Das Lächeln auf dem Gesicht dieses Mannes war keins, das er mögen würde, egal, wie lange er hier lebte.
Der Mann trat zur Seite (die zwei Kinder hinter ihm bewegten sich mit ihm mit), machte Platz. Langsam - war er noch langsamer geworden? Vielleicht hatte ihn die Allergie geschwächt? - humpelte der braun Haarige hinein, Chuuya folgte ihm leise, sah sich im Flur um. Er war lang, mit unzähligen Türen versehen. Eine Treppe an der Seite führte in den zweiten Stock, eine Tür am Ende des Ganges führte wohl weiter hinein. Es war warm, gemütlich warm, ohne Zweifel.
"Dass du dir ausgerechnet einen Hund kaufen würdest, hätte ich nicht erwartet. Wie kommst du auf so eine Idee?"
Der Mann drehte sich nicht zu ihnen herum, blieb beim Gehen aber langsam genug um in Seh- und Hörweite zu bleiben. Eins der Kinder hatte sich mittlerweile von ihm gelöst, kam auf Dazai zu, machte aber sofort wieder kehrt. Ein Junge. Wahrscheinlich ein Junge.
"Mir war langweilig. Außerdem hast du mir schließlich das Geld geschickt."
"In der Hoffnung, du würdest dir neue Bücher kaufen, oder zumindest einen guten Arzt. Wer hat dich überhaupt so zugerichtet? Es schmerzt, dich auch nur ansehen zu müssen."
"Dann sieh nicht hin."
Die Art, wie die Beiden mit einander sprachen, klang vertraut. Der Mann lachte, drückte eine Tür im Flur auf, präsentierte einen dunklen Raum, der, nachdem das Licht auf gradezu gespenstische Weise angegangen war, ein Bett, einen Schreibtisch mit Bücherregal, einen Schrank und einen Zugang zum Garten zu bieten hatte. (Falls da ein Garten war, es konnte genau so gut nur ein Weg nach draußen sein; sehen tat man nichts, nur schwarz.)
"Ich hatte eigentlich gehofft deinen Aufenthalt hier so schön wie möglich zu gestalten, aber so wie du gerade aussiehst, werden wir dich nicht lebend die Treppen rauf bekommen. Deshalb wird dieses Zimmer fürs erste genügen müssen, Dazai-kun."
"Deine Worte sind immer so sorgfältig ausgewählt, man würde glatt meinen, du würdest meine Gefühle nicht verletzen wollen. Und sogar eine Möglichkeit meinen neuen Freund nach draußen zu bringen, ohne befürchten zu müssen aus deiner Reichweite zu entkommen – so nachdenklich von dir!"
Die bittereren Worte wurden in einem so sanften, geradezu glücklichen Ton von sich gegeben, dass Chuuya einige Sekunden brauchte, ihre Bedeutung zu erfassen. Der schwarz Haarige lachte, machte eine dramatische Handbewegung, durch und durch amüsiert.
"Nach dieser langen Reise bist du bestimmt sicher erschöpft. Elise wird dir und deiner neuen Begleitung noch was zu essen vorbeibringen. Wir sprechen dann morgen weiter, wenn du ausgeschlafen und munter bist. Eine erholsame Nacht."
Damit, wie ein Diener (oder ein tükischer Geist) verschwand der Mann in der Tür, nahm die zwei neugierigen Augenpaare mit sich. Als er sich sicher war, dass sein Gastgeber oben war (oder zumindest außer Hörweite) warf sich der braun Haarige mit voller Kraft auf das Bett, blieb, das Gesicht im Kissen, dort liegen. Da er atmete, machte sich das falsche Mysterium keine weiteren Sorgen, tapste im Raum herum. Es war sauber, die Heizung, die im Boden zu sein schien, machte die weißen Fliesen genau so einladend wie den Rest des Hauses, ein willkommener Unterschied zur Kälte draußen.
Es schien wohl von Anfang an geplant gewesen zu sein, ihn hierher zu schicken, das Zimmer wurde extra hergerichtet. Oder waren einfach alle Zimmer so sauber und warm? Trotz der Mengen an Energie die das verbrauchen würde? Es sollte ihn nichts angehen, er schüttelte den Kopf. Wen kümmerte schon geplant oder nicht? Zimmer war Zimmer.
"Also wieder hier, was?"
Es war nur gemurmelt, weder an ihn noch an irgendwen sonst gerichtet, aber mit seinem Gehör verstand Chuuya es trotzdem. Gerade als er überlegte, ob es richtig wäre zu schauen, was das Kind auf dem Herzen hatte, klopfte es.
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Von blutigen Schleifen und schwarzen Tränen
FanfictionBeim Bestehlen der falschen Person wurde Chuuya in ein Dämon ähnliches Wesen verwandelt - unter den Menschen auch als Hund bekannt. Es wäre nicht mal so schlimm, wenn sein Schützling nicht ständig versuchen würde in Schwierigkeiten zu geraten, die l...