*Samu*
Wie schnell so ein Jahr vergehen kann, Leevi ist schon ein Jahr alt. Ich bin froh, dass ich seine Entwicklung miterleben durfte. Und jetzt machen wir Pläne für die kommende Tour, wo Karina und unser Sohn uns begleiten werden, was mich mehr als freut. Bis Ende August müssen die Jungs und ich aber Vollgas geben, Anfang September wollen wir das neue Album veröffentlich. Ich finde es sehr gelungen, die Musik ist mit uns gereift und es macht einfach Freude die neuen Songs zu singen. Leider bekomme ich in den nächsten Wochen Leevi kaum zu Gesicht. Wenn ich gehe schläft er und meistens auch wenn ich nach Hause komme. Zweimal hat Karina uns mit unserem Kleinen im Studio besucht, aber das ist nicht das gleiche.
Ich bin sehr froh, als wir das Album endlich fertig haben. Jetzt habe ich für zwei Wochen wieder mehr Zeit, dann beginnen die Proben für die Tour. Karina und ich stehen gerade in der Küche, Leevi wird immer schneller und sicherer mit laufen. Bald müssen wir ihm hinterher rennen, da fällt mir ein, wo ist denn der Kleine, er war doch eben noch mit den Kochtöpfen am spielen. Gemeinsam machen Karina und ich uns auf die Suche nach unserem Sohnemann. Im Wohnzimmer werden wir fündig, ehrlich gesagt weiss ich gerade nicht, ob ich bei diesem Anblick weinen oder lachen soll. Leevi fühlt gerade meine Gitarre mit Erde von der Pflanze, welche in der Ecke steht. Ich entscheid mich für letzteres, Karina neben mir hat auch ein Lächeln auf den Lippen.
Während Karina sich meiner Gitarre widmet, nehme ich meinen Sohn hoch. Zuerst muss ich ihn anders anziehen und waschen, er sieht aus, als hätte er sich im Dreck gewälzt. Kurzerhand stecke ich ihn in die Badewanne, so ernst wie möglich sage ich zu ihm „Das was du getan hast ist nicht gut Leevi, man füllt keinen Dreck in das Loch der Gitarre, dafür ist der Sandkasten draussen, wo du buddeln kannst.“
Er sieht mich mit seinen blauen Augen unschuldig an, bei diesem Anblick kann ich einfach nicht sauer sein. Ich gebe ihm einen Kuss auf die Stirn, was ihn strahlen lässt. Wieder sauber trockne ich Leevi ab und ziehe ihm frische Sachen an. Als wir wieder ins Wohnzimmer kommen, sind alle Spuren beseitigt. Karina kommt mir entgegen „Ich habe alle Gitarren ins Musikzimmer getan und abgeschlossen. Dort kann er nur mit unserer Begleitung rein, ich denke das ist besser so.“
Ich danke meinem Engel und wir gehen in die Küche, um das Abendessen zuzubereiten. Es gibt Spaghetti mit Tomatensauce, unser kleiner sieht danach aus und man fragt sich, ob überhaupt etwas in seinen Mund gekommen ist. Die nächsten Tage verbringen wir in Ruhe, insofern sie uns unser Sohn lässt. Er hat so viel Energie, das finde ich toll, ist aber auch sehr anstrengend. Immer wieder hat er neue tolle Ideen, die uns Eltern aber nicht so ganz gefallen. Zum Beispiel eine Rolle Klopappier in die Toilette stopfen, unsere Schuhe verstecken, mit einem heruntergefallenen Stift den Schrank anmalen. Kaum lässt man ihn für eine Sekunde aus den Augen, ist er weg und stellt meistens irgendetwas an.
Jetzt sitze ich mit meinem Sohn im Musikzimmer, ich zupfe an meiner Gitarre, während er mir fleissig mithilft. Karina steht mit der Fotokamera ihm Türrahmen und macht Bilder von uns. Sie lächelt uns glücklich an, legt die Kamera auf die Seite und setzt sich ans Klavier, um uns Männer musikalisch zu begleiten. Sicher eine Stunde lang musizieren wir, dann wird es Zeit zum Essen.
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You're an angel not asking who I'am
FanfictionSamu erblickt wundervolle grünbraune Augen, wird es das Schicksal gut mit ihm meinen und sie wieder sehen...