Pov Clary
Draco's Wunde war zum Glück nicht sehr tief, aber auf seinem rechten Auge würde er wohl nicht mehr sehen können. Dieser Schmerz in seinem Blick ließ Schuldgefühle in mir hochkommen. »Takuya, bring mir bitte einen Verbandskasten. In dem Rucksack dort sollte einer drin sein«, befahl ich. Takuya holte zügig den Verbandskasten und drückte ihn mir in die Hand. Ich tupfte das Blut ab und desinfizierte die Wunde. »Die Wunde wird verheilen, doch sehen wirst du auf dem Auge nichts mehr«, sagte ich gesenktem Blick. Ich schaute kurz zu Lou und Takuya, die mich erwartungsvoll anstarrten, dann wandte ich meinen Blick wieder zu Draco. »Wärst du so freundlich, deine Hand von meinem Auge zu nehmen?«, bat Draco mich. Ich tat wie geheißen. »Wo ist denn der Schnitt?«, fragte ich verwirrt. »Du besitzt Heilmagie, Aki, durch die Draco wieder sehen kann«, freute sich Takuya. »Er konnte die ganze Zeit sehen, nur halt mit einem Auge und jetzt wieder mit beiden«, sagte ich kalt. Ich erhob mich und entfernte mich von den anderen. Ich lehnte mich zum Nachdenken an einen Baum. Clary. Clary. Dieser Name kommt mir bekannt vor, dachte ich.
»Alles okay, Aki?« Ich sah nach oben und erblickte Lou. »Ich... Ja, mir geht's gut, war nur in Gedanken.« »Ich weiß nicht warum, aber ich mag dich nicht«, meinte Lou trocken. »O-okay, das kam unerwartet«, entgegnete ich. »Du hast etwas mit Clary's Verschwinden zu tun«, beschuldigte Lou mich. »Sag schon, wo ist sie?« Da war schon wieder dieser Name. Clary. Sie musste Lou sehr wichtig sein.
Erinnerungen, die nicht mir gehörten, stiegen mir wieder in den Kopf. Eine, in der ein weißhaariges Mädchen, das mir sehr ähnlich sah, gegen eine schwarz gekleidete Person kämpfte. Hunderte weitere Erinnerungen erschienen vor meinem inneren Auge. Es waren zu viele auf einmal. Ein stechender Schmerz explodierte in meinem Kopf. Ich schrie vor Schmerz und Lou, die jetzt neben mir stand, wich erschrocken zurück. Ich hielt mir den Kopf und schrie. Der Schmerz war unerträglich. »Mach, dass es aufhört!«, brachte ich zwischen meinen Schreien hervor. Lou starrte mich an. Plötzlich war der Schmerz weg. Einfach verschwunden. Etwas kaltes rann meine Wange hinunter. Eine Träne fiel zu Boden. »W-was w-war das?«, fragte ich mit zitternder Stimme. Weitere Träne tropften auf den Boden. Lou entfernte sich langsam von mir. »Ich lass dich mal in Ruhe.«
Ich weinte noch einige Zeit. Schließlich zog ein Rascheln im Gebüsch meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und setzte wieder eine gleichgültige Miene auf. »Wer ist da?« Im nächsten Moment stürmten mehrere schwarz gekleidete Personen auf mich zu. Sie sahen aus wie die aus der Erinnerung, die nicht mir gehörte. Ein paar trugen Schwerter und andere waren mit Armbrüsten bewaffnet. Ich knurrte kampfbereit und zückte mein Schwert. Seine schwarze Klinge glühte leicht; es freute sich auf den Kampf. Takuya und Draco schienen den Lärm gehört zu haben, denn sie kamen auf mich zu gerannt. Takuya warf Draco seine Dolche zu und zückt seine Waffe.
Ich schnellte vor und rammte einem Angreifer mein Schwert in den Magen, doch es erklang nur ein dumpfes metallisches Geräusch und das Schwert prallte ab. »Metall?« Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Draco und Takuya von den Schützen getroffen wurden und zu Boden gingen. »Takuya! Draco!«, schrie ich. Unsere Angreifer hatten bemerkt, dass die beiden außer Gefecht waren und richteten ihr Schwerter auf sie. »Nein, ihr werdet ihnen nichts tun!« Schützend stellte ich mich vor die beiden. Mein Schwert wirbelte nur so durch die Luft, als ich damit die Angreifer abwehrte. Metall, das auf Metall prallte, ließ Funken flogen durch die Luft. Verdammt, mein Schwert tut ihnen nichts an! Ich könnte Takuya gerade gut gebrauchen. Da kam mir eine Idee. Ich wartete einen Moment ab, in welchem meine Angreifer nicht fokussiert waren und schnappte mir Takuya's Elektrowaffe. Damit konnte ich die Angreifer endlich besiegen. Die Luft knisterte, als Blitze durch die Luft schossen und die Angreifer elektrisierten. Ich musste zugeben, dass es wirklich Spaß machte. Ich muss unbedingt Takuya fragen, ob ich mir die mal ausleihen kann.
Doch während ich so um mich schoss, war ich etwas unachtsam gewesen unf ein Pfeil schnitt mir die Wange auf. Die Wunde brannte und warmes Blut lief mein Gesicht hinab. Ein weiterer Pfeil traf mich, diesmal in den linken Arm. Ich zog ihn sofort wieder raus und warf ihn auf den Boden. Kurz darauf wurde mein Arm schlaff und die Waffe fiel mir aus der Hand. Vergiftete Pfeile! Deswegen waren Draco und Takuya also sofort zu Boden gegangen.
Ohne die Elektrowaffe konnte ich nichts mehr gegen die Angreifer ausrichten. Ein dritter Pfeil traf mich in die Brust. Die Wunde war zwar nicht tief, aber das Gift verbreitete sich schnell. Mir wurde schwindelig, die Welt drehte sich vor meinen Augen. Ich sackte schwach zu Boden. Mein Körper war taub und konnte mich nicht mehr bewegen. Ein weiterer Pfeil traf mich, diesmal in den Rücken. Meine Augenlider schlossen sich langsam. Ich verliere mein Bewusstsein!, traf mich die Erkenntnis.
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Lost In Reality
FantasíaClary. Eine etwas aufbrausende, aber doch durchschnittliche Schülerin aus Amerika. Jedenfalls bis zu einem Zwischenfall, der sie in eine Werwölfin verwandelt. Takuya. Ein ebenfalls durchschnittlicher, allerdings eher unauffälliger Schüler aus Jap...