14. Vertrauen

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Ein paar Tage später saß Cheryl am Abend  noch mit Veronica, Archie, Betty und Jughead im Pop's. Toni war zu ihrer Schicht im Whyte Wyrm aufgebrochen und da Cheryl noch ein wenig bei den anderen bleiben wollte, hatte sich Jug bereit erklärt, sie später am Thistlehouse abzusetzen.
„Also Veronica, gibt es ein Motto für deine Party?", fragte die Rothaarige und nahm einen Schluck von ihrem Milkshake.
„Nicht direkt. Aber es wird keine typische High School Party mit warmem Bier aus roten Plastikbechern und Wahrheit oder Pflicht."
„Schade", sagten Archie und Jug gleichzeitig und grinsten sich dann an.
„Na jedenfalls", ergriff Veronica mit einem warnenden Blick auf die beiden wieder das Wort. „Lockere Abendkleidung wäre angebracht. Es sollte niemand im Anzug oder Cocktailkleid kommen, aber Bulldog Jacken und Sweatshirts will ich nicht sehen. Und wenn die Serpents sich vielleicht bereit erklären würden, ihre Lederjacken ebenfalls Zuhause zu lassen,würde mich das sehr freuen. Aber ich würde es natürlich auch verstehen, wenn sie sie tragen möchten", sagte sie an Cheryl und Jug gewandt.
„Ich werd mal mit den Jungs reden", versicherte ihr der Anführer der jungen Serpents lächelnd.
„Bei Toni sollte das kein Problem sein. Wir wissen ja alle, dass sie meinem Charme verfallen ist. Außerdem habe ich schon ein grandioses Kleid für sie im Auge. Dazu würde die Lederjacke sowieso nicht passen", sagte Cheryl.
„Also bist du jetzt Tonis Sugar Mommy?", grinste Archie und stieß sie freundschaftlich mit der Schulter an.
„Schwachsinn, Andrews. Ich mache ihr einfach gerne Geschenke, das ist alles."
„Ihr seid wirklich ein süßes Paar", lächelte Betty.
„Das stimmt. Wer hätte damit gerechnet, nach der Sache zwischen Toni und Jug?", antwortete Archie nickend.
Cheryl sah ihn verwirrt an.
„Welche Sache bitte?"
„Das weißt du nicht? Die beiden hatten Mal wa- Au, sag mal spinnst du?"
Betty hatte Archie unter dem Tisch einen Tritt gegen das Schienbein gegeben, sah ihn jetzt warnend an und schüttelte den Kopf.
Cheryls sah Jughead an.
„Oh oh, der Blick gefällt mir gar nicht", sagte dieser ängstlich und rutschte auf seiner Bank ein Stück zurück.
„Sag mir sofort wovon er geredet hat, Jones."

Toni spülte grade ein paar Biergläser aus, als Sweetpea das Whyte Wyrm betrat und sich zu ihr an die Bar setzte.
„Machst du mir ein Bier?", fragte er ohne sie anzusehen.
„Hallo auch, Sweets. Hab ich deinen 21. Geburtstag etwa verpasst?", antwortete Toni.
„Und seit wann genau bist du meine Mutter, Topaz?",
Das Serpent Mädchen verschränkte die Arme vor der Brust und zog eine Augenbraue hoch.
„Für jemanden, der etwas von mir will, benimmst du dich ganz schön scheiße."
Sweetpea seufzte und sah seine beste Freundin entschuldigend an.
„Tut mir leid, Kleine. Ich hab nur echt schlechte Laune. Ich hätt's nicht an dir raus lassen sollen."
Toni nickte, holte ein Glas für Softdrinks unter dem Tresen hervor und hielt es unter den Zapfhahn, nachdem sie einen prüfenden Blick in Richtung ihres Chefs geworfen hatte.
„Bitte sehr, deine Apfelschorle", sagte sie und stellte das Glas vor ihm ab.
Sweetpea lächelte sie dankbar an und nahm einen Schluck.
„Was ist denn los? Warum bist du so mies drauf?"
„Ach, Frauenprobleme", seufzte der Serpent kopfschüttelnd.
„Es geht also um Cathy Cavanaugh? Das ist doch die Kleine auf die du stehst oder?"
Sweetpea nickte.
„Ich hab sie vorhin angerufen und gefragt ob sie Lust hätte heute Abend hat was trinken zu gehen. Zuerst hat sie auch zugesagt. Dann meinte ich, dass wir uns um 6 Uhr hier treffen könnten und da hat sie auf ein mal einen Rückzieher gemacht. Und ich versteh ganz ehrlich nicht, was das sollte."
Toni seufzte kopfschüttelnd und sah ihren besten Freund verständnislos an.
„Wie kannst du das nicht verstehen?", fragte sie. „Als du sie gefragt hast, ob ihr etwas zusammen trinken gehen wollt hat sie bestimmt gedacht, das wäre deine Art, sie nach einem Date zu fragen. Und als du meintest, ihr würdet euch im Whyte Wyrm treffen war sie einfach enttäuscht. Immerhin verbringen die Serpents sowieso die meisten ihrer Nächte hier."
„Meinst du echt?", fragte Sweets überrascht.
„Glaub mir, ich weiß was in Frauen vorgeht."
„Und liegt das daran, dass du selbst eine bist oder daran, dass du eine hast?", grinste der Serpent.
„Vermutlich beides", erwiderte Toni zwinkernd.
„Du bist genial, Toni! Danke. Ich werd gleich zu ihr fahren."
Damit stand er auf, winkte ihr zum Abschied und verließ die Bar. Ein paar Sekunden später öffnete er die Tür allerdings noch ein mal und sah Toni an.
„Äh, ich glaube du hast Besuch", sagte er und bedeutete ihr, mit ihm zu kommen.
Verwirrt folgte Toni ihm nach draußen. Vor der Bar entdeckte sie Cheryl , die gerade von Jugs Motorrad stieg, und auf ihrem Gesicht breitete sich ein strahlendes Lächeln aus.
Doch als Cheryl den Helm abnahm und Toni ihren Gesichtsausdruck sah, verging ihr das Lachen.

Cheryl packte Jughead im Nacken und schob in vor sich her auf die Bar zu, vor der Toni und Sweetpea standen.
Als sie nur noch ein paar Meter von ihrer Freundin entfernt war, schubste sie Jug vor Tonis Füße in den Dreck.
„Antoinette Topaz!", rief sie wütend. „Du hast mit Jones geschlafen?"
Geschockt sah Toni in Jugs Richtung, der inzwischen von Sweetpea auf die Beine gezogen worden war.
„Ich kann nichts dafür", sagte er und hob beschwichtigend die Hände. „Es ist Archie versehentlich raus gerutscht."
„Na ganz große Klasse", zischte Toni zurück.
Dann drehte sie sich wieder zu Cheryl, die noch immer mit wütendem Blick und verschränkten Armen vor ihr stand.
„Cheryl, das war eine einmalige Sache, okay? Es hatte nichts zu bedeuten!", sagte sie vorsichtig.
„Es ist mir ganz egal was es war, ich frage mich nur, warum ich, deine Freundin, davon nichts weiß!"
„Babe, sieh mal.."
„Komm mir bloß nicht mit Babe! Warum weiß ich davon nichts?", rief Cheryl erneut und machte mit dem Finger eine zusammenfassende Bewegung zwischen Jug und Toni.
„Ich hab es nicht für wichtig gehalten! Ich kannte dich zu dem Zeitpunkt noch nicht mal richtig und es hat wie gesagt überhaupt nichts bedeutet", wehrte sich Toni nun auch ein wenig lauter. Sie verstand Cheryls Wut und wusste nicht wirklich, wie sie sie beschwichtigen konnte. Und unter dem zornigen Gesichtsausdruck konnte sie etwas in Cheryls Augen erkennen, was sie dort nie mehr hatte sehen wollten: Enttäuschung.
„Darum geht es nicht. Es ist egal, ob es ein mal oder 5 mal war und wieviel es zu bedeuten hatte. Wichtig ist, dass er einer deiner besten Freunde ist! Ich bin deswegen nicht eifersüchtig. Zumindest nicht sehr. Aber ich bin wütend, dass ich es aus Archies Mund hören musste! Vor Betty und Veronica, die es natürlich auch wussten. Weißt du, wie sich das angefühlt hat? Ich dachte, du vertraust mir sowas an! Und ich dachte, ich könnte dir vertrauen!"
Cheryls Stimme hatte einen verzweifelten Unterton angenommen und Toni erkannte, dass sich Tränen in ihren Augen bildeten. Es zerbrach ihr das Herz, ihre Freundin so zu sehen.
Vorsichtig ging sie ein paar Schritte auf sie zu, bis sie genau vor ihr stand und legte ihr eine Hand an die Wange.
„Es tut mir leid, Süße. Ich hab nicht nachgedacht. Ich hab es einfach nicht für wichtig gehalten, verstehst du? Aber ich wollte nie, dass du es so erfährst und dich deswegen schlecht fühlst. Bitte, weine nicht", flüsterte sie verzweifelt.
Eine einzelne Träne stahl sich aus Cheryls Augenwinkel. Die Rothaarige seufzte mit geschlossenen Augen, schüttelte leicht den Kopf und griff nach Tonis Handgelenk, um deren Hand aus ihrem Gesicht zu ziehen.
„Ich will grade nicht mehr darüber reden, Toni. Ich werd jetzt nach Hause gehen."
Damit drehte sie sich um und wollte gehen, doch Toni hielt sie am Handgelenk fest.
„Warte. Ich verstehe dass du gerade nicht mit mir reden willst. Das ist ok. Aber lass mich dich wenigstens nach Hause bringen. Du kannst doch nicht den ganzen Weg laufen."
„Deine Schicht ist noch nicht zu Ende", meldete sich Sweetpea zu Wort.
„Ich kann Cheryl nach Hause bringen. Wenn es für dich okay ist?", fragte er an die Rothaarige gewandt.
Toni nickte Sweetpea dankbar zu und lies ihre Freundin widerwillig los.
„Es tut mir wirklich leid. Bitte melde dich bei mir, wenn du wieder reden möchtest."
Cheryl sah sie nicht an, nickte aber leicht und lief dann herüber zu Sweetpea, der brüderlich einen Arm um sie legte und sie zu seinem Motorrad brachte. Toni sah den beiden nach und spürte einen stechenden Schmerz in der Brust, als Cheryl sich noch einmal zu ihr umdrehte.
„Naja. Hätte schlimmer laufen können", sagte Jug neben Toni.
„Halt bloß die Klappe, Jones", erwiderte diese bitter und ging zurück in die Bar.

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Teil 14 y'all!
Sorry dass es so lang gedauert hat!
Ich hoffe der Teil gefällt euch und würde mich wie immer über eure Meinung freuen!

Stay tuned for Part 15 🐍

Shannon.

Choni ~ You Bring Out The Best In Me 🐍🍒Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt