"Siehst du? Er hat uns nicht verlassen", sagte ich zu meinen kleinen Ich. "Und ich bin auch hier! Wenn wir zusammen..." "Er wird uns aber wieder verlassen, sobald die 24 Stunden um sind", unterbrach sie mich. "Dann müssen wir ihn dazu bringen, dass er unser Blut trinkt!" "Aber wie?" "Wir haben noch genügend Zeit, mir fällt schon was ein." "Nya~", machte eine kleine Katze und sprang auf den Schoß von meinem kleinen Ich. "Da bist du ja wieder", sagte sie. "Die Katze von vorhin. Was macht sie hier?" "Sie ist die einzige, die übrig blieb", sagte sie und streichelte sie. "Aber dann wurden wir doch gar nicht von allen verlassen, selbst wenn es nur ein Tier ist." "Sie ist doch keine gewöhnliche Katze." "Wie? Was ist sie dann?", fragte ich verwirrt. "Sie ist..."
Ich wachte auf. Schon das dritte mal, nachdem Shiro und ich diesen vorübergehenden Vertrag geschlossen hatten. Wir mussten im selben Raum schlafen, weil wir nur eine bestimmte Entfernung voneinander entfernt sein durften. Es war nicht so, dass wir nicht versucht hatten, nicht im selben Raum zu schlafen, aber... Ich seufzte. Am Ende hatten wir mit Chiharu und Chiaki Zimmer getauscht, da in ihren zwei Betten waren.
'Wie spät ist es jetzt eigentlich?' , fragte ich mich selbst, während ich meine Augen rieb. 'Es gibt hier anscheinend keine Uhr...Wir müssen aber vor Mika und Kiyo wach sein, damit wir diesen Vertrag geheim halten können. Ich weiß nämlich nicht, wie sie reagieren würden. Aber am Schlimmsten ist, dass ich tatsächlich nicht mehr viel Zeit habe, um mir etwas auszudenken'. Ich stand auf und wollte das Zimmer verlassen, da wurde ich auch schon durch den ganzen Raum zurückgezogen. "Autsch", sagte ich und rieb mir den Kopf, mit dem ich als erstes auf den Boden aufkam. 'Wie konnte ich das Ding nur vergessen?' Es war etwas, dass uns verband, weshalb wir auch für 24 Stunden nicht zu weit voneinander weggehen konnten. Es war die meiste Zeit unsichtbar, nur wenn man sich zu weit entfernte, erschien es. 'Aber so kann man doch keine 24 Stunden aushalten!' , dachte ich genervt. Ich zog, so stark wie möglich, an dieser Verbindung, dass Shiro aus dem Bett fiel. "Was glaubst du eigentlich, was du da gerade gemacht hast?!", funkelte er mich wütend an. "Ich wollte dich aufwecke oder eher gesagt wollte ich aus dem Raum gehen, um nachzusehen, wie spät es ist." "Du hättest mir auch einfach befehlen können, dass ich aufstehen soll!" "So einfach geht das? Ich kann dir also alles befehlen und du machst das dann?" "Ja." "Na dann...Trink mein Blut!", sagte ich entschlossen. "Du must auf meine Befehle hören, richtig Shiro?", sagte ich, während ich auf ihn hinab sah. "Verdammt ich mach's ja schon!", rief er genervt und biss in meinen Arm, den ich ihn hinhielt. Sofort erschien eine Kette, die meinen Arm und seinen Nacken/Hals miteinander verband. "Wir sind immer noch aneinander gekettet?", fragte ich verwirrt. "Ach echt?!", fragte er ironisch. "Aber ich dachte, dass dieses Distanzlimit-Ding vergrößert wird!?" "Das wurde es ja auch!" Plötzlich knallte die Tür auf. "Sagt mal, ihr Beiden, was macht ihr hier eigentl...Moment mal! Warum seid ihr hier und wo sind Chiaki und Chiharu!?", fragte Mika wütend. "Na wonach sieht es denn für dich aus, huh? Wir haben einen Vertrag geschlossen." "Chiaki und Chiharu sind in unseren Zimmern, weil wir uns nicht so weit voneinander entfernen konnten", erklärte ich leise. "...Interessant, was ihr so hinter unseren Rücken macht. Was soll ich davon halten?", fragte Mika. "Ihr seid gestern auch abgehauen, richtig? Ihr wolltet uns nur glauben lassen, dass ihr die ganze Zeit da wart...", sagte Mika streng und ging weg. "Na wenigstens will sie keine Bestätigung oder Antwort", sagte World End. Kurz darauf lösten sich die Ketten wieder auf. "Bin ich jetzt frei?", fragte ich überrascht. "Hä, wieso frei? Ich bin derjenige, der das sagen müsste! Aber nein, die Kette kommt in bestimmten Situationen wieder. Zum Beispiel, wenn ich dein Blut trinke...Wozu brauchst du mich überhaupt!?", fragte er genervt. "Ehm...ich wollte nicht von noch mehr Leuten verlassen werden..." '...Meine Mutter, meine Schwester, ein guter Freund und sogar ich selber...' "Meine Mutter, Chika und sogar du...Ich kenne und kannte doch nur euch so richtig, selbst wenn ich sie vergessen habe..." "Was heißt hier 'so richtig'? Ich wusste nicht mal, dass du mich wirklich kennst! Außerdem, was ist mit Mika und Kiyo! Die wären bei dir geblieben und das wahrscheinlich für immer! Jetzt müssen wir ebenfalls hier bleiben!" "Na und? Was ist denn so schlimm daran? Wo würdest du lieber leben? In einen sicheren Haus, geschützt vor Sonnenstrahlen oder, was weiß ich, unter einer Brücke, mit Angst, dass die Sonnenstrahlen durchkommen und deine, ach so geliebten, Abkömmlinge erwischen könnten? 'Ups, da kam Sonnenlicht durch, hätte ja niemand ahnen können' Ja und weg sind sie! Die Tage werden auch irgendwann länger, ne? Was dann? Ihr könnt nirgendwo sonst hin!" "Yuria-chan..." "...du hast so weit vorausgedacht?", fragten zwei Personen, Chiaki und Chiharu. "Äh...seit wann seid ihr hier?" "Nicht so lange...aber da hat jemand so rumgeschrien, da mussten wir einfach nachgucken." "Ihr verdient euch gerade den besten Ruf in der Nachbarschaft, Glückwunsch. Dazu kriegt ihr bestimmt noch 'ne Standpauke von Mika." "Entschuldigung", sagte ich leise. "Naja, ich rede hier hauptsächlich über ihn hier", sagte Chiaki locker und zeigte auf Shiro. "Wir haben aber trotzdem alles belauscht", nuschelte Chiharu in ihren Plüschhasen, den sie an sich gedrückt hielt. "Haru, sag das doch nicht so la~aut", flüsterte ihr Chiaki zu. Shiro und ich standen nur still da und sahen den Beiden zu, wie sie sich beide ärgerten. "Wird so jetzt jeder Morgen aussehen?", fragte ich leise. Ich erwartete eigentlich keine Antwort, aber Shiro antwortete trotzdem: " So sah doch sowieso schon jeder Morgen aus." "Morgen, ihr Vier, schon so früh so lebhaft?", fragte Kiyo, die gerade vorbei kam. "Natürlich" "Wie jeden Morgen", antworteten die Beiden. "Hehe, wie schön. Ah, bevor ich es vergesse, wir wollten heute darüber reden, was demnächst passieren wird." "Was soll 'n schon demnächst passieren? Egal wie oft ihr auch darüber 'redet', es bleibt eh immer alles beim alten!", merkte Shiro an. "Bleib doch einfach ruhig, du wirst es schon mitbekommen." "Also ich bin dann mal gespannt", sagte Chiaki nicht überzeugt. "Am Ende ändert ihr doch eh nichts, pff", sagte Chiharu. Kiyo warf mir noch einen Blick zu, den man mit "Ich lass dich jetzt mit diesen Idiotenhaufen alleine" oder mit "Tut mir jetzt echt leid für dich, aber ich verzieh mich jetzt erstmal" hätte deuten können. Auch wenn es im Endeffekt dasselbe war. "Chiaki, Chiharu?" "Ja?" "Macht ihr eigentlich immer das Essen", fragte ich, um das Thema zu wechseln und vielleicht auch, weil ich etwas Hunger hatte. "Haru ist die einzige, die wirklich kochen kann. Ich schau ihr nur zu, weil...sie Sachen gerne verwechselt. Sie wollte mal Schokolade panieren", sagte sie, wobei sie den letzteren Teil flüsterte. "Ja und? Dafür hab ich dich ja! Mika hätte beinahe das Haus abgefackelt und Kiyo hatte nur Fertignahrung", sagte Chiharu klagend.
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(K)eine Servamp FF
FanfictionNachdem Yuria in einem Krankenhaus aufgewacht war, hatte sie jegliche Erinnerungen verloren. Bei den Versuch, diese wieder zu finden scheitert sie jedoch und wird durch ein "Getränk", welches ihr eine unbekannte Person hinterlassen hat, getötet. Ab...