Raik ging durch das Gut von Thorvald. Seit Tagen hatte er Leya schon nicht mehr zu Gesicht bekommen. Er hatte das Gefühl, dass Svens Männer ihn von Leya abschirmten. Und er wusste genau, warum das so war.
Bilal, der dunkle Wikinger, wollte ihn nicht in die Nähe seiner Tochter lassen. Offenbar hatte Leya ihm von seinen Heiratsabsichten erzählt und Bilal war dagegen.
Er atmete tief durch und lief einfach immer weiter.
Wenn er stehen geblieben wäre, hätte er irgendjemanden vor Wut ins Gesicht geschlagen.
Eine Hand packte ihn und zog ihn in eine kleine Gasse.
Raik riss wütend seine Augen auf, aber als er Leya erkannte, wurde sein Blick liebevoll. Er nahm sie in seine Arme und küsste sie sanft.
„Oh Raik. Es tut mir so leid. Ich wollte schon viel früher zu dir, aber sie verhindern es immer wieder."
Sie schmiegte sich an ihn. Raik war einfach nur froh, dass er sie in endlich wieder seinen Armen halten konnte.
„Dein Vater akzeptiert mich nicht."
Es war eine Feststellung, keine Frage.
Sie holte tief Atem.
„So einfach ist es nicht erklärt. Du musst wissen, dass er in unserer alten Heimat einen hohen Rang hatte. Und nun ist er der Meinung, dass ich wieder dorthin soll. Das, was ich bisher gemacht habe, ist in seinen Augen nicht gut genug."
Er sah sie fragend an.
„Warst du eine Prinzessin oder so etwas?"
Sie zuckte mit den Schultern.
„Das hoffentlich nun nicht. Ich habe es nicht ganz verstanden, was ich sein soll. Aber ich soll zu meinen Großeltern zurückkehren.", schluchzte sie.
Er strich ihr sanft die Tränen aus dem Gesicht.
„Willst du das denn?"
Sie lehnte ihre Stirn gegen seine Brust.
„Ich will es nicht. Aber irgendwie doch. Ich will meine Großeltern gerne sehen. Aber ich will nicht für immer dort bleiben. Doch mein Vater...mein Vater..."
Sie schluchzte wieder auf.
Raik verstand, was sie sagen wollte.
Leya war hin und her gerissen. Sie konnte sich nicht entscheiden, was sie tun sollte. Wenn sie sich für ihn und die Kinder entschied, würde ihr Vater traurig werden. Wenn sie die gehorsame Tochter war und mit ihrem Vater ging, würde sie Raik unglücklich machen.
Raik fiel ein, was die Seherin zu ihm gesagt hatte.
Du wirst für sie entscheiden müssen!
Bei allen Göttern, warum wurde er so bestraft?
Er wusste, was es für Leya bedeutete, dass sie ihren Vater wiedergefunden hatte. Schließlich hatte er gesehen, wie glücklich sie darüber war. Ihr halbes Leben hatte sie gedacht, dass er tot war. Jeder hatte ihr die Hoffnung genommen. Er selbst hatte nicht daran geglaubt, dass ein Sklave so lange überleben konnte. Nun, Bilal war ja kein Sklave mehr, doch auch die Geschichten des dunklen Wikingers hätte Raik nie in Verbindung mit Leya gebracht. Er hatte ja nicht einmal daran geglaubt, dass es diesen dunklen Wikinger wirklich gab. Seine Geschichten wurden Kindern erzählt, wenn sie unartig waren. Ihm selbst war schon einmal mit dem dunklen Wikinger gedroht worden.
Er bestraft alle, die ungerecht und böse sind.
Und nun wurde er wirklich von ihm bestraft.

DU LIEST GERADE
Raiks Offenbarung -Gunnarsson-Saga Teil 5-
Tiểu thuyết Lịch sửRaik Tjarksson hält nichts von den Legenden, die um seine Familie gesponnen wurden. Er glaubt nicht daran, dass die Götter ihm eine Frau bereithalten, die ihn zu einem der Söhne Odins macht. Aus Vernunft geht er eine lieblose Ehe ein. Doch die Gött...