Kapitel 5

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Mir fällt gerade auf, wie nervös Kaede auf einmal wird. Ehe ich sie darauf ansprechen kann, zerrt Shuichi nach draußen. Innerhalb weiterer weniger Sekunden bilden sich mehrere Gruppen, die zusammen die Dining Hall verlassen. Nur wenige verbleibende bleiben im Raum stehen, sich planlos umsehend. Ich entschließe mich dazu, mich neben Maki zu setzen, die weiterhin am Esstisch sitzt und weiterhin kein Wort sagt. Sie sieht nicht einmal auf, als ich mich wie in meinen Traum auf den Stuhl fallen lasse. Deswegen der Blitz! Mittlerweile erkenne ich das Szenario. Das Bild, das da geschossen wurde, ist das Bild, das man von mir sieht, wenn man mein Profil auf den Monopads aufruft. Sofort klärt sich mir die nächste Sache. Survivor Perk! Das ist der Vorteil, den Tsumugi mir versprochen hat... "Was?!", es ist Maki, die seinen Gedankenfluss unterbricht. "Nichts. Du bist nur immer so alleine und ich dachte mir, ich leiste dir etwas Gesellschaft.", erkläre ich. "Ich komme gut alleine klar, danke...", meint Maki und verlässt zügig den Raum. Ich schüttle nur den Kopf. Mit der Zeit entschließe ich mich dazu, mich etwas im Schulgebäude umzusehen. Mein Weg führt mich in den ersten Stock, wo ich mich in den verschiedenen Klassenzimmern umsehe. Durch einen der Lüftungsschächte in den Zimmern kann ich irgendwo jemanden reden hören. "Das ist ziemlich hoch...fast angsteinflößend!", erzählt eine weibliche Stimme. "Ich kann auch hoch klettern!", meint nun eine männliche Stimme. "Geht schon..", antwortet nun die weibliche: "Ganz so nebenbei...kannst du mir unter den...ehh...Rock sehen?!" "Ehh...Entschuldigung.." "Also ja..." Das Gespräch nimmt eine ganze Weile seinen lauf. Nach einer kurzen Weile hört man, wie wahrscheinlich die weibliche Person eine Leiter oder so hinuntersteigt. Ich entschließe mich nun dazu, weiter die anderen Räume zu untersuchen. In keinem Anderen ist irgendetwas Interessantes aufzufinden. Gerade als ich aus dem letzten Raum gehe, steht Tsumugi vor mir. "Fröhliches sterben!", kichert sie mir entgegen und verschwindet in rasendem Tempo, sodass ich mich kurz frage, ob das gerade Einbildung oder Realität war.

Mir nichts denkend wollte ich gerade aus dem Raum gehen, als ich Stimmen höre. "Und du glaubst das wird den Mastermind ertappen?", fragt Kaede Shuichi. Dieser nickt. "Wir sollten in das Klassenzimmer neben dem Treppenhaus gehen! Da sehen wir, wenn jemand in den Keller runter geht.", meint sie nun, woraufhin sie in das Klassenzimmer gehen, aus welchem ich die Stimmen von irgendwo gehört hab. Die Beiden reden eine ganze Weile, was ich jedoch ignoriere. "Rantaro hier! Rantaro können mitkommen. Zu Raum von Spielen!", es ist Gonta, der mit Angie, Tenko, Himiko, Maki und Kaito um die Ecke kommt. "Ja! Umso mehr wir sind, desto weniger kann passieren und außerdem haben wir einen mehr, der mit uns Monokuma besiegen kann!", meint nun Kaito und zieht mich aus dem Türrahmen. Schulterzuckend gehe ich wortlos mit. Unten im AV-Room reden alle. Ich sitze nah an der Tür, weswegen ich Shuichi sehe, wie er aus der Entfernung in den Raum lurrt und nach kurzer Zeit anscheinend wieder nach Oben verschwindet. Kurz darauf gehe ich unauffällig, mein Monopad oder auch Survivor Perk, in die Bibliothek. Was hat es mit diesem Regal auf sich!? Ich lasse es aufgehen. Ein Blitz betätigt sich. Eine Kamera wurde montiert. Als das Licht des Blitzes mir ins Auge blendet, erinnere ich mich automatisch an etwas.

Mit einer ruckartigen Bewegung zieht der Bodyguart das Messer am Hals von Takara entlang. Sofort fällt ihr kleiner Körper zu Boden. Noch wenige Sekunden windet sie sich in den Schmerzen hin und her, aber nur nach wenigen Sekunden erlischt jede Lebensenergie. "TAKARA! Du...DU Monster! Biest! Fühlst du überhaupt was?!", ich rolle mich am Boden ein und witme mich völlig meinem Heulkrampf. "Nicht Takara...nicht sie!", winsle ich am Boden liegend. Tsumugi lacht und kichert nur wieder. Der Bodyguart sieht monoton auf mich. Dann auf Takara. Seine Blicke wandern hin und her und er scheint erst jetzt zu realisieren, was er getan hat. Trotzdem bleibt er stocksteif stehen und unternimmt nicht. "Ich bringe dich um!", schreie ich weiter mit gestocktem Atem. Tsumugi hat sich mittlerweile beruhigt und erfreut sich an meinem Anblick. "Du wirst dich an sie erinnern. Fragt sich nur wie. Du wirst schuld sein Rantaro, allein du.", teilt sie mir mit gespieltem Mitleid mit. Du wirst Schuld sein! Immer wieder und wieder schießen mir diese Wörter durch den Kopf. Ich werde Schuld sein... Sie gibt uns falsche Erinnerungen! Ich habe meine zwölf Schwestern nacheinander bei Reisen verloren...DAS dachte ich zumindest. Sie sind in Tsumugis Händen. Alle samt und Takara...ist tot...meine kleine Schwester. Sie hat meine kleine Schwester auf dem Gewissen! Ich schüttele den Kopf, da ich jetzt ruhig bleiben muss. Das ganze ist in wenigen Sekunden passiert, die mir jedoch wie eine gefühlte Ewigkeit vorkommen. Eine Ewigkeit bin ich am Boden gelegen. Eine Ewigkeit hab ich meine kleine, liebe Schwester leblos am Boden beobachtet und habe gehofft, dass sie gleich mit Lebensenergie aufspringt, singt, lacht und tanzt, so wie sie es sonst getan hat und eine Ewigkeit habe ich in Tsumugis leuchtende Augen gesehen, die förmlich Wahnsinn ausstrahlen. Es fällt mir um einiges schwerer, mich zu konzentrieren, da diese fürchterliche Musik einen wortwörtlich den letzten Nerv raubt. Instinktiv wünsche ich mir, dass irgendjemand bei mir wäre. Auf diesen Gedanken hin sehe ich sofort Kaedes Bild in meinem Kopf.

Ob sie es war, die mit jemanden diese Kameras aufgestellt hat? Die irgendwo auf dieser Leiter gestanden ist und irgendetwas an dem Büchern getan hat? Immernoch stehe ich vor dem geöffneten Regal. Es sind immernoch nur wenige Sekunden seit dem ersten Blitz vergangen. Ich gehe auf wackeligen Beinen Schritt für Schritt näher zu der Kamera, um sie auszuschalten. Mir ist wahnsinnig schlecht. Das alles ist gerade einfach zu viel. Mir wird leicht schwindelig und ich bekomme Angst, gleich rückwärts umzukippen. Ich umklammere weiterhin mein Monopad und gehe weitere Schritte in Richtung Kamera. Gerade strecke ich meinen Arm aus, um die montierte Kamera auszuschalten, als der Blitz sich erneut betätigt. Fast zeitgleich kurz danach fällt eine Eisenkugel knapp vor mir zu Boden. Das wäre fast mein Ende gewesen! Mir wird kurz schwarz vor Augen. Nach wenigen Momenten kann ich wieder etwas sehen, aber ich stehe nicht in der Bibliothek und zur Abwechselung trage ich normale Alltagsklamotten.

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