Kapitel 2: Überspannter Bogen

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Am nächsten Morgen klingelte bereits um halb sieben ein Wecker. Es war der Einzige, der um diese Zeit losging. Schnell verstummte der Wecker, nicht weil er abgestellt wurde, sondern weil er zu Staub zerfiel. Auch an diesem Morgen zerstörte er seinen Wecker, eigentlich tat er das an jedem Morgen, den er so früh aufstand. Es war schon zu einem Ritual geworden. Er konnte es sich selbst nicht erklären, aber egal was für ein Ton die einzelnen Wecker von sich geben, es nervte ihn. Leider war er morgens immer zu müde, um daran zu denken nur einen Finger zum Abschalten des Weckers zu nutzen. Er haute immer mit der ganzen Hand drauf, wodurch sie dann zu Staub zerfielen.

Grummelnd drehte sich Tomura auf die Seite und zog die Decke über sich: Nur noch fünf Minuten. Natürlich blieb es nicht bei den kurzen fünf Minuten. Sie dehnten sich eher auf zwanzig Minuten aus. Er riskierte einen Blick auf seine Wanduhr: Scheiße!

Rasch sprang er auf und eilte ins Bad. Gehetzt putzte er sich die Zähne und bürstete gleichzeitig sein Haar. Nach dem er sich im Bad fertig gemacht hatte, eilte er zurück ins Schlafzimmer, um sich anzuziehen. Das Handtuch, was er beim Schlafengehen anhatte, verlor er bereits in der Nacht. Er zog sich seine schwarze Jeans von gestern noch mal an und darauf einen schwarzen Hoodie. Die auf dem Samtkissen liegende Hand steckte er sich in die Kängurutasche und eilte schnurstracks aus seinem Zimmer. Auf dem Flur begegnete er Kurogiri der ihn skeptisch musterte: "Willst du barfuß hier rumlaufen?" Tomura stoppte und schaute zu seinen Füßen. Er wackelte kurz mit seinen Zehen, um zu begreifen, dass er tatsächlich barfuß war. Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf: "Danke dir. Ich zieh mir schnell meine Schuhe an." Und schon war Tomura wieder in seinem Zimmer verschwunden. Es dauerte nicht lange bis er wieder herausgestürmt kam. Er rannte an Kurogiri vorbei zum Treppenhaus. Kurogiri schaute ihm Kopf schüttelnd hinterher: Wäre sein Kopf nicht angewachsen, würde er ihn morgens auch noch vergessen.

Kurogiri war eigentlich nur auf dem Flur, weil er bei Tomura anklopfen wollte, um zu sehen, ob er schon wach war. Da dies bereits der Fall war, ging er wieder auf sein Zimmer und legte sich wieder ins Bett.

Tomura hingegen ging nach unten in die Küche und wusch sich die Hände, ehe er sich eine Schürze umband. Mit Hilfe eines Haargummis, band er sich die Haare nach hinten zusammen. Nun war er bereit das Frühstück für alle vorzubereiten. Er holte mehrere Teller, Tassen und Gläser aus dem Schrank, das Besteck aus der Schublade. Mit dem Geschirr ging er nebenan in den Speiseraum. Dort deckte er zuerst den Tisch und legte jedem zusätzlich noch eine Serviette mit auf den Platz. Nachdem er den Tisch gedeckt hatte, ging er zurück in die Küche, um das Essen vorzubereiten. Er nahm aus dem Schrank ein Leib Brot heraus und schnitt es auf. Allerdings schnitt er die Scheiben nicht komplett ab, sondern stoppte nach zwei Dritteln des Einschneidens. Er dehnte die Scheiben nach einander etwas auseinander und legte in jede Kerbe etwas Käse und Schinken hinein. Manchmal nahm er auch Salami oder ließ die Wurst ganz weg. Anschließend bepinselte er das Brot etwas mit Olivenöl. Damit der Käse schmolzen konnte, schob er das Brot in den Backofen und stellte die Temperatur mit Umluft auf 180°. Während das Brot im Ofen sich die Zeit knusprig schlug, stellte Tomura zwei kleine Tomaten Mozzarella Teller zusammen. Als Highlight dekorierte er die aufgefüllten Teller mit ein paar Balsamico Streifen und Basilikum Blätter. Die fertigen Teller brachte er hinüber und stellte an jedem Tischende einen ab. Zu jedem Mozzarella Teller gab es auch eine Gabel, mit der man sich später etwas auftun konnte. Zurück in der Küche füllte er zwei Töpfe mit Wasser und Eiern auf. Diese stellte er anschließend auf die Herdplatten und stellte diese auch an. Damit die Eier genau richtig werden, stellte er sich den einen Eierwecker auf festkochend und den Anderen auf weichkochend. Während die Eier und das Brot noch ein paar Minuten brauchten, schnitt er noch etwas Baguette auf und legte die Scheiben in ein Brotkörbchen. Dieses Stellte er mit einem Zusammengestellten Wurst- und Käseteller drüben auf den Tisch. Er war so in Gedanken, dass er nicht merkte, dass Kurogiri zur Tür hereinkam. "Die Anderen kommen gleich runter," sagte er mit ruhiger Stimme. Tomura erschrak und drehte sich blitzartig zu ihm um. Er atmete tief durch als er bemerkte, dass es Kurogiri war: "Danke dir. Das Brot und die Eier sind gleich fertig. Bis auf das und die Eierbecher ist alles schon auf dem Tisch." Er zog die Schürze aus und hing sie zurück an ihren Platz. Kurogiri folgte ihm in die Küche. "Ich werde auf meinem Zimmer essen. Ich möchte die nächsten zwei Stunden nicht gestört werden, außer es ist wichtig." Kurogiri nickte: "Ist gut. Soll ich den Anderen etwas ausrichten?" Tomura überlegte kurz: "Dieser Dabi, bring ihn in fünf Stunden zu dem Ort. Mich eine halbe Stunde früher. Himiko soll zusammen mit Twice einkaufen gehen. Den Einkaufszettel habe ich gestern schon zusammengestellt. Er liegt unter dem Tresen der Bar. Ansonsten sollen sich alle ruhig verhalten." "Ich werde es ihnen ausrichten. Und Dabi? Soll ich ihn schon in Kenntnis setzen oder damit warten?" "Sag ihm noch nichts. Sag ihm nur dass du ihn zu mir bringst, wenn es soweit ist." Kurogiri nickte erneut. Er wusste was Tomura mit dem Ort meinte. Das er überrascht war, dass er ihn schon heute dort hinbringen sollte, ließ er sich nicht anmerken. Tomura schmierte sich eine Scheibe Brot und belegte es mit gekochtem Schinken und Käse. Dazu legte er sich ein paar Cocktail Tomaten mit auf den Teller. Kurogiri schüttete Orangensaft in sein Glas: "Und du willst wirklich nicht mit uns mitessen?" Tomura seufzte und sah ihn an: "Nein." Er nahm die Hand aus seiner Bauchtasche und platzierte sie vor sein Gesicht. "Bis dann," mit diesen Worten verabschiedete er sich, nahm sein Frühstück in die Hände und ging wieder hoch.

Was sich liebt das neckt sichWo Geschichten leben. Entdecke jetzt