für ihn war das alles sehr lustig. Für mich eher weniger. Nach ungefähr einer Stunde wurde mir dann klar, dass jegliches Aufblicken sinnlos war. Der Film wurde nicht besser. Also verbrachte ich den Rest versteckt in Justins T-Shirt. Was nicht schlimm war. Im Gegenteil. Ich fand es ziemlich beruhigend und andererseits war es auch sehr schön, mich einem Jungen so nah zu fühlen. Ich hätte Ewigkeiten so daliegen können. Doch irgendwann endete der Film auch und es wurde langsam spät, weswegen wir auf mein Zimmer gingen um mir Klamotten für die Disko aussuchten.
„Ich find das da schön.“ Justin deutete auf das Kleid, welches ich letztens getragen hatte.
„Ich aber nicht.“ sagte ich, griff danach und schmiss das Ding irgendwo in die Ecke.
„Wieso nicht?“ Er sah mich fragend an.
Ich zuckte bloß mit den Schultern und suchte weiter, bis mir was vor die Nase gehalten wurde. Stirnrunzelnd betrachtete ich den weiß-schimmernden Zweiteiler. Sah ja eigentlich nicht schlecht aus. Es lag ja nicht umsonst in meinem Schrank. Also nahm ich die Sachen und zog mich im Badezimmer an. Dort schminkte ich mich noch, sodass das Endresultat leichte Smokey Eyes und roter Lippenstift war. Ich warf einen letzten Blick in den Spiegel, ehe ich zurück in mein Zimmer zu Justin ging. Erst jetzt fiel mir auf, dass er relativ passend angezogen war. Er trug eine schwarze Jeans, ein weißes Tanktop und dazu eine schwarze Lederjacke.
„Sag mal, wusstest du, dass wir in die Disko gehen?“ Ich hob die Augenbrauen.
Ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. „Ich hatte es gehofft.“
Ich schüttete den Kopf und lachte kurz. „Gehen wir.“
Justin war mit seinem Auto gekommen, also dürfte es nicht lange dauern, bis wir ankamen. Das dachte ich zumindest. Wir fuhren eine gefühlte Ewigkeit. Ich machte mir schon Sorgen, wo wir landen würden, aber als wir letztendlich vor einem noblen Laden anhielten und Justin noch sagte „Der Schuppen gehört nem Freund von mir.“, verschwand die Sorge. Wir kamen umsonst rein und saßen uns erst einmal in eine etwas ruhigere Ecke.
Der Laden war extrem überfüllt. Er war sehr groß, super beleuchtet, der DJ war großartig und die Leute hatten Spaß. Ich wand mich an Justin und hob eine Augenbraue. „Schuppen, ja?“
Er lachte. „Für meine Verhältnisse schon.“
Ich sah ihn irritiert an doch er lachte noch einmal. „Spaß.“
Wir bestellten uns an der Bar etwas zu trinken. Justin irgendeinen Alkmix und ich eine Wodka-Cola. Justin sah mich amüsiert an. „Was ist?“ fragte ich. „So kann man nicht betrunken werden.“ sagte er. „Das hatte ich heute auch nicht vor.“ schnappte ich. Justin hob seine Augenbrauen und grinste mich an. „Nüchtern und Disko passt nicht zusammen, Süße.“ Mein Auge zuckte schon vor Wut. Als wir unsere Getränke bekamen sagte ich „Fein.“, nahm sein Glas statt meins und schüttete alles hinunter. Ich knallte es zurück auf den Tresen und sah Justin mit einem Blick a la Ha! an. Doch im gleichen Moment verzog ich das Gesicht auf Grund des Nachgeschmacks. „Bääää!“
Justin lag beinahe auf dem Boden vor Lachen. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte ihn wütend an.
„Wohl zu stark für unser Püppchen, hm?“ grinste er.
Ich drehte mich zum Barkeeper, der uns neugierig musterte. Ausnahmsweise ignorierte ich das. „Ich hätte gerne das Stärkste was sie haben.“
Dieser weitete die Augen, ging dann aber weg und kam nach nicht zu langer Zeit wieder. Ich bekam ein großes Glas mit einer bunten Flüssigkeit. Mit einem Seitenblick zu Justin nahm ich das Glas in die Hand, nippte an dem Getränk und trank dann alles mit großen Schlucken aus. Mich überkam schlagartig eine Übelkeit. Mein Körper wurde warm und begann merkwürdig zu zittern. Ich schüttelte schnell den Kopf und sah Justin an. „Du bist dran.“
Nachdem wir drei weitere Gläser geleert hatten, fühlte ich mich wie auf Wolken. Ich nahm nicht viel von meiner Umgebung wahr, außer, dass Justin neben mir saß und mich mit einem Blick musterte, der mich hier und jetzt ausziehen wollte. Merkwürdigerweise hatte ich nichts dagegen. Was wäre, wenn-
„Komm, gehen wir tanzen!“ Justin griff nach meinem Handgelenk und zog mich auf die Tanzfläche.
Die Musik dröhnte mir jetzt noch viel mehr in den Ohren. Ich spürte Justins Hände an meinen Hüften und sein Gesicht nahe an meinem. Ich sah ihm in die Augen und verlor mich beinahe in diesem Haselnussbraun. Ich lehnte mich näher an ihn ran und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Du bist so bequem.“ flüsterte ich. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob er es verstanden hatte. Seiner Reaktion nach zu urteilen, hatte er es doch. Er schob mich von sich weg und hielt mich auf Armeslänge von sich. Seine Augen studierten mein Gesicht. Sie fingen bei meinen Augen an und fuhren immer weiter runter bis zu meinem Mund. Er leckte sich über die Lippen und blickte mir wieder in die Augen. Meine Wangen wurden wärmer, meine Hände begannen zu schwitzen. Ich war bereit, ihn zu küssen. Warum tat er es verdammt nochmal nicht? Ich ging einen Schritt auf ihn zu. Justin sah wieder zu meinen Augen. „Ich würde dich so gerne küssen.“ sagte er mit einem erotischen Unterton. Er beugte sich vor, doch kurz bevor unsere Lippen sich berühren konnten, kotzte ich ihm auf die Schuhe.
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This love will be the death of me
Fanfiction--- „Er hat meine Freundin umgebracht! Glaubst du ernsthaft, ich lasse das so auf mir sitzen? Er wird dafür bezahlen.“ --- Justin Bieber kocht nur so vor Zorn. Was seine Rache ist, hat er schon genau vor Augen. ~ A Jelena Love Story