|11|~ Ein Notfall

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Mia P.o.V.

Nach dem Essen ging ich zurück in mein Zimmer und setzte mich an den Schreibtisch, um meine Hausaufgaben zu machen.

Kurz nachdem ich fertig war, bekam ich einen Anruf. Ich schaute auf mein Handydisplay und sah, dass Marina mich anrief. Warum das denn? Als ich ran ging hörte ich nur ein Fluchen und war mir nicht sicher warum. Naja, eigentlich hatte ich sowieso keine Ahnung.

"Was ist denn mit dir los?", fragte ich verwirrt.

"Mich hat eben gerade irgend so ein Typ angeschrieben, von wegen 'Hast du Mia's Nummer?' oder 'Weißt du wo Mia wohnt?'. Das ist halt auch nicht mehr normal.", meinte sie daraufhin aufgebracht.

Ich schaute geschockt aus meinem Zimmerfenster, mit dem Wissen, dass sie es nicht sieht. Ich wusste nur nicht so genau was ich sagen sollte. Ich meine, wer sollte denn-.

"Mia? Bist du noch da?", fragte Marina. "Jaja. Ich habe nur gerade überlegt, wer das gewesen sein könnte.", meinte ich nur kurz. "Ah ok. Hast du heute noch was vor?" War das jetzt eine ironische Frage?

"Klar. Willst du vorbei kommen?" "Gerne. Wir müssen ja herausfinden, wer das ist und wen sowas überhaupt interessiert. Ich meine, hallo? Was geht den das an?" Ich fing an leicht zu schmunzeln, da das ziemlich süß von ihr war.

"Gut. Dann bis gleich.", sagte ich noch schnell und wir legten auf. Ich räumte mein Schreibzeug in meine Tasche und stellte diese in eine Ecke des Zimmers. Da meine Mutter vermutlich nach dem Essen wieder arbeiten musste, setzte ich mich ins Wohnzimmer um auf Marina zu warten und auf keinen Fall die Klingel zu überhören.

Kurze Zeit später hörte ich einen Schlüssel in der Tür und ich könnte schwören, dass das mein Vater ist. Dieser 'Verdacht' bestätigte sich, als ich kurz zur Tür schaute, nachdem die Tür geöffnet wurde.

"Hey Dad.", rief ich ihm zur Begrüßung kurz zu. "Hey Schatz. Wie geht's dir?" "Mir geht's gut. Hör mal, Marina kommt gleich vorbei. Es wäre nett, wenn du uns nicht störst. Du weißt schon, Mädchengespräche halt.", meinte ich nur und lächelte etwas zum Schluss, da es nicht beleidigend rüberkommen sollte, aber er uns trotzdem nicht zuhören sollte.

Schließlich habe ich nicht ganz die Wahrheit gesagt, in punkto wegziehen. Das wird mir wohl noch öfter begegnen. Naja. Wann sind meine Eltern denn mal zu Hause. Hat man wohl davon, wenn die Eltern viel Geld verdienen.

Viel Geld = Viel Arbeiten

Zumindest ist das 'sehr oft' bis 'meistens' der Fall. Also bei mir. Ich weiß ja nicht wie das bei Anderen ist. Also Logik besitze ich auf jeden Fall.

Warum machst du dir da eigentlich so viele sinnlose Gedanken drüber?

Ach was. Dich gibt es also immernoch.

Ja klar gibt es mich noch. Mach dir da mal keine Hoffnungen.

Wie kommst du denn darauf? Woran sollte ich denn gedacht haben?

Ach was weiß ich. Und übrigens, bevor du es vergisst: Ich bin du, also du bist ich. Ich bin einfach nur deine innere Stimme.

Jaja gut. Jetzt bring mich nicht durcheinander.

Kurz darauf klingelte es an der Tür und ich stand auf, um diese zu öffnen. Wie erwartet, stand Marina vor meiner Tür.

"Na du.", sagte ich knapp. "Na.", antwortete sie.

Wir gingen in mein Zimmer und sie setzte sich direkt auf mein Bett. Ich schmunzelte leicht und setzte mich auf die andere Seite des Bettes. Nach kurzer Zeit legte sie sich in mein Bett und machte es sich gemütlich. Ich gesellte mich zu ihr und wir lagen dort ersteinmal ein paar Minuten und entspannten.

"So. Hast du eine Idee, wer das gewesen sein könnte?", meinte Marina plötzlich. "Nein, ich wüsste jetzt- Halt stopp. Ich habe da so eine Idee."

Marina setzt sich auf und schaut mich verwirrt an. "Warte, was? Wer zur Hölle würde denn nach so privaten Sachen fragen, wenn er dich kennt?" "Schonmal was von Kontaktabbruch gehört?", meinte ich nur worauf sie verständnisvoll nickte. "Okay. Da hast du wohl Recht.", antwortete sie gedankenverloren.

Was war denn jetzt los? "Ist irgendwas? Du wirkst so in Gedanken.", sagte ich ruhig um nicht assozial zu klingen. "Mh? Nein, nein. Alles gut. Was soll sein?" Sie versuchte es mit einem Lächeln in den Hintergrund zu schieben, aber ich bin doch nicht blöd.

"Was ist los? Du kannst mich nicht anlügen", sagte ich daraufhin entschlossen und grinste am Ende noch leicht. Sie sollte schließlich nicht denken, dass ich sie verurteile oder ähnliches. "Das sage ich dir ein anderes Mal. Jetzt müssen wir ersteinmal herausfinden wer so private Sachen von dir wissen will und das wohlgemerkt über mich fragt. Nicht über beispielsweise Melodie oder so. Nein, über mich. Und das verstehe ich nicht.", meinte sie fragend, worauf ich nickte.

Ich konnte es schließlich selbst nicht verstehen. Ich übelegte wer es gewesen sein könnte, allerdings viel mir nichts mehr ein. David kann es doch nicht gewesen sein, da er meine Nummer ja hat. Ich konnte mein Nummer leider noch nicht ändern, weshalb er sie blöderweise immernoch hat. Hoffentlich ändert sich das bald.

"Mia?", kam es plötzlich von Marina."Mh? Was ist?" "Dein Handy klingelt.", meinte sie knapp und musst schmunzeln. "Oh. Danke. War gerade in Gedanken. Sorry.", meinte ich nur kurz und nahm, ohne zu schauen wer es war, ab.

"Hallo?"

"Mia? Hör zu. Ich muss dringend mit dir reden."

"Lu?"

"Ja. Hör zu. Ich bin mit dem Zug gerade auf dem Weg zu dir. Bist du zu Hause?"

"J-Ja. Worum geht es denn?"

"Sag ich dir dann."

Das war das letzte was sie sagte. Danach legte sie auf und Marina schaute mich mit einem verwirrten Blick an. "Das war meine Cousine. Sie meinte, dass sie mit mir reden muss und gerade auf dem Weg zu mir ist."

"Sollte ich lieber gehen, damit ihr in Ruhe reden könnt? Ich mein, es ist ja scheinbar sehr wichtig. Sonst würde sie vermutlich nicht sofort mit dem Zug auf dem Weg zu dir sein. Und das wohlgemerkt ohne es vorher anzukündigen. Schließlich ließ deine Reaktion darauf auch nichts Gutes vermuten."

"Das ist jetzt blöd. Schließlich haben wir uns getroffen um etwas gemeinsam zu machen. Auch wenn vorerst nur geplant war, dass wir herausfinden wer dieser kranke Typ war. Es wäre aber noch blöder gewesen, wenn wir danach trotzdem nichts mehr miteinander gemacht hätten, weil-"

"Hey, mach mal halblang. Du redest ohne Punkt und Komma.", sagte sie und musste lachen. "Es ist kein Problem. Familie geht vor und es schien wirklich, wirklich wichtig zu sein." Während sie das sagte, schaute sie mich mit einem ehrlichen Blick an.

Noch bevor ich antworten konnte, klingelte es an der Tür.

A little different (*pausiert*)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt