Nach und nach wurde alles immer... Normaler. Jacob und Sam hatten Frieden geschlossen. Dad hatte sich an die Tatsache gewöhnt, dass Jake ein Gestaltwandler war und die Volturi hießen Bella in ihrem unsterblichen Dasein willkommen. Mit einem golfballgroßen Diamanten! Meiner Meinung nach war der etwas zu groß, um ihn einfach mal so zu tragen. Wir hatten nur noch einen Feind: Die Zeit. Renesmee wuchs viel zu schnell und wir fragten uns alle, wie viel Zeit uns mit ihr blieb. Edward hoffte darauf, Antworten in Brasilien bei den Tikuna zu finden. Alec hatte vorgeschlagen, nach Volterra zu gehen und die Bibliothek der Volturi zu durchforsten, aber das Risiko war zu groß, als das wir eine unwillkürliche Reaktion von Aro riskieren könnten. An einem wunderschönen verschneiten Tag waren Nessi, Jacob und Bella in den Wald gegangen, damit Renesmee Schneeflocken fangen konnte. Sie kamen zurück und Ness erzählte mir fröhlich: ,,Ich hab einige schöne Schneeflocken gefangen. Und Irina vom Denali-Clan war dort." ,,Oh shit, dass kann noch was geben", murmelte ich vor mich hin und hob meine Nichte auf meinen Arm. ,,Wieso?", fragte Renesmee und wirkte besorgt. ,,Ach, dass sind ganz alte Schauergeschichten", erklärte ich ihr die jugendfreie Version, ,,Deine Tante Eli flucht nur gerne." Das brachte die kleine Große zum kichern. ,,Tanja hatte Irina dazu überredet, sich mit uns auszusöhnen", meinte dann plötzlich Carlisle, der mit Tanja telefoniert hatte, ,,Jacob zu sehen, war wohl zu viel für sie." ,,Sie gehört zur Familie", meinte Esme beruhigend zu Carlisle, ,,Sie wird zurück kommen." Edward spielte zwei Töne auf seinem Flügel an. Ich ließ Ness runter, sie flitzte neben ihn und spielte die nächsten zwei Töne. Danach spielte Edward eine Weile weiter, bevor Renesmee übernahm. Sie hatte wirklich Talent, besonders für ihre jungen Jahre. Sie spielte jetzt schon so gut wie Edward und der hätte locker Mozart sein können. Das einzige was mein Freund wirklich gut konnte (außer mich zu küssen), war... Jedenfalls nichts menschliches. Schon traurig. Ich musste ihm irgendwie ein Hobby besorgen.
Die schöne entspannte Atmosphäre wurde dadurch zerstört, dass Alice eine Vase fallen ließ. Dabei gab es außer mir doch keinen tollpatschigen Vampir. Doch dann erkannte ich, dass sie eine Vision hatte. ,,Was ist los Alice?", fragte Jasper und flitzte sofort zu ihr. ,,Die Volturi", sagte Alice dann, ,,Sie greifen uns an. Aro, Caius, Marcus, die Wache. Und Irina." ,,Was hat Irina in den Wäldern gesehen?", fragte Edward skeptisch. ,,Wir waren nur spazieren", antwortete Bella. ,,Ness hat Schneeflocken gefangen", fügte Jacob hinzu. ,,Ja natürlich", ging mir dann ein Licht auf, ,,Irina denkt, Renesmee ist ein unsterbliches Kind." ,,Was?", fragte Bella etwas verwirrt. Verständlich, denn sie wusste noch nicht das, was ich wusste...
,,Die unsterblichen Kinder waren wunderschön", fing Alec dann an, es meiner Schwester zu erklären, ,,Jeder liebte sie. Doch sie waren auch unglaublich gefährlich. In einem Wutanfall konnten sie ein ganzes Dorf vernichten. Jene, die sie erschufen, hingen sehr an ihnen. Doch das Gesetz verbietet seit Uhrzeiten ihre Erschaffung. Die Mutter der Denalis hat gegen dieses Gesetz verstoßen. Und dafür haben wir sie damals hingerichtet. Sie und das Kind. So wie es das Gesetz verlangt. Diese Kinder konnten unser Geheimnis nicht bewahren, deshalb mussten sie vernichtet werden. Es war grausam. So viele unschuldige Kinder und das nur, weil ein Vampir zu großes Mitleid hatte." ,,Die Mutter der Denalis erschuf ein unsterbliches Kind?", hakte Bella etwas erschrocken nach. ,,Ja", antwortete ich darauf, ,,Und sie hat den Preis dafür gezahlt." Davon war mein Zwilling entsetzt, dass konnte ich fühlen. ,,Aber Renesmee ist ganz anders als diese Kinder", empörte sie sich dann, ,,Sie wurde geboren, nicht gebissen." ,,Ja, können wir das den Volturi nicht einfach erklären?", schlug Jacob vor. ,,Für Aro waren Irinas Gedanken Beweis genug", widersprach Alec dem Wolf. ,,Dann kämpfen wir", schlug Jake als nächstes vor. ,,Die Gaben ihrer Wachen sind zu mächtig", erwiderte Jasper darauf. ,,Niemand übersteht einen Angriff meiner Schwester", fügte Alec hinzu, ,,Und sie alle wurden über die vergangenen Jahrhunderte im Kampf ausgebildet. Vielleicht konntet ihr Victorias Neugeborene besiegen, aber die Volturi spielen in einer ganz anderen Liga." ,,Dann müssen wir sie von der Wahrheit überzeugen", schlug Bella schließlich vor. ,,Die kommen, um uns zu töten", grummelte Emmet mit verschränkten Armen, ,,Nicht um zu reden." ,,Ja, du hast recht", stimmte ich ihm frustriert zu, bevor mir ein licht aufging und ich mich an Carlisle wandte, ,,Aber Carlisle, du hast Freunde auf der ganzen Welt." ,,Ich werde sie nicht bitten, zu kämpfen", gab Carlisle sofort zurück. ,,Nicht um zu kämpfen, als Zeugen", widersprach Bella ihm und sprach damit meine Gedanken aus, ,,Vielleicht können andere die Volturi überzeugen." ,,Darum können wir unsere Freunde bitten", stimmte Esme dem Vorschlag zu und sah zu Carlisle hoch, der sie liebevoll anlächelte. ,,Elisa", hörte ich eine mir sehr bekannte Stimme von der Veranda aus sagen. Alec und ich rannten fast gleichzeitig nach draußen und tatsächlich: Da stand Jane. Doch sie war nicht allein. Neben ihr stand Dimitri. ,,Für das Todeskommando seid ihr aber ein paar zu wenig", meinte ich scherzhaft, als auch die anderen nach und nach raus kamen. ,,Wir sind nicht gekommen, um euch oder das Kind zu töten", erwiderte Dimitri darauf. ,,Wir sind gekommen, um die Wahrheit zu erfahren", fügte Jane hinzu, ,,Aro ist geblendet, er kann nicht klar denken. Er vermag nicht länger richtig und falsch zu unterscheiden." ,,Und seit wann tust du das Schwester?", fragte Alec seinen Zwilling. ,,Seit ich mich für Aro gegen meine Bruder stellen müsste", gab sie zurück, ,,Und das könnte ich nicht. Nicht in tausend Jahren." Und schon lagen sich die Zwillinge in den Armen. ,,Wer sind die beiden?", hörte ich Renesmee neben mir fragen. ,,Das sind Jane und Dimitri", antwortete ich ihr. ,,Wir sind gekommen, um dich vor Aros Unrecht zu schützen", fügte Dimitri hinzu. Scheinbar war er nach nur einem Blick davon überzeugt, dass sie kein unsterbliches Kind war. Aber wenn man wusste, wie unsterbliche Kinder aussehen, dann war es auch leicht zu erkennen, dass Renesmee keines war. Und das mussten wir Aro irgendwie beweisen. Auch wenn er uns vermutlich nicht glauben würde, wenn wir einfach mit ihm reden würden. Und wenn die Volturi beschließen sollten, gegen uns zu kämpfen, dann würden wir allein nicht lange stand halten können. Wir würden Hilfe brauchen. Und zwar eine ganze Menge davon.
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Bis(s) zum Ende der Nacht What if...
FanfictionBellas Hochzeit steht an. Doch diese Heirat wird noch einige Komplikationen mit sich bringen... Wie verläuft Elis Leben während Bellas Flitterwochen? Stellt sie sich am Ende gegen die Volturi oder kämpft sie mit ihnen? NUR ALS KLEINE ANMERKUNG: Alle...