Tag 9.1-Brav und andere Fremdwörter
Ich wachte auf mit dem Wissen, dass wir heute schwimmen gehen würden (was ich direkt wieder vergaß). Das war aber nicht das, was mich geweckt hatte. Die Aussicht auf eine Katastrophe weckte mich für gewöhnlich nicht auf, sondern wandelte sich in einen Albtraum um. Geweckt hatte mich das laute Krachen, welches von Frau Wolling herrührte, die gerade lautstark die Tür aufgestoßen hatte. Ob sie geklopft hatte, wusste ich nicht.Und sie hatte etwas zu verkünden...
Was sie uns auch mitteilte. Irgendwie fürchtete ich, sie könnte die Jungs-Mädchen Verteilung der Zimmer auflösen. Irgendwie würde ich das schade finden. Aber das war es nicht, was sie verkünden wollte. Nein, es war viel chaotischer. Unsere Lehrerin erklärte uns tatsächlich, dass die Zimmer noch mal neu gemixt würden. Nach acht Tagen. Seems legit.
Das nervigste an der ganzen Sache war das einpacken. Völlig gestresst rannten zehn Leute durch das komplette Zimmer, drängten sich im Schrank und fielen im Bad übereinander, alle auf der Suche nach ihren Sachen. Aus irgendeinem Grund schien mein Koffer geschrumpft zu sein. Von meiner Tasche will ich gar nicht erst anfangen. Und das verwirrendste war; wir alberten rum.
Wir machten Scherze, wie ganz normale Menschen! Irgendetwas lief hier falsch...
Vielleicht lag es an dem gemeinsamen Prank. Die Lehrer zu pranken machte viel mehr Spaß, als die jeweils anderen zu pranken. Das sollten wir bei Gelegenheit wiederholen...
Ich würde es demnächst thematisieren. Wobei mir auffiel, dass Frau Wolling heute ziemlich enthusiastisch gewirkt hatte. Warum auch immer?
Irgendwann hatten wir es jedenfalls irgendwie geschafft, unsere Sachen alle ein zu packen, und das sogar in dem vorgegebenen Zeitlimit. Fast.
Nahezu pünktlich standen wir mitsamt unserem Gepäck auf dem Gang. Gerade, als auch die Leute aus Zimmer 14 auftauchten, betraten auch die Lehrer den Gang. Herr Schmidt hatte irgendwie sein Gesicht verzerrt...
Als er näher kam, erkannte ich es...
Er lächelte...
Kripi...
Im Näherkommen zog Frau Wolling einen zerknitterten Zettel aus ihrer Hosentasche. Sie räusperte sich. "Also, Zimmer Nummer zwölf..."
Sie räusperte sich erneut. Ich sah, wie Neele genervt die Augen verdrehte, und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen."Annalena, Joana, Felix L, Timm und Moritz." Der Blick; unbezahlbar.
"Zimmer Nummer 13", begann Herr Schmidt und warf einen Blick auf den Zettel. "Julia, Rosemarie, Neele, Tienke, Larissa, Nico-" Larissas Blick zeigte eindeutig, dass sie sich am liebsten aus dem Fenster stürzen würde. "Laurin, Luca, Hauke und Felix M."
Wir griffen uns unsere Gepäckstücke und bewegten uns in Richtung des Zimmers 13, welches mir ja schon vertraut war. Für den Fall, dass die anderen keinen Plan vom Leben hatten, nannte Frau Wolling auch noch ihre Namen.
"Michelle, Femke, Carlotta, Nils, Marek, Mathis, Mena, Ole, Henrike und Jonte."
Auch sie nahmen ihr Gepäck. Unsere Lehrer sahen uns erwartungsvoll an. Wir deuteten die Blicke richtig und gingen in die uns zugewiesenen Zimmer.
Ich sicherte mir das Bett ganz oben Links mit einem spektakulären Wurf mit meinem Kissen. Während ich meinen Koffer unten stehen ließ, folgte ich dem Kissen zusammen mit meiner Tasche nach oben. Ich hing etwa auf der Hälfte der Leiter, als die Tür aufging und jemand unangekündigt ins Zimmer stürzte.
Ja, es war Frau Wolling.
"Sorry!", rief sie. "Wir haben uns mit der Zimmerverteilung versehen! Luca kommt ins andere Zimmer, stattdessen wird Marek in diesem Zimmer sein!"
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Die chaotische Klassenfahrt der 6dusselig
HumorIrgendeine Story, die ich vor zwei Jahrzehnten nach einer Reliarbeit angefangen habe, in die ich den ganzen Müll aus meinem Hirn gekotzt habe. Ziemlich unlogischer Trash, weshalb auf Privat gestellt, aber wer sich mal richtig kaputtlachen will, kann...