"Du willst schon gehen, Kerumi? Dabei hat der Spaß noch gar nicht begonnen." Der herausfordernde Ton, welcher in seiner Stimme mitschwingt, ist nicht zu überhören. Langsam hebe ich den Kopf und sehe ihm in die Augen.
"Als ob ich es nötig hätte, vor dir zu flüchten, Hiao." Ich mag ihn nicht besonders. Allerdings weiß ich, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht, auch wenn er so tut, als wäre er mein allerbester Freund.
Seine Miene verfinstert sich. Er versucht gar nicht erst zu verbergen, dass er mich am liebsten töten würde. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass er mich für irgendeinen Zweck braucht, weshalb er mich nicht töten wird.
Von einer Sekunde auf die nächste steht er plötzlich vor mir. Bevor ich überhaupt reagieren kann, hat er mir schon seine Faust in den Magen gerammt und weiße Flammen züngeln über meine Kleidung.
Ich keuche auf und krümme mich vor Schmerzen. Seine Magie macht mir in dem Moment keine Angst, kurz darauf lösen sich seine Flammen auch schon wieder auf. Danach knie ich auf dem Boden und atme unregelmäßig, meine Lunge kann gerade nicht mehr als einen Fingerhut Luft aufnehmen.
"Ich mag es nicht besonders, wenn man mich beleidigt, Kerumi. Ich weiß, dass du mich nicht magst, aber ich brauche deine Hilfe. Wenn du mir hilfst, und du deine Arbeit gut ausführst, dann kann ich dir alles geben, was auch immer du willst."
Seine Stimme ist schön. Das kann ich über ihn sagen. Man hört, dass er ein Mann ist, eine gewisse Tiefe in seiner Stimme bestätigt dies. Nichtsdestotrotz ist seine Stimme auch nicht zu tief.
"Wofür brauchst du meine Hilfe? Soll ich deine Schuhe putzen?" Ich will nicht für ihn arbeiten, egal was er mir dafür anbietet.
"Sehr witzig. Nein, ich hatte an etwas Aufregenderes gedacht. Durch einen blöden Zufall ist einer meiner Insassen ... abhanden gekommen. In ihm schlummert großes Potential, auch wenn er selbst dies noch nicht weiß. Aus diesem Grund ist er besonders gefährlich. Ich könnte ihn zwar besiegen, allerdings will ich meine Magie nicht jedem dahergelaufenen Staran zeigen. Möglicherweise weiß er sogar schon, was ich alles kann, dann könnte er sich einen Plan gegn mich ausdenken.
Du, du bist jedoch ein unbeschriebenes Blatt für ihn. Ich weiß dass du sehr stark bist, eventuell könntest du sogar zehn Minuten gegen mich durchhalten. Aus diesem Grund würde ich dir gerne diesen Häftling überlassen. Wenn ich so darüber nachdenke, was du in letzter Zeit so gemacht hast, dann kommen ein Haufen Tote in Erinnerung. Ich denke, keiner von ihnen ist wirklich einernsthaftes Problem gewesen. Deshalb glaube ich, dass dich ein Kampf mit einem Staran, der seit 13 Jahren nicht verloren hat, interessieren könnte."Ich horche auf. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem ein Staran 13 Jahre überlebt. Ich muss zugeben, dass dies interessant klingt. Vielleicht überlege ich es mit noch einmal. Allerdings birgt so ein Kampf auch ein ziemliches Risiko, weshalb ich eher wieder in Richtung ablehnen gehe.
"Ich weiß, dass ein gewisses Risiko nicht verleugnet werden kann. Nichtsdestotrotz werde ich dir auch helfen, du kannst also davon ausgehen, dass dir nicht all zu viel zustoßen wird." Es wirkt, als hätte er meine Gedanken gelesen. Missmutig betrachte ich ihn.
Sein selbstzufriedener Ausdruck macht mich nervös. Auch die Tatsache, dass er etwas größer ist als ich, stimmt mich unzufrieden. Seine honigfarbenen Augen fixieren mich. Seine Hände hängen locker nach unten, allerdings merke ich, dass er jederzeit einen Angriff abwehren könnte.
"Hilfst du mir, oder nicht? Du weißt, ich werde mein Versprechen halten und dir alles besorgen, was innerhalb meiner Reichweite liegt."
Ich will immer noch nicht. Das Risiko ist mir zu groß. Ein Staran, der seit 13 Jahren im Gefängis gewesen und noch nie verloren hat, das ist sogar mir zu steil. Ich weiß jedoch, dass Hiao eine Widerrede nicht dulden wird.

DU LIEST GERADE
Der Akrobatenkämpfer
ActionWas würdest du unternehmen, wenn du in einem Gefängnis unschuldige Personen töten müsstest? Genau, du würdest fliehen. Auch Joa reagiert so, allerdings wird er verfolgt. Als ob das nicht schon genug wäre, erfährt er auch noch, dass ein gewisser Bi...