10. Come closer

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Cheryl lag neben Toni in ihrem Himmelbett schon seit Stunden wach. Sie hatte sich mit dem Ellenbogen aufgestützt, ihren Kopf auf ihrer Hand abgelegt und sah das schlafende Mädchen neben ihr an. Es war gerade mal 6 Uhr am Morgen, doch die Rothaarige hatte schlecht geschlafen und wachte immer wieder auf. Sie machte sich einfach zu viele Sorgen um Toni, als dass sie hätte ruhig schlafen können.
Immer wieder spielten sich die Bilder der vergangen Stunden in ihrem Kopf ab. Wie Toni voller Blut und gefesselt auf diesem Stuhl in der Lagerhalle saß, wie Victor ihr mit voller Wucht ins Gesicht schlug und vor allem die pure Panik in den Augen ihrer Freundin.
Auch Cheryl hatte furchtbare Angst gehabt, allerdings nicht vor den Phoenixes, sondern davor, was sie Toni hätten antun können. Sie hatte in dieser Nacht oft gehandelt ohne nachzudenken, rein intuitiv und von der quälenden Sorge um Toni geleitet. Und als sie sie endlich wieder in Sicherheit wusste, war sie so erleichtert und glücklich wie noch nie zuvor in ihrem Leben.
„Würdest du bitte aufhören, mich anzustarren?", flüsterte Toni und riss Cheryl somit aus ihren Gedanken.
Diese lachte in sich hinein und strich ihrer Freundin eine Haarstähne aus der Stirn.
„Entschuldige bitte, aber du.."
„Wenn du jetzt behauptest ich würde mit den ganzen Wunden im Gesicht beim Schlafen süß aussehen, weiß ich, dass du lügst. Und es wäre auch ein wenig kitschig, um ehrlich zu sein", grinste Toni und öffnete die Augen.
Dann drehte sie sich auf den Rücken, um sich zu strecken und entfernte sich somit ein wenig von Cheryl.
Diese rückte sofort wieder näher an das Serpent Mädchen heran und warf besorgt einen Blick auf sie. Ganz vorsichtig fuhr sie mit den Fingerspitzen über die kleinen Pflaster an Tonis Augenbraue und legte die Hand dann an ihre Wange.
„Tut es sehr weh?", fragte sie fürsorglich.
„Es würde weniger wehtun wenn du so nett wärst und mir meine Tabletten bringen würdest", sagte Toni lächelnd.
„Natürlich", lächelte Cheryl und stand auf.
Sie betrat ihr Badezimmer, welches direkt an ihr Zimmer angrenzte, holte die Tabletten aus ihrem Spiegelschrank über dem Waschbecken und füllte ein Glas mit Wasser.
Dann ging sie zurück zu Toni, die sich vorsichtig aufrichtete, setzte sich neben sie an den Bettrand und reichte ihr erst die Medizin und dann das Glas.
Toni nahm die Tablette zwischen die Zähne, nahm einen Schluck Wasser und warf ihren Kopf in den Nacken, um die Medizin zu schlucken.
Anschließend nahm Cheryl ihr das Glas wieder ab, um es auf ihr Nachtkästchen zu stellen.
„Hast du Hunger?"
„Ich kann's kaum glauben, dass ich das tatsächlich sage - aber ich möchte nichts essen. Ich würde lieber noch ein wenig liegen bleiben und einen Film schauen, wenn es für dich ok ist?", antwortete Toni und sah Cheryl fragend an.
„Klar. Was willst du schauen?"
„Such du doch was aus. Ich werd so lang schnell ins Bad hüpfen."
Also schaltete sie den großen Fernseher gegenüber von ihrem Bett an, startete Netflix und arbeitete sich durch das zahlreiche Angebot an Filmen, während Toni sich im Bad die Zähne putze und sich umzog, was Cheryl aufgrund ihrer Schlaflosigkeit schon vor Stunden gemacht hatte.
Toni schlüpfte in ihre bequemen Shorts, die sie seit ein paar Tagen im Thistlehouse gebunkert hatte und zog sich anschließend einen Pulli von Cheryl über. Sie zog den Kragen des Pullovers mit der Hand zu ihrem Gesicht und atmete mit geschlossenen Augen Cheryls Duft ein. Der Stoff roch nach einen blumigen Parfüm, Cheryls Lieblingsshampoo und nach dem ganz eigenen Geruch ihrer Haut.
‚Atemberaubend', dachte sie und schüttelte lächelnd den Kopf über ihre Verliebtheit.
Ja, sie war verliebt ihn Cheryl, das wusste sie. Doch gesagt hatte sie es ihr noch nicht. Sie dateten sich noch nicht all zu lang, ein paar Wochen erst, und sie hatte einfach noch nicht den Mut aufgebracht Ihre Gefühle für die rothaarige Schönheit auszusprechen.
Als sie ins Zimmer zurück kam, hatte es sich Cheryl schon wieder in ihrem Bett bequem gemacht und klopfte einladend neben sich auf die Matratze. Toni lächelte sie sanft an und legte sich neben sie.
Sofort kuschelte sich Cheryl seitlich an Tonis Körper, indem sie ihren Kopf auf deren Schulter ablegte und ihr linkes Bein anzog, womit es auf Tonis zu liegen kam.
Dann startete sie den Film. Cheryl hatte sich für die Komödie ‚The day we met' entschieden, da sie keine Klischees bedienen wollte, indem sie eine Romanze auswählte.
Nach ein paar Minuten legte Toni ihre Hand an die Hüfte der Rothaarigen. Deren Shirt war ein wenig nach oben gerutscht und so spürte sie Tonis Haut direkt auf ihrer eigenen.
Als diese auch noch anfing, leicht mit den Fingerspitzen über ihren Hüftknochen zu streichen, war es um Cheryls Konzentration vollkommen geschehen und sie spürte, wie sich ein wohliges Kribbeln in ihrem Körper ausbreitete.
„Du hast Gänsehaut", grinste das Serpent Mädchen zufrieden und sah fasziniert auf die feinen aufgestellten Härchen an Cheryls Arm, welcher auf Tonis Bauch lag.
„Halt die Klappe, Topaz", sagte diese mit zusammengebissenen Zähnen.
„Oh mein Gott, du schämst dich! Das ist sowas von süß!", lachte Toni und sah zu ihrer Freundin herunter.
Diese wich ihrem Blick jedoch aus und verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust.
„Schön, dass du dich darüber so amüsieren kannst", zischte sie.
Toni lachte erneut, leiser diesmal, um Cheryl nicht noch mehr zu verärgern und nahm deren Gesicht zwischen ihre Hände.
„Hey, du musst nicht schüchtern sein. Mein Körper reagiert auf deine Berührungen genauso", sagte sie dann, setzte sich auf Cheryls Schoß, zog sie zu sich hoch und hauchte ihrer Freundin einen Kuss auf die Lippen.
„Dann kannst du das aber besser verbergen als ich", antwortete diese.
„Meinst du?", fragte Toni skeptisch, nahm Cheryls Hand und legte sie vorsichtig auf ihren Brustkorb.
Überrascht stellte Cheryl fest, wie heftig Tonis Herzschlag ging.
„Oh", hauchte sie fasziniert, ohne den Blick von Tonis Haut abzuwenden. Vorsichtig fuhr sie mit den Fingerspitzen ihr Schlüsselbein entlang, über ihre Halsbeuge bis hinauf zu ihrem Kinn. Dann strich sie leicht mit dem Daumen über die kleine Wunde an Tonis Unterlippe und sah fragend zu ihr auf.
„Du musst nicht schüchtern sein", wiederholte diese leise und legte ihre Arme bestätigend um Cheryls Hals, überließ ihr aber den letzten Schritt.
Vorsichtig küsste Cheryl Tonis Lippen, ganz sanft, um ihr nicht weh zu tun, und löste sich nach einem Augenblick wieder von ihr.
Das Serpent Mädchen jedoch griff in Cheryls Nacken und zog sie verlangend zu einem weiterem Kuss heran. Viel zu sehr war sie berauscht von den weichen Lippen der Rothaarigen, als dass ihr eine so kurze Berührung reichen könnte.
Auch Cheryl konnte endlich ihre Schüchternheit vergessen und legte ihre Hände an die Hüften ihre Freundin. Ihr Herz schlug kräftig gegen ihre Brust und sie hatte ein leichtes Rauschen in den Ohren. Toni so nah bei sich zu spüren raubte ihr den Verstand, ihr Duft vernebelte ihre Sinne und ihre Gedanken waren komplett abgeschaltet.
Als Toni spürte, wie Cheryl vorsichtig mit den Fingerspitzen ihre Haut unter dem Pullover berührte, seufzte sie zufrieden in den Kuss hinein und drückte sich noch ein Stück näher an sie. Leicht öffnete sie den Mund und fuhr mit der Zungenspitze sanft über Cheryls Oberlippe.
Doch plötzlich zuckte sie zusammen, als ein stechender Schmerz durch ihren Kopf zuckte.
Sie löste sich von Cheryl und sog scharf Luft ein.
„Alles in Ordnung?", fragte ihre Freundin besorgt und legte eine Hand an ihre Wange.
„Ja. Ja, alles gut, es ist nur mein Kopf. Wir sollten es wohl etwas langsamer angehen lassen heute", sagte Toni lächelnd und massierte ihre Schläfe.
„Du sagst das so, als wäre das gerade nicht unsere erste richtige Knutscherei gewesen", grinste Cheryl zurück.
„Ich meinte nur, wir sollten es erst mal nicht weiter vertiefen, Klugscheißer."
„Schon klar. Na dann mal runter von mir. Du solltest dich ausruhen."
Die Rothaarige wollte Toni sanft mit den Händen von ihren Beinen herunter schieben, doch diese hielt sie fest, lehnte sich über sie, so dass Cheryl sich hinlegen musste und drückte ihre Hände sanft in das Kissen über ihrem Kopf.
„Weißt du, man kann auch etwas langsamer rummachen", lächelte sie mit einem verführerischem Unterton ganz nah an Cheryls Lippen.
„Ich hatte gehofft, dass du das sagst", grinste diese zurück und hob leicht ihren Kopf, um Toni zu küssen.

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Teil 10 ist da🙌🏼
Ich weiß es hat länger gedauert als angekündigt, aber ich wollte dass die beiden sich in diesem Teil etwas näher kommen ohne das es total kitschig und klischeehaft klingt. Ich hoffe das ist mir gelungen 🙈 und natürlich hoffe ich das euch der Teil auch gefällt und würde mich über eure votes und Meinung in den Kommentaren freuen!
Gute Nacht.

Stay tuned for Part 11 🐍

Shannon.

Choni ~ You Bring Out The Best In Me 🐍🍒Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt