"Harry.", flüsterte Jess und kniff mir in die Wange. "Harry wach auf."
"Was ist?", böse riss ich meine Augen auf und blickte ins überraschte Gesicht meiner Freundin, die auf meinem Bauch lag und ihre Finger gerade in meine Nase stecken wollte.
"Du bist wach, gut.", sie grinste und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
"Ja seit ungefähr 20 Minuten, als du dich entschieden hast- dich alle zwei Sekunden zu bewegen.", genervt sah ich sie an. Sie grinste nur frech und ihre Augen leuchteten vor Freude. "Also was ist?", ich legte meine Arm um sie und sah sie fragend an.
"Ach nichts, ich will heute nur irgendwas machen, weil ich unbedingt die Stadt sehen will und ja, ich hätte Lust auf eine kleine Tour und nicht nur auf 'den-ganzen-Tag-in-der-Halle-sitzen'. Stockholm ist sicher toll und ich will es mir ansehen, also?", sie sprach so schnell und aufgeregt, das mein, noch müdes Gehirn, einige Sekunden brauchte, um zu verstehen was sie wollte.
"Jaja.", brummte ich. "Machen wir alles.", langsam schloss ich meine Augen, deren Lider noch immer schwer waren.
"Harryyyyyyyyy.", jemand rüttelte an meiner Schulter und riss mich aus meinem Schlaf, der für mich eindeutig zu kurz gewesen war.
"Ja?", langsam öffnete ich meine Augen und blickte erneut ins Gesicht von Jess, die jetzt nicht mehr so erfreut aussah.
"Können wir jetzt in die Stadt gehen?", sie riss mir die Decke weg. "Du hast lange genug geschlafen!!"
Müde rieb ich mir meine noch immer verschlafenen Augen und stieg aus dem Bett. Als ich auf die Uhr sah, war es gerade erst halb acht. Niall, der im Bett ober mir schlief lag noch gemütlich in seine Bettdecke eingewickelt und schnaufte laut.
Jess hatte Frühstück gemacht und alles auf den kleinen Tisch in der Küche gestellt, an den ich mich setzte. Stolz zeigte sie mir das selbstgemachte Rührei und den angebratenen Speck.
"Lass es dir schmecken.", sie grinste und strich sich Butter auf ihr Brot.
Mit gesenktem Kopf sah ich auf mein Teller, der Schlaf stand mir noch wie ins Gesicht geschrieben und am liebsten hätte ich mich zurück ins Bett gelegt. Es war anstrengend, spät in der Nacht in den Bus zu kommen, die ganze Nacht zu fahren und dann früh morgens aufgeweckt zu werden.
"Eigentlich hab' ich keinen Hunger.", gab ich zu und trank einen Schluck von dem Tee, den sie mir hergerichtet hatte.
"Dein Ernst?", genervt sah sie mich von der anderen Seite des Tisches an und legte das Stück Speck, das sie gerade noch im Mund gehabt hatte, auf den Teller vor ihr. "Ich hab' mir so Mühe gegeben.", sie sah mich böse an.
"Ja ich weiß, aber ich habe keinen Hunger.", ich stand auf und stellte meinen unbenutzten Teller in die Spüle. Müde lehnte ich meinen Körper gegen die Küchenzeile und starrte meine Freundin an, die mich noch immer überrascht und wütend anschaute.
"Du bist ein Idiot.", sie stand auf und ging zurück zu den Betten. Ich hasste Streit und es gab nichts schlimmeres als eine genervte und wütende Jess, und das schon in aller Früh.
"Niall.", Jess stand an Nialls Bett und rüttelte ihn an seiner Schulter.
"Lass ihn doch schlafen, reicht es nicht schon, wenn du mich aufgeweckt hast?", ich stand beim Durchgang zwischen Lounge und Schlafzimmer und verschränkte die Arme.
"Kannst du nicht deine Klappe halten?", fauchte sie mich an und widmete sich wieder Niall, der jetzt wach war. "Ich hab' ein tolles Frühstück gemacht und Harry will es nicht essen, falls du etwas willst, nimm' es dir einfach, ich gehe jetzt in die Stadt."
Niall nickte glücklich, drehte sich wieder um und schlief weiter. Wie gerne hätte ich es ihm gleich getan und mich wieder auf meine weiche Matratze gelegt.
"Jess das war nicht so gemeint.", ich sah sie schuldbewusst an, bekam aber nur die kalte Schulter zugedreht. "Ach vergiss es.", böse ging ich an ihr vorbei und legte mich wieder in mein Bett, es war mir egal wie wütend sie jetzt auf mich war, ich war tot müde und alles was ich wollte war ein bisschen mehr Schlaf!
"Das ist nicht dein Ernst.", quiekte sie und riss den Vorhang vor meinen Bett auf. "Ich dachte..ach vergiss es, vergiss es einfach!", dann riss sie ihn wieder zu und ich hörte nur ihre Schritte die vom Bett weg gingen, dann hörte ich, wie sie die Bustür aufmachte und danach schloss sie sie mit einem lauten Knall, bei dem die Tür ins Schloss fiel und der ganze Bus mit einem Schlag wach war.
"Na toll.", murmelte Liam aus dem Bett neben mir und riss seinen Vorhang auf. Ich spähte durch einen Schlitz meines Vorhangs und sah wie er in meine Richtung schaute. "Verärgere nie deine Frau am Morgen, vor allem wenn deine Freunde schlafen wollen, du Idiot!"
****
Meine Füße huschten über den warmen Asphalt, die Sonne schien über den Parkplatz der Halle auf der wir geparkt hatten. Niall und Louis spielten neben dem Bus Fußball während Zayn neben den Autos skatete.
"Was machst du?", fragte Niall und schoss mir den Fußball zu.
"Ich suche Jess.", seit dem Morgen hatte ich sie nicht mehr gesehen, beim Mittagessen war sie nicht gewesen und auch jetzt war keine Spur von ihr zu sehen.
"Die ist sicher bei Lou.", meinte Liam, der gerade von seinem Training kam. "Wahrscheinlich musste sie sich erst beruhigen oder ausreden, nach ihrem Zicken-Anfall von heute Morgen."
Auch wenn ich Jess gerne verteidigt hätte, musste ich Liam jedoch mit einem Nicken zustimmen, wo er Recht hatte- hatte er Recht. Jess konnte manchmal eine Oberzicke sein.
"Dann such ich sie mal.", ich setzte meine Sonnenbrille auf und wanderte weiter über den Platz.
Als ich bei Lou's Bus angekommen war, stand die Tür weit offen. Vor dem Wagen standen einige Plastikstühle, auf einem saß Lou mit Lux auf dem Schoß auf dem zweiten saß Jess. Ihre Beine hatte sie übereinander geschlagen, sie trug eine Sonnenbrille, mit der ich sie noch nie gesehen hatte und sie hatte ein Bikinioberteil an.
Ich musterte sie genau, bevor ich mir ebenfalls einen Stuhl schnappte und mich zu ihnen setzte.
"Harreh.", Lux zappelte so lange auf Lous Arm, bis sie mir die kleine in den Arm drückte und ich sie auf meinen Schoß verlagert hatte.
"Soll ich euch alleine lassen?", fragte Lou vorsichtig und stand auf. Lux blieb auf mir sitzen und spielte mit ihren Füßen und meinen Fingern, während mich Jess keines Blickes würdigte.
"Du kannst mich nicht immer anschreien und dann einfach abhauen, so funktioniert das nicht.", ich fing mit einem Bein an zu wippen und Lux quiekte fröhlich.
"Ja.", murmelte Jess. "Und du kannst dich nicht wie der größte Idiot verhalten und dich dann wundern wenn ich dich nicht sehen will."
"Du kannst mich nicht einfach aufwecken, nach einer fast schlaflosen Nacht und erwarten, dass ich mit dir die Stadt anschaue und so etwas. Ich brauche meinen Schlaf.", ich sah sie an und sie mich.
"Und ich brauche dich.", ihre Haut wirkte blass und in ihre Augen verliehen, dem was sie gesagt hatte, noch mehr Ausdruck.
"Ich liebe dich Jess. Ich liebe dich mehr als der Mond die Erde liebt und er liebt sie wirklich so sehr , dass er sie täglich umläuft, bewundert und nicht mehr loslässt."
"Nein, du liebst die, die dich zum lachen bringt, die mit dir die schönsten Städte bereist und die die mit dir kocht. Aber die übergeschnappte, aggressive, beleidigte Ziege, die liebst du nicht."
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Keep calm and do hair (1D/Harry Styles FF)
FanfictionJesminda Young (Jess) wird, nachdem sie das dritte Mal beim Rauchen auf dem Schulgelände ihres Internats, Colver Creek, erwischt worden ist, von der Schule geschmissen. Ohne Schulplatz und ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz, entschließt sich...