Ein Geständnis

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Shawn

Langsam wurde ich doch müde. Was war, wenn Sydney heute gar nicht mehr wiederkommen würde? Würde ich hier dann noch den ganzen Tag herumhocken? Wirklich ein wundervoller Tag würde das werden. Trotzdem war ich entschlossen, wenigstens noch ein paar Stunden zu warten. Sonst war die lange Fahrt total umsonst gewesen.

Vielleicht hätte ich einfach schon viel früher herkommen müssen. Dann hätten wir uns direkt aussprechen können. Hätte, hätte, Fahrradkette. Nun war es eben so, wie es war.

Gerade, als ich schon beinahe eingenickt wäre, bewegte sich etwas - oder besser gesagt jemand - vor mir. Es war jedoch nicht mein Freund, sondern irgendein Fremder. Ich ließ ihn an mir vorbei laufen und starrte weiter trostlos auf die Straße, die noch von Straßenlaternen beleuchtet wurde. Auf einmal sprach mich der Typ jedoch an. Klang Sydney am Telefon eben nicht auch so? Wahrscheinlich bildete ich mir das nur ein. Dennoch irritierte es mich. Verwirrt drehte ich mich zu dem Typen und schaute zu ihm auf. Er wollte wissen, ob ich zu Sydney wolle. ,,Äh..ja. Ich möchte zu Sydney. Ist er denn da?", ging ich direkt auf seine Worte ein. Vielleicht war er sein Mitbewohner. Vielleicht konnte er mich dann auch reinlassen, sodass ich nicht noch länger in der Kälte warten musste. Hoffnungsvoll blieben meine Augen am Unbekannten hängen.


Robin

Ohne ein Wort, trat ich neben ihn in den Eingang, schloss auf und betrat den Flur, doch weiter kam ich nicht. Er saß da und würde auf seinen besten Freund warten, der hier gar nicht mehr lebte. Wer weiß, was dieser Wichser Sydney tat. Er war nicht gut für Shawn, denn er brach ihm andauernd das Herz. Seufzend drehte ich mich um und öffnete die Tür.
"Hey, wollen Sie zu Sydney?" fragte ich und blickte auf ihn hinunter. Er bejahte. Natürlich bejahte er. Was hätte er hier auch sonst verloren?

"Ja, kommen Sie." sagte ich und hielt ihm die Tür auf, damit er eintreten konnte. Danach stieg ich die Treppe hinauf und schloss die Wohnungstür auf und ließ meinen unerwarteten Gast hinein. Ich nahm mein Handy von der Anrichte und sah seine ganzen Nachrichten, während ich im Club war und mich hab ficken lassen, oder aber auch als ich im Diner war. Die Freundschaft zu Sydney ging von seiner Seite aus, sehr tief. Es tat mir weh, ihn so anlügen zu müssen.

Wahrscheinlich wird er mich hassen, vielleicht wird er mir auch gar nicht glauben.
"Du bist Shawn, nicht wahr?" fragte ich und fuhr mir durchs dunkle Haar.
"Ich bin Robin und ... ich muss dir was gestehen." fing ich an. Verdammt! Das war echt schwer und richtig fies. Trotzdem blieb mir nichts anderes übrig. Augen zu und durch!

"Hier wohnt kein Sydney. Ich weiß auch nicht, ob er hier gewohnt hat... Ich, ... also ich hab... deine Briefe!" sagte ich und lief ins Wohnzimmer und holte eine Schachtel hervor und zeigte sie Shawn, öffnete sie und holte den Brief hervor, mit dem alles angefangen hatte.
"Er lag in meinem Briefkasten und ich wusste erst nicht, was ich damit anfangen sollte... aber, deine Worte haben mich erreicht und ich ... ich wollte Sydney aufrecht erhalten, aber ich glaube das ich alles schlimmer gemacht habe. Es tut mir Leid." gestand ich und seufzte schwer.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Jul 16, 2019 ⏰

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