|24|~ Der schwarze Van

102 6 1
                                    

Jack P.o.V.

Sobald Mia mit dieser Clarissa oben verschwand, setzte ich mich auf die Couch und holte mein Handy raus. Adam hatte mir geschrieben. Warum das denn?

[Hast du Bock vorbeizukommen? Mir ist langweilig.]

[Achso, die Wette steht noch nh' ;)]

Also doppel nein. Ich hatte kein Bock zu ihm zu gehen und ich konnte sowieso nicht. Ich war schließlich bei Mia, auch wenn sie gerade beschäftigt war. Es ändert trotzdem nichts an der Tatsache, dass ich bei ihr war.

Das hat sich jetzt zwar irgendwie so angehört, als wäre ich ihr Freund, was natürlich nicht so ist, aber es hat sich trotzdem so angehört.

Ist ja auch egal. Warum mache ich mir da überhaupt Gedanken drüber?

Weil du sie magst.

Also bitte. Dich hat keiner vermisst.

Immer wieder gerne.

Das ist irgendwie verstörend. Warum rede ich mit meiner inneren Stimme? Das ist leicht creepy, aber gut. Ich sag ja nichts. Schließlich ist das meine innere Stimme.

[Sorry, bin nicht zu Hause. Und die Wette ist nicht mehr lange. Natürlich werde ich gewinnen. Keine Frage. ;)]

Mit dieser Nachricht packte ich mein Handy weg und legte mich auf die Couch. Mia wird wahrscheinlich länger brauchen und wie der Fernseher anging, wusste ich nicht, also schloss ich die Augen und war kurze Zeit später auch schon eingeschlafen.

Ich lief die Straße zu unserer Wohnung entlang und schoss dabei die kleinen Steinchen die mir im Weg lagen einfach weg. Wenn das im echten Leben bloß auch so enfach wäre..

An der Wohnung angekommen, holte ich meinen Schlüssel aus der Hosentasche und öffnete die Tür. Als ich diese anschließend öffnete, war es sehr still im Haus. Zu still.

Sonst diskutierten meine Eltern immer oder der Fernseher lief, doch es kam kein Ton. Was ist passiert?

Ich rief durch das ganze Haus, doch es kam keine Antwort. Ich wurde langsam panisch und schaute raus. Das Auto meines Vater stand nicht mehr in der Einfahrt, doch das Auto meiner Mutter schon. Waren sie zusammen weggefahren? Wenn ja, wohin?

Ich rannte förmlich in das Zimmer meiner Eltern, und stieß die Tür hastig auf. Ich sah einen schwarz gekleideten, maskierten Mann, der gerade aus dem Fenster sprang. Es war nicht sonderlich hoch, also konnte auch nichts passieren.

Ich rannte zum Fenster und versuchte ihn noch aufzuhalten oder wenigstens erkennen, doch ich sah nur noch einen schwarzen Van wegfahren. Mist!

Ich drehte mich um und sah meine Mutter auf dem Bett liegen. Ihre Augen waren geschlossen, doch ich bezweifelte, dass sie schlief. Mir lief eine Träne über die Wange und ich ging langsam zu ihr ans Bett.

Das kann nicht sein. Nein. Das darf nicht sein!

Ich kniete mich neben das Bett und griff nach ihrer Hand. Die Tränen liefen unaufhörlich über meine Wangen und landeten auf dem Arm meiner Mutter. Ich drückte ihre Hand immer fester und flüsterte mir immer und immer wieder zu, dass es ein Traum ist. Einfach ein blöder Traum...

Ich schreckte hoch und fand mich tränenüberströmt auf einem fremden Sofa wieder. Shit. Ich war noch bei Mia. Ich fuhr mir schnell übers Gesicht und wischte die Tränen weg. Niemand durfte mich so sehen.

Ich ging in die Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen. Als ich es leer getrunken habe, ging ich ins Bad, um zu gucken, ob man sehen konnte, dass ich geheult habe. Das wäre ja peinlich.

Ich fuhr mir mit kaltem Wasser durchs Gesicht und troknete es anschließend ab. Jetzt erkennt man gar nichts mehr.

Ich ging wieder aufs Sofa und überlegte, ob ich den Fernseher anmachen sollte. Ich würde sagen, nein. Schließlich habe ich nicht plötzlich gelernt, wie der Fernseher angeht.

Ich entschloss mich also hoch zu gehen und Mia zu fragen. Ob Clarissa noch da war, wusste ich nicht. Moment, wie lange habe ich eigentlich geschlafen?

Ich holte mein Handy aus meiner Hosentasche und schaute nach. Hm. Eine halbe Stunde. Jetzt ist nur die Frage, ob Clarissa noch da ist. Egal. Ich frag einfach.

Ich ging die Treppe also wieder hoch und machte mir nicht die Mühe zu klopfen. Ich riss also die Tür auf und steckte meinen Kopf in das Zimmer.

"Mia, wie funktio- Oh. Sorry." Mia zuckt zusammen und fasste sich ans Herz. Ups.

Beide standen sehr nah an der Tür, weshalb ich davon ausging, dass sie gerade runter gehen wollten.

Ich schaute zu Clarissa, die mich mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Irgendwie kam sie mir bekannt vor. Wieso kam sie mir so bekannt vor? Ich kannte keine Clarissa.

"Ich wollte euch ungern stören, aber so wie das aussieht, wolltet ihr eh gerade runter.", meinte ich also und konnte meinen Blick erst relativ spät von Clarissa lösen, um zu Mia zu schauen, die nur emotionslos nickte. Was ist denn jetzt los?

Mia drückte sich an mir vorbei und ging die Treppen runter. War es jetzt wirklich so schlimm, dass ich reingekommen bin? Oder ist sie eifersüchtig, weil ich Clarissa so lange angeguckt habe? Innerlich schmunzelte ich etwas darüber, weil das irgendwie süß war.

Clarissa starrte weiter und ich musterte sie. Wieso kam sie mir so bekannt vor?. "Kennt man sich?", fragte ich also in die Runde und sie fasste sich ein wenig.

"N-nein. Ich wüsste nicht woher.", stotterte sie. Okay. Sie ist einfach verwundert das ausgerechnet ich hier bin und von mir gehört haben, muss sie ja wohl. Woher kannte ich sie dann?

"Hast du eine Schwester?" Das war die einzige Erklärung, jetzt muss die Schwester, falls vorhanden, nur noch älter sein. "J-ja. Warum?", fragte sie irritiert. Verständlich.

"Du kommst mir irgendwie bekannt vor, aber ich wüsste nicht weswegen, deswegen habe ich mich gefragt, ob du vielleicht eine ältere Schwester hast, der du vielleicht ähnlich siehst."

"Ja. Ich habe eine ältere Schwester, die ist aber nicht mehr auf unserer Schule. Sie studiert schon." Clarissa war immernoch verwirrt.

"Wenn sie Vanessa heißt, kann ich behaupten, dass du mir deswegen bekannt vorkommst." Sie nickte und ich stieß mich vom Türrahmen ab, an dem ich gelehnt habe.

"Ich hole noch meine Sachen, dann gehe ich.", meinte sie schnell und drehte sich um. Ich murmelte ein kurzes 'Ok' und ging schonmal runter.

Da ich niemanden im Wohnzimmer sah, beschloss ich in der Küche nachzugucken. Dort angekommen, lehnte ich mich an den Türrahmen und musterte Mia, wie sie überrascht aus dem Fenster schaute und sehr angespannt wirkte, vorallem weil sie die Luft anhielt.

"Was ist denn mit dir?", fragte ich, als sie die Luft ausstieß. Sie fuhr erschrocken zusammen und drehte sich hastig um. Ein Wunder, dass sie das Glas nicht umgeworfen hat.

"Willst du mir das nächste Mal vielleicht mehr als einen Herzinfarkt bescheren?!", rief sie aufgebracht und ich musste grinsen. "Gerne." Natürlich war mir bewusst, dass es nicht so gemeint war, aber ich musste doch meinem Ruf gerecht werden.

"Lass das blöde Grinsen. Sag mir lieber wo Clarissa ist.", meinte sie etwas zickig und schaute mir in die Augen. Da ich ihr schon länger in die Augen schaute, trafen sich unsere Blicke und sie hätte sich scheinbar fast in meinen Augen. 

"Clarissa holt noch ihre restlichen Sachen und geht dann.", antwortete ich. "Was hast du gesehen?" Diese Frage beschäftigte mich jetzt schon etwas länger. 


"I-ich ha-habe g-gar ni-nichts ge-gesehen.", stotterte sie und ich schüttelte innerlich den Kopf. "Äh ja. Deswegen stotterst du. Schon klar.", gab ich sarkastisch von mir und sie wurde augenblicklich rot. Ah ja.

Sie drehte sich wieder zum Fenster und riss die Augen auf. Was ist denn jetzt passiert?

A little different (*pausiert*)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt