Von Bierbauchmännern

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Eigentlich wollte ich schon viel früher antworten. Aber dann habe ich mir die Hand an mehreren Stellen aufgeschlitzt und beschloss, das arme Pfötchen etwas zu schonen. Profitipp: Eine Drohne mit der Hand zu fangen ist eine sehr dumme Idee.

... Gut, das war nicht der einzige Grund. :D Ich fand wieder in meinen Schreibrhythmus zurück ♥ Die Mengen, die ich in den letzten Tagen geschrieben habe, können sich auf jeden Fall sehen lassen. Aber wie ich es schon vermutet habe, geht das damit einher, dass ich länger für Updates brauche. Es ist ein zweischneidiges Schwert... :D

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„Was arbeitet Roman eigentlich?"

Vor knapp einer Stunde sind sie nach Hause gekommen. Pascal hat Nelly von der Schule abgeholt, er hat das Mittagessen, das er zuvor schon vorbereitet hat, fertig gekocht, sie haben zusammen gegessen, dann hat Nelly sich in ihr Zimmer zurückgezogen, um ihre Hausaufgaben zu machen. Das hielt allerdings nicht besonders lange – schon etwas später stand sie mit ihren Schulsachen unter dem Arm in der Wohnzimmertüre und hat gefragt, ob sie ihre Hausaufgaben in der Küche machen darf.

Natürlich durfte sie. Pascal freut sich über ihre Gesellschaft, darüber, dass er nicht alleine herumsitzt, wenn er mal wieder Unis recherchiert und dabei verzweifelt – und vor allem freut er sich darüber, dass Nelly bewusst seine Nähe sucht.

Im Augenblick nervt ihn die Suche nach einer möglichen Zukunft so sehr, dass er sogar schon nach dem Yeti-Studiengang gesucht hat, von dem er vor einer Weile gehört hat. Es kotzt ihn echt an – für die meisten Studiengänge in der Richtung Sport müsste er fit sein, dadurch fällt schon ein Großteil weg und der Rest schließt sich dadurch aus, dass er es schlichtweg nicht interessant findet, nicht einmal ansatzweise. Und auf ein Studium, das ihn noch nicht einmal vor Studienantritt reizt, hat er eigentlich keinen Bock.

Da kommt ihm Nellys Frage ganz gelegen. Auch wenn er das Gefühl hat, dass sie das nur fragt, um sich von ihren Hausaufgaben abzulenken. So etwas sollte er ja eigentlich nicht unterstützen, aber da es eine berechtigte Frage ist, ist Pascal die Erziehung gerade eher egal.

„Er spielt Fußball. Er ist Torwart."

Nelly lässt ihren Stift zwischen den Händen kreisen. Doch wider Pascals Erwartungen vertieft sie das Thema nicht. Stattdessen lenkt sie es in eine andere Richtung.

„Und du? Warum arbeitest du nichts?"

Oh.

Plötzlich fällt Pascal etwas ein, was seine Mutter irgendwann einmal, er weiß nicht einmal mehr, ob das noch vor Nellys Zeiten war, gesagt hat. 'Kinder können manchmal verletzend ehrlich sein.'

Ja, das ist dann wohl ein solcher Moment. Er hätte eher damit gerechnet, dass die Kinder einem schonungslos unter die Nase reiben, wenn man einen hässlichen Pickel mitten im Gesicht hat, aber das, was Nelly gesagt hat, ist auch schonungslos – und es verletzt ihn. Es tut nämlich immer noch weh, an die Verletzung zu denken, die ihm den Traum vom Fußball genommen hat.

Trotzdem will er ehrlich zu Nelly sein. Sein kaputtes Knie ist Fakt, das kann und will er nicht leugnen. Auch wenn es weh tut, darüber zu reden – schon alleine daran zu denken -, will er es durchziehen.

„Ich habe auch Fußball gespielt. Aber dann habe ich mich verletzt und jetzt... Jetzt geht nichts mehr. Jetzt kann ich nicht mehr spielen."

Nelly mustert ihn und Pascal ahnt, was sie denkt – wahrscheinlich denkt sie daran zurück, dass er bei ihrem ersten Treffen und auch die erste Zeit danach noch Krücken dabei hatte. Die hat er inzwischen nicht mehr – sein Knie ist trotzdem kaputt und er hofft, dass sie nicht weiter nachhakt.

RudelbildungWhere stories live. Discover now