Ohne nachzudenken sprang Micha auf. Ich konnte in gerade noch so zurückhalten.
"Wir müssen vorsichtig sein. Alles könnte bei ihm eine Falle sein." Er nickte.
"Sorry Ich will nur so schnell wie möglich..." Ich lächelte ihn an.
"Ich weiß."
Wir standen an der Tür. Näher an der Wand um ehrlich zu sein. Micha drückte den Türgriff langsam runter, bis sie aufsprang.
Mit einem lauten knall viel ein Backstein auf den Boden. Michael begann zu fluchen. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Es ging um Leben und Tod seines Freundes. Doch anstatt ihm bekamen wir einen Backstein. Doch dann bemerkte ich etwas, was mir anfangs total entgangen war. Ein kleiner Zettel klebte an der Außenseite der Tür. Ich schlug sanft gegen die Schulter meines Kollegens. Er sah auch dorthin. Ich zog ein Tuch aus meiner Tasche und nahm in ab.
Na. Ich hoffe ich habe euch nicht zu sehr erschrocken. Aber banget nicht, eure mühe, den richtigen Ort zu finden, soll nicht ohne Lohn sein. Geht nun einfach zurück und entspannt euch.
Zombey sah mich ungläubig an.
"Wir können und jetzt nicht hinsetzen. Er hat Dado irgendwo auf dem Hof und wir...wir."
"Ich weiß, ich weiß. Aber alles was er macht, hat einen guten Grund. Also sollten wir es einfach machen." Er nickte nur.
Wir gingen zurück. Doch kaum hatten wir uns hingesetzt, quitschte etwas unter uns. Wir sprangen auf. Unter uns lag ein Quitscheentchen. Es war blutrot und hatte einen Schnitt am Kopf. Ich fasste gegen allen Verstand und allen ekel hinein. Ich zog einen anderen Zettel heraus.
"So viel zu vorsichtig sein," meinte er. Ich verdrehte nur meine Augen und las den Zettel.
Oh. Ihr seht ja lieb aus, wenn ihr versucht, etwas herauszufinden. Wie zwei kleine Kätzchen.
"Verhöhnt er uns jetzt?" fragte Micha ärgerlicher. Ich schüttelte nur den Kopf.
"Was mich mehr beunruhigt ist, dass er ins Haus gekommen ist, ohne dass wir es bemerkt haben." Micha's Hand ballte sich zu einer Faust.
"Aber egal, denn wenn mich nicht alles täuscht, sollten jetzt die meisten Katzen werfen. Und neben dem großen Stall war eine Futterkammer. Auf dem Hof, auf dem ich als Kind öfter war, haben sich dort immer alle Kätzchen aufgehalten." Er sah verunsichert zu mir, ging aber trotzdem mit mir mit.
Wir stemmten die Tür auf. Der Geruch von Tierfutter stieg mir sofort in die Nase. Ohne lange darüber nachzudenken ging ich rein und sah mich genau um. Nur ein Topf war geöffnet. Der Deckel lag auf dem nächsten.
Mit einem "Dort drinnen," holte ich den nächsten raus. Zu meinem erstaunen war es nur eine Zeichnung des Sternzeichens Steinbock.
"Was...." er sah sich fragend um.
"Na ja. Meistens wird ja kein großer Unterschied zwischen Steinbock und Ziege gesehen. Möglicherweise meint er ja das?"
"Ich habe mal auf ner Astrologieseite gelesen, dass Steinböcke alles immer nach Plan machen," er sah auf seine Uhr, "und so um diese Zeit sollte er seine Tiere füttern, oder." Ich nickte. Ich ließ meinen Blick durch die Kammer wandern. Nichts war benannt, also währe es sinnlos gewesen alle zu durchforsten.
"Ich glaube, dass in dem Stall ein Futtertrog war." Wieder nickte ich nur und ging mit ihm dorthin. Und Michael hatte recht. Dort lag ein gelber Zettel.
Ihr seid klüger als ich dachte. Ich würde euch bitten noch dieses letzte Spiel zu spielen. Es ist perfekt auf Patrick angepasst, also lass es ihn durchführen. Gehe für den Anfang 27 Schritte vorwärts.
Ich tat genau wir mir befohlen. In einem Apfelbaum hing ein weiter Zettel mit der kurzen Nachricht
37 Schritte links.
Ich rannte direkt in den Pfahl einer Koppel. Auf dem Zettel stand, dass wir 19 Schritte geradeaus gehen sollten. Dort steckte ein Zettel in der Scheunenwand, mit dem Befehl, 7 große Schritte nach links zu gehen. Der nächste Zettel hatte einen wärmeren Rotton als Farbe.
Meine geliebten Mitspieler, es wird immer wärmer. Seht ihr den großen Stall zu eurer linken? Kommt doch rein, wir können uns endlich mal sehen.
Michael seufzte erleichtert.
"Es ist sicher noch nicht vorbei," meinte ich, als wir im Laufschritt auf den Stall zugingen.
"Wie kommst du darauf?"
"Er hat bis jetzt jede Konversation mit einem M beendet. Er gibt uns noch mindestens einen Zettel." Nun etwas niedergeschlagener trat er das schwere Tor auf. Oben, ungefähr 2 Meter über uns stand ein Mann mit Maske auf dem Heuboden. Neben ihm saß ein hoffentlich bewustloser Maudado.
"Seht an. Habt ihr es auch schon geschafft?" fragte er mit einer seltsam gedrückten Stimme. Micha zog sofort seine Waffe aus dem Holster.
"Würde ich an deiner Stelle schnell wieder wegstecken. Du willst doch nicht," er zog ein Messer aus seiner Jackentasche und hielt es an Dados Hals, "das dein Geliebter stirbt, oder?" Michael war inzwischen deutlich schlechter drauf.
"Wir wissen ja nicht mal ob er noch lebt." Zischte er. Der Mann trat Dado in die Rippen. Dieser sah benommen zu uns. Das einzige, dass mir an seinem Gesicht auffiel, waren die Tränen, die inzwischen getrocknet waren. Ich musste kurz tief durchatmen.
"Was willst du?" schrie ich nun.
"Gehen." Ich lachte ironisch.
"Du denkst nicht ernsthaft, dass wir dich jetzt gehen lassen?" Als Antwort drückte er das Messer stärker gegen Dado's Hals, was ihm nur ein Wimmern entwischen lies.
"Dann stirbt er. Und denkt nicht mal daran, Verstärkung zu rufen. Außer natürlich, dir liegt nichts an ihm." Mit traurigen Augen sah er mich an, legte seine Waffe auf den Boden und trat sie weg.
"Wir...wir können dich nicht einfach gehen lassen. Es tut mir so leid Dado," schluchzte Micha.
"Ich habe dich doch immer mehr als den Menschen eingeschätzt, der sich für die Person die er liebt einsetzt, aber ich lag wohl falsch." Er nahm das Messer von seinem Hals und legte es an seine bekleidete Brust, an der er einen tiefen Schnitt setzte. Maudado begann ein leises "Nein." zu flüstern. Es hallte jedoch in der fast leeren Scheune wieder und wieder.
"Ich würde mich schnell entscheiden. Alle 10 Sekunden werde ich aufs neue entscheiden, wann seine Zeit vorbei ist. Und ich bin kein Mensch, der lange rumspielt." Micha sah verzweifelt zu mir.
"Wir können ihn nicht laufen lassen," stellte ich das schon viel zu offensichtliche fest.
"Ich... Ich weiß... aber..." Ich hörte einen leisen Aufschrei von Dado.
"Ich will ihn nicht so sehen... und auch nicht tot. Ich weiß, dass klingt selbstsüchtig. Und es ist es auch... aber... Dado ist mein ein und alles. Er war immer für mich da... und..." wieder wurden wir durch Maudado unterbrochen.
Ich sah seufzend zwischen ihnen hin und her. Ich hatte keine Ahnung was ich machen sollte.
Sollte ich mich für meine Freunde einsetzen... oder alle anderen? Es mag wie eine leichte Entscheidung wirken, aber es war wahrscheinlich die schwerste, die ich je treffen musste.
A/N: Sooo, Willkommen zurück. Ich weiß, dass das ein gemeines Ende ist, aber ich muss ja die Spannung beibehalten. Sorry, dass es schon wieder so lange gedauert hat, aber vor ein paar Wochen hat auch in Bayern die Schule wieder begonnen und ich bin nie dazu gekommen zu schreiben. Und falls ihr euch fragen solltet, warum dieser Titelsong, es ist 1. ein Ship und 2. der Grund, warum ich mit dem Schreiben begonnen habe und 3. finde ich ihn echt gut. Na ja. Ich hoffe euch hat das Kapitel trotz den Minimalsten Fillern gefallen. Wie immer freut mich natürlich auch Kritik oder so. (Und zeigt allen denen ihr kennt die Geschichte. Auch euren Cayman S WhatsApp gruppen. Und vergesst nicht, Malternativ zu googeln.) Also dann. Hoffentlich sieht man sich bald wieder.
Tschüss
Lisa
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Märchenhafter Tod
Mystery / ThrillerEine Mordserie, in der die Opfer nach Märchen getötet werden , versetzt die ganze Stadt in Aufruhr. Doch am meisten belastet es Patrick Mayer, dessen Team dieser äußerst komplizierte Fall zugeteilt wurde. Werden alle heil herauskommen und wie viele...