Kapitel 22

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Skye

Ein einhalb Wochen waren bereits vergangen seitdem ich aus diesem Krankenhaus raus war und mittlerweile Zuhause mich erholte und zur Schule ging. Es hatte sich bereits rumgesprochen, dass ich im Krankenhaus lag und dadurch Gerüchte entstanden welche null stimmten und ich auch ignorierte. Die Leute schauten mich merkwürdig von oben bis unten an und tuschelten wenn ich an ihnen vorbei lief.

Mein Bruder hatte sich mit der Zeit nun auch beruhigt und verstand mich etwas, ließ mich dann auch somit in ruhe womit ich nicht immer ein Problem hatte. Mit meinen Eltern musste ich reden und sie fanden es besser wenn ich wegen dem Geschehen zu einer Therapeutin gehen würde. Ich hatte eingewilligt denn im Krankenhaus redete ich bereits mit einer und erzählte ihr Stückchenweise was geschah und wie es mir die Tage, Monate danach ging. Es fühlte sich gut an mit jemanden darüber zu reden, der schweigen musste und einen unterstützte.

Im Krankenhaus lernten Milo und ich uns besser kennen, lachten viel zusammen und erzählten uns einiges, aber auch nun nichts was mir Sorgen oder Probleme bereitete. Ich schätzte seine besorgliche und vor allem rücksichtsvolle Art, die er mir jeden Tag zu sehen gab. Milo blieb die ganze Zeit, die ganzen Tage mit mir dort und gab acht auf mich so wie es mein Bruder sich gewünscht hatte. 

Ich stand also gerade draußen an unserem Auto und rauchte gemütlich eine, bevor ich dann in das große und befüllte Gebäude trat. Rafael war bereits drinnen und musste warum auch immer zum Direktor. Auf dem Hof waren noch einigermaßen andere Leute neben mir und erbrachten ihre Taten.

Erst jetzt viel mir auf wie wenig Milo in der letzten Woche in der Schule war, man hörte kein bisschen von ihm seit meiner Entlassung. Klar ging es mich ja nichts an, aber ein wenig Sorgen machte ich mir schon, denn er war nicht in der Schule zu sehen, er rief oder schrieb nicht einmal und wenn ich ihn anrief ertönte sofort die Mailbox. Der Junge war mir schon sympathisch und dennoch hatte er das Talent alles zu verheimlichen. Auch im Krankenhaus verhielt er sich ab und zu komisch, ich sprach ihn nicht darauf an, aber skeptisch war ich schon.

Mein Kopf der voller Gedanken war und mein Blick war auf den Beton gerichtet - auf meine Hand mit der Zigarette. Ich dachte weiter darüber nach, was geschehen wäre, wenn ich nicht seinen Namen beim Notarzt gemurmelt hätte. Wäre er mich dann trotzdem besuchen gekommen und da geblieben? Oder wäre es ihm egal gewesen und er hätte sich nicht um mich gekümmert?

"Hey, Skye.", raunte mir diese bekannte Stimme von hinten in mein Ohr und kurz darauf spürte ich seinen harten Körper an meinem Rücken.

Seine Stimme holte mich aus meinen Gedanken, seine starken Arme spürte ich, um meinem Bauch und sein heißer Atem prallte gegen meine Halsbeuge. Eine Gänsehaut überkam mich und ich schmiss meine Kippe auf den Boden, drückte diese dann noch mit meinem Fuß aus und lehnte meinen Kopf an seiner linken Schulter an. Milo blickte von oben auf mich und ein rebellisches Grinsen legte sich auf seinen Lippen nieder.

Eigentlich sollte ich ihn dafür hassen, dass er sich weder meldete noch blicken ließ und er mir dadurch Sorgen bereitete. Es war so plötzlich, dass er nicht mehr auftauchte und vor allem kurios, aber jetzt war ich froh ihn bei mir zu haben. Milo hatte sich ein wenig in mein Herz geschlichen und breitete sich dort aus, er kämpfte und trotz Schmerzen ordnete er sich ein.

Ich löste mich von ihm, ging mit einem stolzen Grinsen an ihm vorbei und wartete darauf, dass er dann auch endlich mal kam und wir zusammen rein liefen. Seit der einen Woche die ich weg war und Milo ebenso herrschten starke Gerüchte über uns beide, wo man sich echt darüber totlachen konnte. Viele der Mädchen dachten wir hätten etwas miteinander am laufen, aber ich konnte sie beruhigen zwischen uns war nichts. Klar war es auffällig wenn wir beide zur gleichen Zeit verschwanden und und eine Woche lang uns nicht blicken ließen, aber dadurch Sachen - die nicht einmal stimmten - zu verbreiten, war absurd.

Ain't nobody takin my babyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt