'London konnte ein so scheußlicher Ort sein. Er konnte so grau und verregnet sein, so kalt und traurig. Es schüttete wie aus Kübeln – oder wie Briten zu sagen pflegten, It's raining cats and dogs.
Im strömenden Regen rannte ich also aus der U-Bahn-Station und suchte das Restaurant auf, das Niall mir genannt hatte.
Währendessen versuchte ich mit allen Mitteln, meinen Kopf irgendwie bedeckt zu halten, damit ich nicht völlig durchnässt ankommen würde. Obwohl ich schon mein Leben lang in England lebte, vergaß ich beinahe jeden Tag meinen Regenschirm.
Als ich das Gebäude im Hyde Park Corner also endlich erreicht hatte, stellte ich mich unter einen Vorsprung des Daches und wartete auf Niall. Gleichzeitig suchten meine Augen die Gegend ab, ob ich ihn vielleicht irgendwo entdecken konnte.
Das Restaurant sah von außen sehr edel aus, sehr teuer. Vermutlich hätte ich mich freiwillig niemals hier her gewagt. Alles sah so nobel aus, beinahe zu nobel. Aber was hätte man von einem Popstar auch erwarten sollen?
Es dauerte noch einige Minuten, in denen ich zitternd unter dem Dachvorsprung stand und beide Arme um meinen Körper schlang – soweit mir das überhaupt noch möglich war.
Schließlich hörte ich eine Stimme hinter mir, die ich eigentlich gar nicht hören wollte. „Da bist du ja.“
Augenblicklich fuhr ich herum, und meine Laune verbesserte sich nicht wirklich, als ich Niall dort im Türrahmen stehen sah. „Weshalb stehst du draußen im Regen?“
„Weil ich dachte dass du noch nicht da bist“, antwortete ich und gab mir Mühe, nicht allzu abweisend zu klingen. Immerhin lud er mich zum Essen ein und das Gespräch schien ihm wirklich wichtig zu sein.
Wütend war ich allerdings trotz allem auf ihn.
„Komm lieber rein, bevor du dir eine Erkältung zuziehst“, er winkte mich zu sich, und zum ersten Mal fiel mir auf, dass er einen sehr teuer aussehenden, schwarzen Anzug trug. Irgendwie wurde ich das Gefühl nicht los, dass ich mit meiner Jeans und einem etwas weiter geschnittenen Shirt ziemlich daneben lag.
Als ich das Restaurant betrat, wurde mir beinahe schlecht. Nicht, weil es in irgendeiner Art und Weise nicht schön gewesen wäre, sondern eben weil es so schön gewesen ist.
Die Wände waren nicht einfach nur in einer schönen Farbe angestrichen worden, sondern ganz offensichtlich mit einer ziemlich teuer aussehenden Tapete versehen worden – den Preis dafür wollte ich mir lieber gar nicht ausmalen.
Obwohl der Speisesaal bereits durch eine Glaskuppel an der Decke des Raumes in helles Licht getaucht wurde, brannten an den Wänden in regelmäßigen Abständen kleine Leuchter, die einen Teil der Wand in ein goldenfarbenes Licht tauchten.
Der Boden bestand aus weißem Marmor, auf dem große Teppiche lagen, auf denen die Tische standen. Auf diesen Teppichen befand sich das Muster einer Blume in rot- und brauntönen, während auf den Tischen ausschließlich weiße Tischdecken lagen, die perfekt gebügelt waren. Kein einziger Fleck befand sich auf den Tischen, die ich musterte.
Von der Decke hingen verzierte Kreise aus teurem Stoff, in deren Mitte Kristalle nach unten baumelten, an denen sich die Lichter befanden.
Ich musste schlucken. Es sah fast noch teurer aus als unser erstes Restaurant vor einigen Monaten.
„Setz dich“, unterbrach Niall meinen Gedankenfluss und deutete auf einen Tisch, vor dem er eben zum Stehen gekommen war.
Ich tat was er sagte und ließ mich auf einem der Stühle nieder. Sobald ich mich ordentlich an den Tisch gesetzt hatte, kam auch ein gut gekleideter Ober auf uns zu, der Niall ein Glas Champagner brachte, und vor mir ein Glas Wasser abstellte.

DU LIEST GERADE
Sharing the secret (Niall Horan FF)
Fiksi PenggemarWas passiert, wenn man ein Geheimnis hat, von dem zwangsläufig die ganze Welt erfährt? Und was passiert, wenn es trotzdem ein Geheimnis bleiben muss? Rose Alvin befindet sich in genau dieser Situation. Als sie erfährt, dass sie ein Kind von Niall Ho...