Es gibt Gefühle die darfst du nicht zulassen. Verbotene Gefühle. Man unterdrückt sie, schluckt sie runter oder verleugnest sie. Man macht sich sogar über sie lustig und hofft das sie dadurch irgendwann verschwinden oder durch ein neues Gefühl ersetzt werden.
_________________________Neven Subotić pov
Langsam machte ich mich auf den Weg zum Stadion. Keiner wusste das ich hier war, sonst hätte ich seid meiner Ankunft bestimmt keine ruhige Minute gehabt. Ich wollte aber auch das mich keiner sah, denn schließlich war ich nur hier um ihn zu sehen. Ich weiß nicht was er tun würde wenn er wüsste das ich hier bin. Würde er komplett ausrasten oder sich freuen? Wobei ich letzteres mal bezweifle, denn immerhin hab ich ihn in die Wüste geschickt bevor ich den Verein gewechselt habe. Ich habe uns nicht mal eine Chance gegeben es zu versuchen, denn ich wusste das es ihn niemals glücklich machen würde. Er sollte frei sein und es hat Wirkung gezeigt. Ein paar Monate später hatte er sich öffentlich geoutet. Er hat den Mut aufgebracht den ich nicht hatte. Er hat sich von der Kritik nicht unterkriegen lassen, denn die gab es mehr als gedacht. Doch er ist stark geblieben und das machte mich unglaublich stolz.
Ich versuchte mir immer wieder Zeit zu nehmen um mir seine Spiele anzugucken, doch das war mit meiner aktiven Karriere nicht so einfach, weshalb ich eher selten die Gelegenheit bekam ihn live zu sehen. Heute hatte ich aber die Möglichkeit ihn zu sehen, worüber ich mehr als glücklich war.Ich fuhr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Stadion. Die Cap tief ins Gesicht gezogen und die zu große Sonnenbrille im Gesicht, versuchte ich recht unauffällig ins Stadion zu gelangen. Klar hätte ich auch den Hintereingan nehmen können, aber dann hätten sie alle gewusst das ich hier bin, inklusive ihm und das wollte ich nicht.
Das Spiel hatte seine Höhen und Tiefen, doch eigentlich achtete ich nur auf ihn. Ich verfolgte jeden seiner Schritte. Es stand immer noch 0:0 und es ging in die Nachspielzeit. Man irgendeiner von denen musste doch mal ein Tor schießen. Ich könnte sein niedergeschlagenen Gesichtsausdruck nach einem verlorenen Spiel nicht ertragen. Er sollte doch strahlen, so wie er es immer tat, so wie es sich gehörte.
Sie waren dicht vor dem gegnerischen Tor und bekamen ein Freistoß. Gespannt wie alle anderen sah ich zu wie sich die Jungs verteilten und Marcel lief zu den beiden die vor dem Ball standen. Würden sie es antäuschen? Ich war so nervös, denn das würde die letzte Möglichkeit sein. Die Uhr tickte nämlich gewaltig. Ich wusste nicht ob ich hinsehen sollte oder nicht.
Ich entscheid mich dann aber doch dafür, denn immerhin war er dort. Sie zögerten es noch einen Moment hinaus und bevor er Anlauf nahm, sah er noch einmal ins Publikum, in meine Richtung. Ob er mich sah? Ich drückte ihm auf jeden Fall die Daumen.
Er nahm Anlauf und ... traf. Wie von einer Wespe gestochen sprang ich auf und freute mich für unser Team. Aber vor allem freute ich mich für ihn. Er traf so selten und damit waren die Tore etwas ganz besonderes. Ich sah wie er glücklich über den Platz rannte, in meine Richtung. Er strahlte nur so vor Glückseligkeit und ich konnte mein Grinsen selbst kaum unterdrücken. Er war an meiner Tribüne angekommen und sprang über die Bande "Kann ich mal durch?", wurde ich von einem Typen angerempelt, der es eilig zu schien hatte. Ich ließ ihn durch und er lief runter in die vorderste Reihe. Endlich sah ich ihn von nahen, als ich sah wie er zu mir hoch schaute. Er war einfach nur noch am strahlen und ich überlegte zu ihm runter zu gehen, ihm meine Glückwünsche auszudrücken, doch soweit kam es gar nicht.Der Typ der mich vorhin angerempelt hatte lehnte sich über die Brüstung zu meiner großen Liebe runter. Ich sah nur wie er von meinem Sonnenschein runtergezogen wurde und er ihn in einen leidenschaftlichen Kuss verwickelte.
Als ich das sah zog sich mein Herz zusammen. Er hatte ein Freund? Er ließ sich nicht mal von den anderen Mitspielern feiern, sondern widmete seine Aufmerksamkeit einzig und allein dem dunkelhaarigen Typen. Niedergeschlagen ließ ich mich auf meinen Stuhl nieder. Mir war jetzt gerade gar nicht nach feiern zu mute. Als ich auf die Anzeige guckte, wurde der Kuss auch noch großflächig darauf projiziert. Er strahlte einfach nur in den Kuss. Seit wann hatte er denn einen Freund? Es schien als ob er sich gar nicht mehr von dem Typen lösen wollte und erst seine Freunde mussten ihn wegziehen. Er schien sich wirklich nur schweren Herzens von den unbekannten lösen zu können. Als er wieder auf das Feld lief, formte er noch ein Herz mit den Händen in seine Richtung. Mit Demut nahm ich das hin, dass dieses Herz definitiv nicht für mich bestimmt war.
Kaum war er weg, wurde sein scheinbarer Freund vin allen Seiten belagert. Niemand interessierte sich noch für die letzten Sekunden des Spiels und eigentlich nur noch für den Fremden. Auch ich ging die Treppe hinunter um ein paar Worte der Reporter zu erhaschen. "Sie sind also sein Freund?", wurde er mehr als einmal gefragt, doch er antwortete darauf nicht. Stattdessen kamen ein paar Leute vom Sicherheitspersonal und lösten die Belagerung auf. Ich sah mir den Typen genau an. Er war auf jeden Fall jünger als ich, so viel stand schon mal fest. Aber was reizte ihn sonst an ihm?
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One Shots BoyxBoy
FanfictionVielleicht poste ich hier ein paar One Shots. (boyxboy, Fußball)