Manuels Sicht:
Wir kommen im Wohnzimmer an, wo auch bereits mein Vater wartet. Müssen die nicht schlafen? Haben die morgen nichts vor? Wie oft haben wir jetzt eigentlich schon ein klärendes Gespräch geführt? Hat ja auf jeden Fall viel gebracht, wenn wir jeden Tag ein klärendes Gespräch führen. Nicht. "Wo warst du?", fängt mein Vater das Gespräch an. "Bevor ihr mir eine Moralpredigt haltet, ist Dado hier? Oder habt ihr den auch schon vergrault?" "Dein Bruder ist bereits in seinem Bett und schläft. So wie jeder es in deinem Alter tun sollte", erklärt meine Mutter. Ich fange an zu lachen. "Mutter, ich bin 16 Jahre alt. In meinem Alter betrinken sich die ersten" "Du bist aber nicht wie die Anderen", sagt meine Mutter. "Dann fang du doch nicht an mich mit anderen zu vergleichen?". Wo war der Sinn in diesem Gespräch?
Ich höre ein Knurren und drehe mich um. Dort steht Puffi und schaut wütend. "Seht ihr, selbst Puffi geht das auf die Nerven". Ich knie mich hin und streichle sie. In den letzten Tagen, hatte ich dazu nicht wirklich Zeit. Und meine Eltern haben anscheinend auch nichts mit ihr gemacht. Nett. "Belassen wir es dabei, wir wollten mit dir über diesen Patrick reden", fängt meine Mutter an. Ich werde hellhörig und bin direkt genervt. "Wollt ihr mir wieder sagen, wie schlimm er doch ist und, dass er ein schlechter Umgang ist?", frage ich nach und konzentriere mich weiter auf Puffi. "Eigentlich nicht." "Super dann ist das Gespräch ja jetzt damit beendet. Ich gehe dann Mal", ich löse mich von Puffi und will gerade hochgehen als meine Mutter anfängt zu sprechen:"Wir wollen uns entschuldigen". Ich bleibe abrupt stehen. Habe ich das gerade richtig verstanden? Meine Mutter entschuldigt sich? Ist sie krank? Will die mich verarschen? Ich drehe mich zu ihnen. "Das ich nicht lachen, das ist nicht witzig", sage ich. "So ist es auch nicht gemeint. Es tut uns leid", antwortet sie. Ich gehe unsicher zu ihnen auf die Couch und gebe ihn ein Zeichen, dass sie weitersprechen können.
"Du hast Recht. Du bist nicht wie die Anderen. Du bist das Mondoberhaupt". Wow. Anscheinend tut denen das doch nicht leid. "Mutter, Vater, bitte verscho-/" "Wir haben nie nur deine Kräfte gesehen", unterbricht mich meine Mutter. "Wir haben dich immer als Jungen gesehen. Als Manuel. Als unseren Sohn", erklärt mein Vater. Meine Mutter lächelt und fängt an zu sprechen:"Wir wissen wohl am besten wie es ist, diese Kräfte zu haben. Immerhin hast du sie ja von uns. Ich hatte die Kräfte vor dir. Bei deiner Geburt hast du sie bekommen. Das kann man sich nicht aussuchen. Es passiert einfach. Und falls du hättest noch ältere Geschwister gehabt, dann hätten die auch diese Kräfte bekommen können. Aber es ist bei dir passiert. Ich habe dann automatisch die Kraft deines Vaters angenommen. Als ich ein kleines Kind war, wurde ich Tag für Tag trainiert. Und hatte kein Privatleben. Doch eines Tages, kam jemand von der Sonnenseite und wollte mir diese Kräfte wegnehmen. Und du weißt ja, dass der einzige Weg, die Kräfte abzugeben ist, diese zu vererben oder man stirbt und jemand absorbiert diese Kräfte. Ich musste mich also verteidigen. Und dank meiner Eltern, die mich immer trainiert haben, konnte ich mich auch verteidigen. Seit diesem Tag wurde ich misstrauisch gegenüber den Sonnenleuten. Und deswegen haben wir entschlossen, dass du auch trainieren sollst, um dich zu beschützen. Doch wir haben nie nur diese Kräfte in dir gesehen."
Okay das muss ich erstmal verdauen. Ich wusste, dass diese Kräfte vererbt werden aber nicht, dass meine Mutter diese hatte.
"Wir wissen, dass du keine Freizeit hast und, dass wir deinen Bruder vernachlässigen, doch wir lieben euch beide. Bei ihm sind wir nicht so streng, da wir uns auf dich verlassen können. Wir wissen wie stark du bist. Du kannst ihm in Notfall beschützen. Doch, dass wir deinen Bruder so beleidigt haben, tut uns sehr leid. Wir wissen, dass ihm das weh tut. Und wir haben offensichtlich einen Fehler begangen. Wir wissen auch, dass es nichts bringt dir das zu sagen und wir es ihm eher sagen sollten, jedoch ist das, was wir getan haben, unverzeilich." "Entschuldigt euch einfach, er wird euch schon verzeihen. Immerhin seid ihr unsere Eltern. Und auch wenn ihr, echt nicht so gute Eltern seid, lieben wir euch beide." Diese Fassade, die meine Eltern immer tragen. Immer sagen sie, dass die Kräfte am wichtigsten sind. Immer heißt es, dass Maurice ein schlechter Mensch ist, weil er nicht die Mondkräfte besitzt. Ist das alles falsch? Versuchen sie uns so auf das Leben vorzubereiten? Um uns zu zeigen, dass nicht immer jeder hinter uns steht? Dass das Leben kein Zuckerschlecken ist? Dass man nicht allen vertrauen kann? Dass man hart arbeiten muss, um erfolgreich zu sein?"Manuel. Wir wissen, dass du bei diesem Patrick warst". Ich schaue sie geschockt an. Woher wissen die denn das? "Wie kommt ihr de-/" "Du bist unser Kind. Wir kennen dich", mischt sich mein Vater ein. "Nun zu diesem Patrick. Du darfst mit ihm reden, es sollte deine Entscheidung sein und du kannst mit ihm reden und lachen wie du möchtest. Aber..". Ich wusste es, es gibt einen Nachteil. "..du wirst dich nicht mit ihm, hier treffen oder zu ihm gehen." Ich sehe sie überrascht an. Ich dachte jetzt kommt, dass ich die Schule wechseln muss oder so was. Aber das? Das ist verhältnismäßig gut. "Warum?", frage ich dennoch nach. Ich bin halt trotzdem neugierig und noch etwas misstrauisch. " 'Warum' willst du wissen? Du hast Recht, dieser Patrick machte auf uns immer einen anständigen Eindruck und er kann ja auch gerne der beste Mensch sein, den es gibt. Aber wir können einfach nicht alles vergessen, was sein Stamm uns angetan hat. Und dir zu verbieten, dich mit ihm zu treffen ist drastisch, aber wir können soetwas nicht vergeben. Verstehst du das?", fragt mich meine Mutter unsicher. Und zum ersten Mal seit langem, wirkt sie auf mich, wirklich wie eine Mutter. Sie ist besorgt um mich, vertraut mir jedoch, hält sich aber auch daraus und zeigt mir meine Grenzen.
"Mutter, ich verstehe dich. Und ich bin euch beiden dankbar, dass ihr eure Meinung geändert habt", erkläre ich.
"Komm Mal her Manuel", sagt sie und öffnet ihre Arme. Ich gehe auf sie zu, und umarme sie. "Maurice, willst du nicht auch her kommen?", sagt meine Mutter leise. Ich löse mich von ihr und sehe Dado hinter der Tür stehen. Er hat anscheinend alles mitbekommen. Von wegen der schläft. Meine Mutter lächelt und mein Vater auch. Dado kommt zu uns und wir schließen uns alle in eine herzliche Umarmung. Das ist das erste Mal, dass unsere Familie, eine richtige Familie ist. "Wir lieben euch", flüstert meine Mutter, was mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. "Wir euch auch", antworte ich und schließe meine Augen, um den Moment besser genießen zu können. Jetzt muss ich nur noch versuchen, meine Eltern dazu zu überreden, wieder was mit dem Sonnenstamm zu tun. Das kann ja spaßig werden....
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Die Kraft der Elemente || Kürbistumor || ABGESCHLOSSEN
FanfictionManuel und Patrick sind beide ganz normale Jungen. Wären da nicht ihre Fähigkeiten, die sie beherrschen. Fähigkeiten...das mag vielleicht wie eine Gabe klingen.... doch sind sie das wirklich? Oder stehen sie im Weg? Sind sie manchmal vielleicht soga...