Aller Anfang ist schwer

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Es hatte sich einiges verändert. Ich hatte gehört, wie Bella wieder erwacht war. Doch ich war nicht dabei. Und Alec und ich hatten die Volturi verlassen. Wir wollten beide nicht länger ein Teil von ihnen sein. Bree wusste mittlerweile, dass Bella überlebt hatte, aber dad wusste es noch nicht. Und er sollte es auch noch nicht wissen. Ich kam hin und wieder bei ihm vorbei. Er lebte mittlerweile mit Sue Clearwater zusammen. Leah und Seth waren mit ihr eingezogen. Die beiden teilten sich mit Bree Bellas und mein altes Zimmer, aber die beiden Wölfe würden in ihr altes Haus zurück ziehen, sobald Leah 18 werden würde. Und Bree hatte auch vor, bald auszuziehen. Alec hatte sich bei mir im Haus der Cullens einquartiert. Es ließ sich wirklich angenehm bei ihnen leben. Und dann war da noch Renesmee. Sie war so ein wunderbares goldiges Baby. Wenn sie in deinen Armen einschlief und auch am nächsten Morgen in deinen Armen aufwachte, dann sah sie dir morgens blinzelnd in die Augen und lächelte. Viel mehr strahlte sie einen an. Und manchmal legte sie dir auch ihre Hand auf deine Wange und zeigte dir die strahlende Sonne draußen. Das hieß meistens, dass sie in die Sonne wollte. Sie konnte es natürlich noch nicht mit Worten beschreiben, aber sie zeigte mit Bildern, was sie wollte. Rose und ich wechselten uns ab mit Babyzeiten am Tag. Jeder hatte ein paar Stunden. Sie schlief oft in Edwards Armen natürlich, aber auch in meinen, Rosalies, oder Esmes. Ich hatte gerade Babyzeit, als meine Schwester in diesem dunkelblauen Kleid den Raum betrat. ,,Willkommen in der Familie", sagte Esme freundlich zu ihr. ,,Du siehst sehr schön aus Bella", sagte dann auch Alice. ,,Bella", begrüßte ich dann auch meine Schwester und umarmte sie vorsichtig, während ich im anderen Arm Nessi hielt, ,,Hier möchte dich dringend jemand kennen lernen." Und das stimmte. Ness zeigte uns quasi ununterbrochen das Bild, dass sie als erstes von Bella hatte. Ich gab sie meiner Schwester in die Arme und das Bild passte perfekt. Schon legte sich die kleine Hand an Bellas Wange. ,,Was ist das?", fragte Bella verwirrt. ,,Sie hat dir ihre erste Erinnerung an dich gezeigt", erwiderte Edward. ,,Ja, aber wie macht sie das?", fragte Bella weiter. ,,Woher kann ich Telekinese", antwortete ich dann, ,,Wie liest Edward Gedanken, wie sieht Alice die Zukunft. Das ist ihre Gabe." ,,Und ich war wirklich nur zwei Tage ohne Bewusstsein?", hakte Bella nach, während Mutter und Tochter einander anstrahlten. ,,Sie wächst ungewöhnlich schnell", erwiderte Carlisle darauf. ,,Okay, dass reicht mit den Experimenten", meldete sich Jacob zu Wort und angelte nach Renesmee. ,,Jacob, sie macht das sehr gut", hielt ich den Wolf zurück. ,,Ja, aber...", warf er ein, ,,Übertreiben wirs nicht." ,,Was ist dein Problem?", fragte dann auch Bella. Stimmt. Sie wusste ja nichts von der Prägung. ,,Los, sag es ihr Jacob", forderte Rosalie. ,,Das wird ein Spaß", meinten Alec und Emmet gleichzeitig im Hintergrund und grinsten um die Wette. Edward nahm Bella Renesmee ab, dann erzählte Jake auch schon: ,,Es hat etwas mit Wölfen zu tun." ,,Was hat mit Wölfen zu tun?", fuhr mein Zwilling ihn direkt an. ,,Du weißt wir haben keine Kontrolle darüber. Keinen Einfluss darauf, wann und mit wem es passiert", fuhr Jacob fort, ,,Es bedeutet nicht das, was du denkst Bella, ich schwörs." ,,Schafft Renesmee aus dem Zimmer", knurrte Bella dann und sah Jacob finster an, ,,Eli, fass mich jetzt nicht an, ich möchte dir nicht weh tun." ,,Oh", machte Jacob noch und schon griff Bella ihn im Nacken und schmiss ihn von der Veranda auf den Waldboden. Seth und Leah kamen angetrabt. ,,Du hast dich auch meine Tochter geprägt?", brüllte Bella den armen Jacob an. ,,Es war nicht meine Absicht!", verteidigte Jacob sich mit erhobenen Händen. ,,Sie ist noch ein Baby!", keifte Bella und Jacob musste einen weiteren Tritt einstecken. ,,Denkst du Edward hätte mich sonst am Leben gelassen?", versuchte Jake sich zu verteidigen. ,,Ich denk noch drüber nach", grummelte der von der Veranda. ,,Du wirst dich von ihr fern halten", fuhr Bella mit ihrer Schimpftirade fort. ,,Du weißt, dass kann ich nicht!" ,,Ich hab sie einmal im Arm gehalten Jacob, einmal! Und du bildest dir ein, du hättest irgendeinen dämlichen wölfischen Anspruch auf sie. Sie gehört mir!" Und Jake flog gegen einen Baumstamm. ,,Schon in Ordnung Leah", sagte er zu der grauen Wölfin, ,,Weißt du noch? Vor drei Tagen wolltest mich mich unbedingt um dich haben. Das ist vorbei oder?" ,,Schon längst", gab Bella kalt zurück. ,,Denn das war sie", erwiderte Jacob, ,,Von Anfang an war es Nessi, die mich da haben wollte." ,,Nessi?", brüllte sie dann auch schon wieder los, ,,Du nennst meine Tochter nach diesem Lochnessmonster?" Seth sprang auf sie zu und auch er flog gegen einen Baum. ,,Halt sie auf Edward", bat Esme ihren Sohn verzweifelt. ,,Er hat gesagt, es ist in Ordnung", gab Edward jedoch nur zurück, ,,Sie ist unglaublich, oder?" Ja, dass war sie wirklich. Aber das war sie schon immer. ,,Seth, alles okay?", rief ich dem sandfarbenen Wolf zu. ,,Seth, es tut mir leid", murmelte auch Bella bestürzt in seine Richtung. ,,Der wird schon wieder", meinte dann Jacob, ,,Bella, du kennst mich. Besser als irgendjemand sonst. Alles was ich will ist, dass Ness... Renesmee. Das sie sicher ist. Glücklich. Weißt du, nichts hat vorher einen Sinn ergeben. Du, ich, nichts davon. Und jetzt versteh ich erst, wieso. Das war der Grund."

Jake hatte Bella für den Moment besänftigt. Am Abend lag der Wolf schnarchend auf der Couch. Bella stand da mit Renesmee auf ihren Armen und ich saß mit Alec oben auf dem Dach des Hauses. Jacobs Schnarchen hörte ich dank meiner Vampirohren bis aufs Dach. ,,Ich hab mich noch nie so frei gefühlt, wie hier mit dir", sagte Alec sanft zu mir und zog mich in seine Arme. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust, schloss die Augen und murmelte: ,,Ja. Hier zu sitzen ist was anderes. Aro scheucht einen nur von früh bis spät durch die Ecken der Welt, während du dich eigentlich am liebsten mit einem schönen Disney-Film auf der Couch in eine Decke einmummeln würdest. Weißt du, ich hab mir tatsächlich Sorgen gemacht, dass Bella total durchdreht als Neugeborene. Aber ich hab meine Schwester unterschätzt." ,,Ich denke, dass haben wir alle", erwiderte Alec darauf und küsste mich sanft auf die Wange, ,,Ihr Wutausbruch hat mich daran erinnert, wie der arme Felix dich bei einem Disney-Film im Kino gestört hat. Er hat sich seitdem nicht mehr getraut, ein Kino auch nur anzusehen." ,,Tja, ich bin eben ein Disney-Freak", lachte ich und küsste meinen ebenfalls lachenden Freund auf die Lippen. Er löste sich jedoch nach kurzer Zeit wieder von mir und sagte: ,,Komm schon Eli, wir haben einen Geburtstag zu feiern." Tatsächlich hatte ich ganz vergessen, dass ich Geburtstag hatte. So richtig bewusst wurde es mir erst, als ich Alice unten im Haus fröhlich sagen hörte: ,,Tja, wir feiern trotzdem, also reg dich ab." Meine Schwester, die Geburtstagshasserin. Aber ich war mir ziemlich sicher, sie würde sich über ihr Geschenk freuen... 

Bis(s) zum Ende der Nacht What if...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt