Nachdem ich meiner Mutter den ganzen Vorfall erläuterte - wobei ich natürlich die Stelle ausließ an der der Joker mir gesagt hatte, dass wir uns wiedersehen würden - durfte ich endlich in mein Zimmer. Wie erwartet war meine Mutter zuerst völlig schockiert. Naja, es war noch nicht mal in Gotham eine Normalität auf den Joker zu treffen und dass mir dann auch nichts Schlimmes passiert war, außer dem kleinen Schock, den ich noch immer in meinem Körper spürte, war eine noch größere Seltenheit. Es war also kein Wunder, dass sie sich große Sorgen um mich machte, aber ich versuchte sie wenigstens etwas zu beruhigen, in dem ich ihr versicherte, dass der Joker keine Verwendung für mich hätte.
Dieser Tag war eindeutig keiner den ich wiederholen wollen würde. Erschöpft schlüpfte ich also in meine Schlafklamotten und schnappte mir mein Buch, welches auf meinem Nachtisch lag und versuchte mich auf die Geschichte zu konzentrieren, doch wie sehr ich es auch versuchte, meine Gedanken drifteten immer wieder zum Joker ab. Seufzend legte ich mein Buch also wieder weg und schaute einfach nur an die Decke. Inzwischen war es schon dunkel draußen, aber müde war ich noch kein bisschen, weshalb ich mich aufsetzte und meinen Blick durch mein Zimmer schweifen ließ. Auf meinem Schreibtisch sah ich meinen Zeichenblock und da ich ihn lange nicht mehr benutzt hatte, stand ich von meinem Bett auf, nahm mir den Block und blätterte ein wenig darin rum. Dann nahm ich mir meine Kohlestifte und ging zurück zu meinem Bett. Ich hatte wirklich lange nicht mehr gemalt, aber ich wusste, dass es mich ablenken würde und ich wenigstens für den Moment nicht mehr an heute denken musste. Malen war für mich schon immer mein größtes Hobby gewesen - neben dem Lesen - und ohne mich selbst zu loben - ich war ziemlich gut darin. Wenn ich es gekonnt hätte, wäre ich nach der Schule gerne Kunst studieren gegangen. Es wäre auf jeden Fall etwas, dass mich sehr interessieren würde.
So blieb ich also noch lange wach - endlich frei von all den Gedanken - und malte einfach darauf los, bis mich die Müdigkeit dann doch einholte und ich gegen 3 Uhr morgens einschlief.
Entsprechend müde war ich auch, als ich mich für die Schule fertig machen musste. Dieser Tag war sowieso von Anfang an die Hölle. Natürlich hat so gut wie jeder in der Schule mitbekommen was passiert war. Immerhin waren die Nachrichten schon voll damit. Es war aber nicht die Tatsache, dass der Joker wieder etwas in die Luft gesprengt und das Geld aus der Bank geklaut hatte. Nein, es war die Tatsache, dass sich ein Mädchen dem Joker gestellt hatte und diese noch am Leben war - also ich. So wurde ich den ganzen Tag von allen Seiten seltsam angeguckt und angesprochen. Die Nachrichten sahen es als ein 'Wunder' an und alle fragten sich natürlich wie ich es geschafft hatte, dass der Joker mich verschonte.
Doch ich blieb still.
Diese plötzliche Berühmtheit gefiel mir überhaupt nicht. Erst recht nicht aus dem Grund, dass sogar Vicki Vale mich auf der Straße angehalten hatte und ein kleines Interview mit mir über den Vorfall halten wollte, als Kristen und ich gerade auf dem Weg nach Hause waren. Nun, Kristen hatte es ebenfalls nicht so gut getroffen, sie wurde die ganze Zeit nach dem Juwelierladen gefragt und ob ihre Eltern noch leben würden. Außerdem waren viele entweder fasziniert von ihrer Wunde oder sie schienen ein wenig Angst davor zu haben.
Nun - vier Tage später - hatte sich die Aufregung zwar etwas gelegt, aber die Medien schnitten dieses Thema dennoch ab und zu immer mal wieder an. Und ich hatte mich sogar schon einigermaßen daran gewöhnt. Das Einzige was mir allerdings noch ein wenig Sorgen bereitete, war, dass mein Name überall zu lesen oder zu hören war. Es würde die Aufmerksamkeit des Jokers also nur noch mehr auf mich lenken. Doch bis jetzt schien alles ziemlich ruhig. In den letzten Tagen hatte kein einziges Verbrechen mehr stattgefunden - von keinem der Kriminellen. Was in gewisser Weise hier in Gotham sogar noch gruseliger für mich erschien, als sonst.
Es war einfach zu ruhig.
So lief ich jetzt gegen Abend durch die befüllten Straßen Gothams, da ich noch ein paar Sachen für meine Mutter und mich einkaufen war. Dabei achtete ich nicht wirklich auf meine Umgebung und versuchte nur so schnell und unauffällig wie möglich nach Hause zu gelangen. Doch sollte meine Unaufmerksamkeit mich noch bestrafen als ich mit einem Ruck in eine Seitengasse gezogen und gegen die kalte Wand gedrückt wurde. Meine Tasche mit den Einkäufen fiel auf den Boden und mir wurde schnell eine Hand über den Mund gelegt, um mich vom Schreien abzuhalten, was allerdings unnötig war, da ich in dem Moment vor Schock keinen einzigen Ton hätte herausbringen können.

DU LIEST GERADE
Love is Madness || Joker x OC
FanfictionLustig wie sich das Leben mit nur einem schlechten Tag ändern kann. Tara hat den schlimmsten Tag ihres Lebens bereits erlebt, welcher sie schon an den Rand des Wahnsinns trieb. Was passiert also, wenn eine bestimmte Person vorbeikommt und es schafft...