34. Unexpected Visitors

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„Toni, wach auf!"
„Nein. Lass mich."
„Komm schon, Baby. Betty hat grade angerufen."
Toni zog sich seufzend die Decke vom Kopf und öffnete langsam die Augen. Ihre Freundin stand ungeduldig mit dem Fuß auf den Boden tippend vor dem Bett und sah wartend auf Toni. Sie war anscheinend schon duschen gewesen und hatte sich einen kurzen schwarzen Rock und ein bauchfreies rotes Oberteil angezogen. Schnell griff das Serpent Mädchen nach ihrem Handgelenk und zog sie zu sich aufs Bett, womit sie quer über Tonis Beinen zu liegen kam. Cheryl schrie überrascht auf und schlug ihrer Freundin spielerisch gegen du Schulter.
„Was sollte dass denn?", lachte sie.
„Wenn du mich schon so grob weckst, will ich wenigstens einen Kuss haben", grinste Toni zurück und beugte sich zu der rothaarigen herunter.
„Entschuldige. Guten Morgen, Liebling", lächelte Cheryl zurück und legte ihre Lippen sanft auf die ihrer Freundin.
„Schon viel besser. Also, was wollte Betty denn?"
„Polly ist heute mit den Zwillingen zu Besuch und hat gefragt, ob wir vorbei kommen möchten. Ich hab sie ewig nicht gesehen, also beeil dich. Ab unter die Dusche mit dir, ich mach so lange Kaffee. In einer halben Stunde fahren wir los. ", antwortete Cheryl, drückte Toni noch einen Kuss auf die Wange und stand dann auf, um in die Küche zu gehen.
Seufzend Strecke sich das Serpent Mädchen noch ein mal, bevor sie sich ebenfalls erhob und unter die Dusche ging. Nachdenklich ließ sie sich das warme Wasser in den Nacken laufen und fragte sich, wie ihr erstes Zusammentreffen auf die Zwillinge wohl laufen würde. Eigentlich hatte sie nie viel mit Kindern am Hut gehabt. Viel zu groß war ihre Angst, die kleinen Wesen fallen zu lassen oder ihnen sonst irgendwie weh zutun. Auch fühlte sie sich regelmäßig überfordert, wenn ein Baby in ihrer Nähe zu weinen anfing. Doch sie wusste, wie viel es Cheryl bedeutete, ihre Nichte und ihren Neffen zu sehen und Toni würde ihr bestes versuchen, um sich die Panik nicht anmerken zu lassen.
Als sie fertig war und sich die Haare geföhnt hatte, packte sie ihre Kamera in einen kleinen Rucksack und ging anschließend nach Unten.
Cheryl saß an großen Esstisch im Wintergarten und las in einer Modezeitschrift, während sie ihr Lieblingsmüsli aß. Dabei hielt sie sich mit der Hand eine Haarsträhne aus dem Gesicht und hatte konzentriert die Stirn in Falten gelegt.
Lächelnd stellte Toni sich zu ihr, umarmte sie von hinten und hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Schläfe.
„Hab ich dir schon gesagt, wie bezaubernd du heute aussiehst?", flüsterte sie.
Cheryl schloss seufzend die Augen und lehnte ihren Kopf gegen Tonis Wange.
„Bis eben noch nicht. Aber jetzt weiß ich es ja. Können wir los?", grinste die rothaarige zurück, stand anschließend auf und stellte ihre leere Schüssel auf der Spüle ab.
„Ja, ich wäre soweit."

Nach einer zwanzigminütigen Fahrt parkte Toni ihr Motorrad in der Einfahrt der Coopers und legte ihren Helm neben Cheryls' auf dem Sitz ab.
„Ich freue mich so, dass du die beiden endlich kennen lernst. Sie sind einfach großartig", sagte die rothaarige aufgeregt und zog ihre Freundin an der Hand zum Eingang des Hauses.
„Ich freue mich auch", erwiderte Toni und versuchte sich an einem Lächeln, während sich ihr Magen vor Aufregung unsanft zusammenzog.
Als die Haustür aufging, wurden die beiden freundlich von Betty begrüßt und in das Wohnzimmer der Coopers geführt, wo Polly mit den Zwillingen in den Armen auf dem Sofa wartete.
„Cousine Betty, Pollykins, schön euch zu sehen!", stahlte Cheryl und streckte sofort die Arme nach Juniper aus, um sie hoch zu nehmen.
„Und da sind ja meine kleinen Lieblinge", fügte sie melodisch hinzu, bevor sie ihre Nichte einen Kuss auf die Wange gab und sich mit ihr neben Polly setzte.
Toni stand unsicher im Raum, hatte die Hände in die Hosentasche geschoben und sah sich ein wenig um. Nach ein paar Minuten zog sie ihre Kamera aus der Tasche und Schoß ein Foto von Cheryl und Polly, die sich mit den Babys auf dem Schoß glücklich anlächelten. Zufrieden blickte sie auf ihr Werk und machte noch einige Aufnahmen.
„Setz dich doch, Toni. Möchtest du was trinken?", fragte Betty höflich und deutete auf den Platz neben Cheryl.
„Nein, danke. Ich komm zurecht."
„Oh, entschuldige, Liebling. Wo sind nur meine Manieren geblieben. Polly, das ist Toni. Toni, Polly", stellte Cheryl die beiden vor, ohne ihren Blick von dem kleinen Wesen auf ihrem Schoß zu nehmen. Die angesprochenen nickten sich lächelnd zu und Toni nahm schließlich doch neben ihrer Freundin Platz.
„Und das hier ist Juniper", sagte diese liebevoll. „Magst du sie mal halten?"
„Oh, Babe, ich weiß nicht."
„Kannst du nicht so gut mit Kindern?", fragte Polly verständnisvoll lächelnd, während sie ihren Sohn sanft hin und her schaukelte.
„Äh, keine Ahnung. Ich meine, ich kenne nicht viele Kinder. Schon gar nicht so kleine. Und ich bin nicht gerade für meine Geschicktheit bekannt also.."
„Ach, Papperlapapp. Hier, nimm sie einfach", unterbrach Cheryl sie und hielt ihr das Baby vors Gesicht.
„Also gut", seufzte Toni und nahm Juniper unsicher entgegen. Als sie ihr in die Augen sah, entdeckte sie das gleiche warme Braun wie in Cheryls Augen. Auch der deutlich erkennbare Rotstich in den hellen Haaren erinnerten sie sofort an ihre Freundin. Vorsichtig setzte sie das Baby auf ihrem Bein ab und legte ihm sanft eine Hand an den Rücken, um es beim Sitzen zu stützen.
„Sie sieht genauso aus wie du", flüsterte sie Cheryl überrascht zu und konnte nicht anders, als zu Lächeln, als Juniper fasziniert an einer ihren pinken Haarstähnen zog und bei Tonis liebevollem ‚Hey! Das sind meine!' freudig aufquietschte.
Cheryl beobachtete die beiden zufrieden und ihr wurde bei dem Anblick zunehmend warm ums Herz.
„Wie geht es euch denn auf der Farm? Werdet ihr gut behandelt?", fragte sie dann an Polly gewandt da sie merkte, dass Tonis volle Aufmerksamkeit Juniper galt.
„Es ist wunderbar, wirklich. Es ist eine gute Umgebung für die Zwillinge und alle sind sehr nett und zuvorkommend. Und wie geht es dir? Betty hat mir von dem Unfall erzählt. Tut mir wirklich leid, was dir passiert ist. "
Polly legte eine Hand auf Cheryls Knie und sah ihr besorgt in die Augen.
„Es geht mir schon viel besser, danke. Dank der Hilfe der fantastischen Frau an meiner Seite und meinen Freunden hat sich alles schnell wieder normalisiert", lächelte sie ehrlich zurück.
„Das freut mich wirklich sehr für dich, Cheryl. Weißt du, nachdem ich gehört habe, was passiert ist, habe ich viel nachgedacht. Es würde mich sehr glücklich machen, wenn du mehr Zeit mit Juniper und Dagwood verbringen würdest. Sie werden ihren Daddy ja leider nie kennen lernen. Und möchte nicht, dass sie auch ohne ihre Tante aufwachsen müssen. Sie sollen nicht noch jemanden verlieren. Die Beiden brauchen jemanden, der ihnen Geschichten aus der Kindheit ihres Vaters erzählt. Jemanden der weiß, wie er wirklich war. Wer er war. Ich möchte, dass du diese Person bist. Natürlich nur, wenn du das auch willst."
„Auf jeden Fall! Nichts würde mich glücklicher machen", erwiderte die rothaarige gerührt und zog ihre beinahe-Schwägerin in eine feste Umarmung.
„Möchtest du Dagwood vielleicht nehmen? Deine Freundin hat Juniper ja schon in Beschlag genommen."
Polly deutete lächelnd auf Toni, die inzwischen mit dem kleinen Mädchen zwischen ihren ausgestreckten Beinen auf dem Teppich Platz genommen hatte und kleine Türme mit bunten Holzklötzchen aufbaute, welche Juniper immer wieder freudig lachend mit den Händen zum Einsturz brachte.
„Sieht so aus, als hätte Toni eine Spielgefährtin in ihrer Größe gefunden", grinste Betty, was Cheryl zum Lachen brachte.
„Hm?", machte das Serpent Mädchen und hob verwirrt den Kopf. Sie hatte ihre ganze Konzentration dem Baby zugewandt und der Unterhaltung nicht wirklich gefolgt, nur ihren Namen hatte sie verstanden.
„Schon gut, Liebling", winkte Cheryl ab und nahm ihren Neffen anschließend auf den Schoß. Toni zuckte mit den Schultern und widmete sich wieder dem kleinen Mädchen vor ihr, welches ungeduldig mit den Holzsteinen auf den Boden klopfte.
„Du siehst deinem Daddy so ähnlich, mein Kleiner. Aber das Lächeln und die Haare hast du von deiner Mommy", sagte Cherly , während sie Dagwood lächelnd vor ihr Gesicht hielt und ihn immer wieder etwas in die Luft hob, woraufhin er zufrieden kicherte.
„Er kommt wirklich sehr nach Jason, nicht wahr? Ich wünschte, er hätte die beiden kennen lernen können", seufzte Polly traurig und strich ihrem Sohn über die blonden Haare.
„Er hätte sie so sehr geliebt, Polly. Mehr als alles andere."

Nachdem Toni und Cheryl einige Stunden bei den Coopers verbracht hatten, waren sie gegen Abend wieder zurück zum Thistlehouse gefahren und es sich unter einer Wolldecke auf dem Sofa im Wohnzimmer bequem gemacht.
„Die Zwillinge sind wirklich toll", sagte Toni leise, welche einen Arm um Cheryl gelegt hatte und ihr liebevoll durch die langen roten Haare strich.
„Hast du etwas anderes erwartet? Immerhin haben sie Blossom Blut. Juniper hat es dir ganz schön angetan, was?", lächelte diese zurück.
„Sie ist bezaubernd. Genau wie ihre Tante."
„Aw, danke, Liebling."
„Ich meinte eigentlich Betty", grinste das Serpent Mädchen.
Cheryl hob mit zusammengezogenen Augenbrauen ihren Kopf von Tonis Schulter und schlug leicht dagegen.
„Du bist manchmal echt schrecklich."
„Ich liebe dich auch."
Die rothaarige schüttelte lächelnd den Kopf, bevor sie ihre Freundin zu einem Kuss heranzog und sich wieder an sie kuschelte.
„Dafür, dass du so viel Angst hattest, hast du das mit den Kleinen echt gut hinbekommen."
„Pf, ich hatte doch keine Angst. Ich habe nie Angst."
„Toni, du hast am ganzen Körper gezittert und total panisch geschaut, als ich dir Juniper geben wollte. Du kannst mir nichts vormachen. Wer hätte gedacht, dass sich eine Gangster Queen von Kindern einschüchtern lässt?"
Seufzend legte das Serpent Mädchen ihren Kopf und den Nacken, bevor sie eine Hand an Cheryls Hinterkopf legte und sie gequält ansah.
„Lass mich raten, darüber wirst du noch die nächsten zwei Wochen Witze reißen?"
„Worauf du deinen süßen Hintern verwetten kannst, Cha Cha," gab die rothaarige lachend zurück und hauchte ihrer Freundin einen Kuss auf die Wange, als diese verzweifelt stöhnend die Augen verdrehte.
„Also, ich sollte langsam los. Die Arbeit wartet nicht", sagte Toni dann, löste sich vorsichtig aus Cheryls Umarmung und stand auf, um sich zu strecken.
„Ich hasse es, wenn du die Nachtschicht machen musst. Ist das überhaupt legal?", jammerte Cheryl mit verschränkten Armen.
„Das zusätzliche Geld, das ich dafür bekomme, ist jedenfalls legal. Und solange das so bleibt, übernehme ich die Nachtschichten wenn es nötig ist. Du kannst ja mit kommen und ein wenig mit den Jungs abhängen. Dann würde die Zeit für mich auch schneller rum gehen."
„Ich weiß nicht. Ich bin ziemlich müde."
Toni sah ihre Freundin traurig an, setzte sich auf ihren Schoß und legte Hände an ihre Hüften.
„Komm schon, wir wissen beide, dass du mich vermissen würdest und nicht ins Bett gehen würdest, bis ich wieder da bin", sagte sie mit einem bittenden Unterton, während sie sanfte Küsse auf dem Hals der rothaarigen verteilte.
Cheryl seufzte ergeben und nickte schließlich, bevor sie Toni von ihrem Schoß schubste und aufstand.
„Ist ja gut, du Nervensäge. Ich werd mich nur schnell umziehen gehen. Aber du kannst dich gleich darauf einstellen, dass du mir einen Drink ausgibst."
„Alles was du willst, Prinzessin", grinste das Serpent Mädchen zufrieden und folgte ihrer Freundin nach oben zu ihrem Zimmer.
Ein paar Minuten später lief Toni die Treppe herab und legte sich beide Hände in den Nacken, um ihre Haare unter ihrer Lederjacke hervor zu holen.
„Beeil doch, Blossom! Ich will nicht zu spät kommen, die Geizhälse ziehen mir jede Minute vom Gehalt ab!", rief sie ungeduldig, während sie nach Ihren Motorradschlüsseln in der Schale neben dem Eingang des Hauses griff.
„Komme sofort!", kam die gerufene Antwort von oben.
„Wer's glaubt wird selig", zischte Toni kopfschüttelnd, öffnete die Tür um schon mal das Motorrad zu holen und stieß beim herausgehen beinahe mit einem blonden Mädchen zusammen.
„Oh Gott, sorry", sagte sie, trat einen Schritt zurück und blickte in die blauen Augen der Unbekannten.
„Alles gut."
„Kann ich dir irgendwie helfen?", fragte Toni höflich.
„Äh, ich denke nicht. Ich glaube, ich hab mich wohl in der Adresse geirrt", erwiderte das Mädchen kopfschüttelnd und sah unsicher auf einen kleinen Zettel in ihrer Hand.
„Wo musst du denn hin?"
„Ich wollte eigentlich zu Cheryl Blossom."
„Da bist du ganz richtig. Und du bist..?", fragte das Serpent Mädchen skeptisch und zog eine Augenbraue hoch.
„Ich bin.." - „So, Baby, wir können los. Tut mir leid, ich hab nur meine Jacke gesucht", ertönte Cheryls Stimme aus der Eingangshalle, welche lächelnd neben Toni trat. Dann fiel ihr Blick auf die Blonde vor der Haustür und sie trat überrascht einen Schritt zurück.
„Heather?", hauchte sie geschockt.
„Hey, Cheryl."

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Teil 34, y'all 🙌🏼
Entschuldigt, dass es so lange gedauert hat. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse und dass euch das Kapitel gefällt!
Lasst gerne eure Meinung in den Kommentaren da!
Gute Nacht, meine Lieben! ♥️

PS.: Ein riesiges Danke für 7k Reads! 🎉 🎊😍♥️

Stay tuned for Part 35 🐍🍒

Shannon.

Choni ~ You Bring Out The Best In Me 🐍🍒Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt