Mittlerweile war es 11 Uhr und Hermine schlenderte noch immer durch Geschäfte. Sie machte nicht nur in Büchergeschäften halt, sondern nahm sich auch die Zeit für Modegeschäfte und Drogerien. Sie wollte auch äußerlich ihr neues „Ich" präsentieren. Neben ihrem Charakter war auch ihr Selbstbewusstsein einer der Eigenschaften, die sich sehr gestärkt haben. Sie legte mehr Wert darauf, was ihr Gegenüber wahrnahm, ohne sich abhängig von ihm oder seiner Meinung zu machen. Außerdem fand sie Gefallen daran, sich an Make-up und verschiedenen Modestilen auszuprobieren, vergaß dabei jedoch nicht sie selbst zu bleiben. Bei diesen Gedanken bleibt Hermine vor einem gespiegelten Schaufenster stehen und schaute sich an. Sie trug heute eine weiße langärmlige Bluse, eine Röhrenjeans - die ihre Figur perfekt zur Geltung brachte -, dazu einen dünnen beigefarbenen Mantel, schwarze Boots und eine ebenfalls Schwarze Handtasche. Ihr Make-up war heute eher dezent gehalten; etwas Make Up - um ihre Augenringe zu verdecken -, Wimperntusche und einen dezenten Lidstrich - um ihre Augen mehr zur Geltung zubringen - und etwas Lippenstift, der ebenfalls neutral gehalten war. Bei ihren Haaren angekommen, musste sie etwas schmunzeln. Sie dachte an die Zeit zurück, wo sie wegen diesen gehänselt wurde. Sie waren immer so struppig und eher mit einem Vogelnest zu vergleichen als mit einer Frisur. Heute waren sie jedoch leicht gelockt, hatten einen schönen Schnitt und glänzten in einem schönen bräunlichen Ton. Hermine war mehr als zufrieden. Es schien für viele übertrieben zu sein, dass sie sich in ihrem Alter so erwachsen kleidete, aber sie fühlte sich so einfach viel wohler. Es war immer noch sie, die sie da im Spiegel sah und keine unbekannte Person. Grinsend lief sie weiter.
Nach etwa zehn Minuten Fußweg stand sie vor dem letzten Geschäft, was auf ihrer geplanten Liste stand. Es war ein größerer Schmuckladen, denn sie wollte zu ihrer neuen Garderobe ebenfalls den passenden Schmuck tragen. „Einen schönen guten Tag die Dame. Wollen Sie vielleicht ihre Einkäufe abgeben, um sich in Ruhe umschauen zu können?" begrüßte sie eine ältere Frau hinter der Theke. Erst jetzt fiel Hermine auf, dass sie schon einiges gekauft hatte, bereute es jedoch keineswegs und gab dankend ihre Einkaufstaschen der Frau. „Wenn Sie mich brauchen dann sagen Sie einfach Bescheid" sagte diese. „Vielen Dank, darauf werde ich zurückkommen" erwidert Hermine mit einem Lächeln und drehte sich zu den Vitrinen mit Armbanduhren. Eine nach dem anderen schaute sie sich an und blieb schlussendlich an einer goldenen schlichten hängen. Sie gefiel ihr gut. Diese erinnerte sie an die Armbanduhr, die ihr Vater damals ihrer Mutter zum Hochzeitstag schenkte. Schon damals hatte sich Hermine in dieses Modell verliebt und somit war es beschlossen, dass sie sie kauft. Des Weiteren kaufte sie sich einige Ketten und Ohrringe, 2 Armbänder und auch für ihre Freunde und die Weasley Familie fand sie einige schöne Dinge. Nachdem sie nun auch das erledigt hatte, schaute Hermine auf die Uhr. Es war mittlerweile 14 Uhr und so langsam machte sich wieder ein leichtes Hungergefühl breit. Das traf sich gut, denn sie war gerade in der Nähe der Charing Cross Road und somit auch des Tropfenden Kessels. Sie wollte zwar nicht dort etwas essen, aber so konnte sie auch nochmal einen kleinen Abstecher in die Winkelgasse machen. Entschlossen lief sie los und nach einigen Minuten erreichte sie eine dunkle Holztür.
Schnell drückte sie die Türklinke herunter und huschte blitzschnell durch. Drinnen war alles wie vor dem ganzen Tumult, es wurde geredet, getrunken und gelacht, es roch jedoch nicht abgestanden, so wie Hermine den Geruch immer wahrnahm, wenn sie hier war. Es roch köstlich nach Braten und Bier, aber so verlockend es auch war, sie hatte andere Pläne. Nach der Schlacht hatte Tom, so hieß der Wirt, der dieses kleine Pub führte, sich vorgenommen, seine Kundschaft und Gäste besseres zu bieten. Er gab mehr Geld für Personal und gutes Essen aus und das machte sich auch nach und nach bezahlt. Tom hatte viel mehr belegte Zimmer, viel mehr hungrige Gäste als bei seiner vorherigen Führung. Das machte ihn stolz und dies machte sich auch stark bemerkbar. „Hallo Hermine, wohin geht es denn?". „Oh Hallo Tom," rief diese ihm zu „ich bin auf dem Weg zu George und Ron, ich wollte sie nach langem Mal wiedersehen". Dieser nickte nur freundlich und winkte kurz zum Abschied. Mit einem Zauber verkleinerte sie ihre Einkaufsbeutel und verstaut sie in ihre Handtasche, so auffällig wollte sie nun auch nicht unterwegs sein. Hermine grinste mittlerweile über beide Ohren, denn sie freute sich riesig, wenigstens ein paar ihrer Freunde wieder zu treffen. Selbst auf Ron freute sie sich.
Ein paar Wochen nachdem die Schlacht gewonnen war, wurde beide in einem tiefgründigen Gespräch bewusst, dass sie ihre Freundschaft nicht aufs Spiel setzen wollten und trennten sich im Guten. Natürlich war dies anfangs schwierig für beide, aber Hermine wusste, dass es das Beste für sie war.
Schnellen Schrittes lief sie die Winkelgasse entlang und war mehr als erstaunt. Das letzte Mal als sie hier gewesen ist, lag hier alles in Schutt und Asche. Jetzt erstrahlte alles wieder in seinem alten Glanz. Auch hier war es voller als erwartet, jedoch wusste sie sofort woran es lag und lief weiter, bis sie endlich an ihr Ziel kam.
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"Ich bin nicht's ohne dich"
FanficDie Schlacht lag Wochen zurück und trotzdem erinnerte noch vieles daran. Es war jedem bewusst, dass es viele Veränderungen geben würde, aber welches Ausmaß diese annahmen erahnte wohl niemand.