|31|~ Stress

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Als Melanie und Adam wieder kamen, schien es, als wäre nichts gewesen. Wir redeten einfach und unterhielten uns über ziemlich banale Sachen. Sobald wir aber wieder in den Unterricht mussten, verabschiedeten wir uns kurz und machten uns auf den Weg zu unserem Raum.

Melodie und Marina habe ich bisher nicht gesehen. Unterricht hätten wir jetzt sowieso nicht zusammen.

Melanie versuchte auf dem ganzen Weg zum Raum herauszufinden, ob da etwas zwischen Jack und mir lief, doch ich verneinte abermals. Irgendwann gab sie auf, doch das sollte noch nicht das Ende sein. Sie seufzte kurz, doch keine Sekunde später fragte sie dann, ob ich nachher Zeit hätte.

Ich erinnerte mich daran, dass Jack meinte, dass wir uns nach der Schule an seinem Auto trafen. "Sorry, Mel. Ich habe schon was vor." Sie grinste wissend und nickte nur. Wenn sie jetzt nichts Falsches denkt, bin ich Obama.

Ich schüttelte den Kopf und war froh, dass wir endlich am Raum angekommen waren. Ich öffnete die Tür und wir gingen rein. Der Lehrer war noch nicht da.

Jack P.o.V.

Sobald Mia und Melanie außer Reichweite waren, fing Adam an zu lachen. Ich starrte ihn verstört an und schüttelte leicht den Kopf. Was hat der denn schon wieder genommen?

"Wie krass du die verarscht hast. Respekt.", meinte er irgendwann anerkennend und ich schüttelte noch mehr den Kopf. "Du bist echt ein grauenhafter Mensch, Adam. Merk dir das." Mit diesen Worten stand ich auf und ließ einen verwirrten, aber dennoch grinsenden Adam zurück.

Manchmal frage ich mich, ob er ein Gewissen besitzt, geschweige denn überhaupt weiß, was das ist. Adam gibt mir nur wieder und wieder Gründe um behaupten zu können, dass er soetwas nicht besitzt. Armer Adam. Sowas würde ihm bestimmt gut tun. Sehr gut.

Ich denke nicht, dass ich das Gespräch noch mit Adam führen möchte. Ist dann doch nicht so wichtig, denke ich.

Ich ging zum meinem Chemie-Raum und setzte mich auf meinen Platz. Auch wenn der Tag für mich erst angefangen hat, hatte ich keine Lust mehr. Adam kam kurze Zeit später auch in den Raum und setzte sich auf seinen Platz.

Er saß nicht neben mir, da unsere Leherin uns auseinandergesetzt hat. Sie meinte, dass wir 'zu laut' wären. Ich kann es ihr nicht Übel nehmen. Adam ist nunmal nicht leise. Egal bei was.

Mia P.o.V.

Der Unterricht zog sich wie ein Kaugummi und ich war froh, als das Elend endlich ein Ende fand. Ich hatte nicht vergessen, dass ich mich mit Jack an seinem Auto treffen sollte, weswegen ich mich auf den Weg dorthin machte.

Ich war wohl etwas früh dran, denn ich wartete noch etwas. Die Schüler stürmten aus dem Gebäude und ich ignorierte die Blicke, die sie mir zuwarfen. Man, war das unangenehm.

Ich holte mein Handy aus der Hosentasche und öffnete eine zufällige App. Ich klickte mich ein wenig durch, allerdings ohne jegliche Interesse. Ich wollte lediglich den ganzen Blicken ausweichen.

Das ging allerdings nur so lange, bis mir das Handy aus der Hand geschlagen wurde. Ich blickte verwirrt nach oben und entdeckte Holly. Na super. Das hat mir gerade noch gefehlt.

"Was bildest du dir eigentlich ein? Denkst du wirklich Jack hat Interesse an dir? Wie tief muss ein Mensch bloß sinken, um in deiner Situation das zu denken? Bei anderen hätte ich das ja noch verstanden, aber bei dir? Ich weiß wirklich nicht, was du dir da einbildest. Du solltest dir wirklich mal helfen lassen. Außerdem gehört er sowieso mir, also Finger weg!", schrie sie mir aufgebracht entgegen. Es ist unfassbar, was sie sich erlaubt. Wirklich unfassbar.

"Wenn du jetzt endlich mal fertig bist, möchte ich nur sagen, dass er gesagt hat, dass wir uns hier treffen. Alle Typen gehören ja sowieso dir, aber hast du mal darüber nachgedacht, ob du auch ihnen gehörst? So wie es aussieht nämlich nicht." Sie verzog empört das Gesicht, doch ich war noch nicht fertig. Oh nein. Jetzt ging es erst richtig los.

"Weißt du was ich schon immer loswerden wollte? Ich kann es nicht glauben, dass du überhaupt durch die Prüfungen schaffst, wenn deine Schminke eindeutig mehr wiegt, als dein Gehirn es wohl jemals tun wird. Mit dir möchte ich nicht tauschen. Es muss doch grausam sein, so zu sein wie du. Ich denke, dass ich mich nächstes mal an Halloween als Holly Jones verkleide. Das dürfte gruselig genug sein und noch dazu stehst du wieder ein wenig mehr im Mittelpunkt. Es wäre also ein Win-Win-Situation. Kannst du jetzt bitte wieder mein Handy aufheben und gehen? Ich habe keine Lust mit dir zu reden. Du bist mir zu kindisch."

Sie schaute noch empörter, doch erwiderte nichts mehr. Ich streckte meine Hand aus und sie hob widerwillig mein Handy von dem Boden auf und drückte es mir zögernd in die Hand. Ich bedankte mich extra höflich und sie stampfte mit ihren High-Heels einmal auf den Boden.

Sie drehte sich empört um und ging mit Isabell irgendwo anders hin. Wie kindisch sie doch war. Eigentlich würde ich mich fragen, warum sie nicht noch im Kindergarten ist, aber die Frage kann ich mir auch selbst beantworten. Sie würden den kleinen Kindern nur unnötig Angst machen.

Allein der Gedanke daran ließ mich Mitleid fühlen. Die armen Kinder wären schon von klein auf traumatisiert gewesen. Das würde ich ihnen ungern antun.

Erst jetzt bemerkte ich, dass sich Trauben an Schülern gebildet hatten, die Holly und mir wohl eben zugeschaut haben mussten. "Habt ihr nichts Besseres zu tun?", fragte ich also genervt in die Runde und die meisten drehten sich jetzt auch weg. Den anderen warf ich einfach nur auffordernde Blicke zu, bis sie sich ebenfalls umdrehten. Geht doch.

"Okay. Was genau war das gerade?" Ich dehte mich erschrocken um und entdeckte einen sichtlich verwirrten Jack auf der anderen Seite des Autos stehen. Er schloss das Auto auf und ich stieg ein. Er ebenfalls.

"Nichts Besonderes. Holly hat nur einmal mehr gezeigt, dass sie wohl kein Gehrin besitzt.", antwortete ich also monoton auf seine Frage von vorhin und schaute aus dem Fenster. "Äh ja. Das muss ich nicht hinterfragen, denke ich."

Jack startete nur den Wagen und fuhr los.

A little different (*pausiert*)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt