Kapitel 5

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Ich holte mein Fahrrad und sie setzte sich auf meinen Gepäcktrager. Zusammen fuhren wir die Straße hinunter, während sie sich an mir festhielt. Neugierig betrachtete sie die Umgebung. Ich brachte sie zu einem Park, indem ich jeden Tag mit Chris verbracht hatte als wir noch jünger waren. Der gleiche Park in dem er mir seine Liebe gestanden hatte. Wir setzten uns unter einen Baum, während wir Musik hörten. "Wie findest du es eigentlich hier?", fragte ich sie, woraufhin sie kurz überlegte. "Es ist schon nett, aber ich vermisse meine alten Freunde", lächelte sie traurig. "Wie hießen die denn?", fragte ich und legte mich auf ihre Oberschenkel. "Julia war meine beste Freundin... Ich vermisse sie so" - "Ja kann ich verstehen". Langsam strich ich über ihren Handrücken. "Zum Glück habe ich dich kennengelernt", sagte sie und unsere Blicke trafen sich und wir lächelten uns an. Wahrscheinlich war es nur eine Minute, aber es fühlte sich viel länger an und war auch ganz und gar nicht unangenehm. Wir unterhielten uns so lange, dass wir die Zeit vergaßen und es schon halb neun war. Langsam strich sie mir eine Strähne hinters Ohr. Ich sah hoch und sah in ihre wunderschönen Augen. "Willst du auch eine?", fragte ich sie und holte eine Schachtel Zigaretten raus. "Wenn du willst, woher hast du die eigentlich?", fragte sie, doch ich antwortete mit einem "egal". Ich nahm eine herraus und wir teilten uns eine. Langsam atmete sie den Rauch aus, was ziemlich heiß aussah. Am liebsten wäre ich die ganze Nacht da geblieben, doch ich wohnte ja noch bei meinen Eltern. "Es ist schon halb Neun, ich muss langsam Heim.", sagte ich enttäuscht. "Wir sehen uns ja morgen wieder", wollte sie mich aufmuntern. "Das dauert mir aber zu lang." Aufeinmal kam sie meinem Gesicht näher und ihre Lippen trafen meine Wange. Ich wurde rot und sie kicherte. "Vergiss nicht morgen halb 8", lächelte sie. Mein Herz klopfte wie wild: "Ja ab jetzt Jeden Tag... Ich werde immer auf dich warten." Ich stand auf und reichte ihr meine Hand um ihr hoch zuhelfen. Obwohl ich einen Pulli trug wurde mir heiß und kalt zu gleich. Sie setze sich hinten drauf und Ich fuhr sie heim. Gerade als ich meine Haustür öffnen wollte kam mein Vater entgegen. "Wo warst Du Kaya?", fragte er, sofort als er mich sah. "Bei einer Freundin", antwortete ich knapp. Warum interresiert es sie eigentlich so? Ich betrat das Wohnzimmer und legte mich auf die Couch. "Meinst du die, die heute da war?", wollte meine Mutter wissen. "Ja ich hab ihr bei Mathe geholfen" Ich wusste nicht, warum ich gelogen habe, aber ich glaube, es war besser so. Müde ging ich hoch zu meinem Zimmer. Schnell ging ich duschen, während ich an den Tag mit Valle denken musste. An ihr Lächeln, in das Ich mich verliebte und an den Kuss. Aber ich machte wahrscheinlich eine zu große Sache daraus. Daraufhin trottete ich in mein Zimmer und starrte auf mein Handy. Eine neue Nachricht von Justin.

J:- Hey hast du Bock dich am Wochende mit uns zu treffen? Du weißt ja mit den üblichen Leuten?-

K:-Kann ich auch eine Freundin mitnehmen?-

J:-Klar, warum nicht-

K:-Okay ich komm, freu mich-

J:-Nice Ich auch😊-

Diesmal freute ich mich wirklich. Aber ich wusste nicht, was sie vorhatten. Wahrscheinlich wollten sie sich wieder irgendwo vollaufen lassen.

Der Wecker dröhnte in meinen Ohren. Wie üblich frühstückte ich und machte mich fertig. Ich schaute aus dem Fenster und wartete bis ich sie sah. Wir fuhren mit dem Rad zur Schule. Ich genoss die Nähe, wenn sie ihr Arme mit ihrem weichen Pulli um mich schlung.

"Bis dann Kaya", sagte sie und schaute nach hinten. Warum konnten wir nicht in die selbe Klasse gehen? Aufeinmal kam Justin zu mir. "Hi, also wir würden uns am Samstag treffen... Wen wolltest du eigentlich mitnehmen?", fragte er direkt. "Valentina" - "Ach, die aus der 10c... Sie ist echt hübsch", meinte er und steckte seine Hände in die Pulli Tasche. "Ich weiß", rutschte es mir ausversehen raus und er lächelte mich an. Während wir uns unterhielten, kam Chris zu uns. Er sah echt schrecklich aus, als hätte er nicht geschlafen. Er hatte tiefe Augenringe und seine Augen wirkten leer. "Kaya, ich glaub, wir müssen reden", sagte er, woraufhin ich nickte. Er zog mich zu einen leeren Raum. "Es tut mir leid, was am Samstag passiert ist. Du warst noch nicht bereit dafür.", stammelte er. "Ja ich war überfordert, aber niemand sollte sich wegen seinen Gefühlen entschuldigen. Und erst Recht nicht mein bester Freund" Darraufhin umarmten wir uns. "Und wie geht es jetzt weiter?", fragte ich. Nachdenklich sah er zur Seite: "Ich glaube, wir sollten das vergessen und bleiben einfach Freunde." Wir umarmten uns und daraufhin meinte ich: "Ich wäre sowieso mit dir befreundet geblieben" - "Danke, du bist die beste.", lächelte er. Die Glocke ertöhnte und wir gingen zu unserem Klassenzimmer.

Nach dem die Schule vorbei war, bin ich schnell wieder nach Hause gegangen. Gelangweilt machte ich meine Hausaufgaben, während mir aufviel, dass ich ja noch Valle wegen dem Treffen am Wochenende fragen wollte.

-Hey Valle, willst du mit meinen Freunden am Wochende Treffen? Also nur wenn du Lust hast-

-Klar hab ich lust❤-

-Okay😊 Ich schreib dir dann nochmal später wann genau-

Ich legte mein Handy auf meine brust und strahlte. Aufeinmal ging die Türklinke runter und mein Vater kam rein: "Oh Kaya, wollte nur sagen, dass das Essen fertig ist... Warum strahlst du so?" "Nicht so Wichtig", sagte ich und versuchte meine Freude nicht ganz so offensichtlich zu zeigen. Langsam schloss er die Tür und ich lernte weiter.

Can't wait for you|[girlxgirl]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt