**Bens Sicht**Es sind schon vier Monate vergangen, nachdem Rey von General Hux angeschossen wurde und trotzdem lag sie noch immer im Koma. Ich verbrachte all die Tage und Wochen bei ihr im Krankenzimmer. Ohne sie fühlte ich mich alleine und einsam.
Die anderen hatten schon versucht mich irgendwie zu trösten aber auch sie mussten verarbeiten, dass Rey wahrscheinlich nie wieder aufwachen wird. Ihre Werte waren stabil aber ihr fehlte die Kraft um zum hier und jetzt zurückzukehren. Wenn sie nicht innerhalb der nächsten zwei Monate aufgewacht ist, sollen die Geräte abgestellt werden. Ihr Körper ist zwar automatisch in ein Koma gefallen, doch die Medizinischen Geräte an den sie angeschlossen war, machten ihr überleben überhaupt möglich.
Wie an jedem Morgen wachte ich neben Rey an ihrem Bett auf und sah in ihr bleiches Gesicht. Die Hoffnung das sie ihre Augen doch noch öffnen würde, gab ich nie auf. Verschlafen erhob ich mich aus meinem unbequemen Stuhl und holte mir aus der Kantine ein kleines Frühstück.
Die bemitleideten Blicke der anderen blendete ich vollkommen aus.
Gerade als ich das Zelt verlassen wollte, kamen Rose, Poe und Finn auf mich zu geeilt.
»Ben, wie geht es dir?«, fragte Poe besorgt.
»Wie soll es mir schon gehen?«, stellte ich eine Gegenfrage. Mit gesenkten Blick flüsterte er:
»Tut mir leid, das war eine dumme Frage. Aber du sollst trotzdem wissen, wenn etwas ist, wir sind für dich da.«
»Wozu hat man schließlich Freunde«, fügte Poe noch hinzu.
»Danke«, nickte ich die drei an und wandte mich von ihnen ab.Als ich wieder im Krankenzimmer stand, stellte ich mein Tablett auf den Tisch, der sich neben Reys Bett befand ab. Schweigend aß ich mein Essen und schrieb nebenbei etwas auf. Es war ein Tagebuch, genauer gesagt Reys Tagebuch. Ich hatte es aus meinem alten Quartier mitgenommen. Durch diese Worte die dort geschrieben standen, fanden wir beiden endlich zueinander. Ich hoffte das Rey, wenn sie eines Tages ihre Augen aufschlagen würde, dies dann lesen könnte und meine Worte über sie dann dort stehen sieht. Es fühlte sich an als wäre es gestern gewesen, als wir in meinem ehemaligen Zimmer der Ersten Ordnung standen und ich ihr Geständnis, was sie in ihrem Tagebuch geschrieben hatte, las. Ich war so in meinen Gedanken vertieft, dass ich Celina die gerade den Raum betrat gar nicht bemerkte. Erst als sie eine Hand auf meine Schulter legte, drehte ich mich zu ihr um.
»Hallo«, flüsterte sie und lächelte mich schwach an. Man sah ihr an, dass sie genauso wie ich damit zu kämpfen hatte Rey so zusehen. Ich drückte mir gezwungen ein freundliches Lächeln auf, was aber nicht lange anhielt. Glücklich war ich nicht, ganz und gar nicht. Leise schlich Celina auf die andere Seite des Zimmers, um sich von dort einen Stuhl zu holen und sich neben mich zu setzten.
»Und gibt es neue Informationen zu Rey?«, fragte sie mich.
»Nein«, senkte ich niedergeschlagen den Kopf.
»Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass sie sich gar keine Mühe mehr geben ihr zu helfen«, ballte ich wütend meine Hände zu Fäusten.
»Das würden sie niemals tun. Leia tut alles damit Rey die beste Versorgung bekommt und bald wieder erwacht«, versuchte sie mich aufzumuntern. Stumm nickte ich ihr dankend zu und wandte mich wieder an meine Freundin, die seelenruhig in ihrem Krankenbett lag und schlief.
Mehrere Minuten saßen wir einfach nur da und beobachteten Rey beim schlafen. Ich hatte einfach das Gefühl, über sie wachen zu müssen, damit ihr nichts passierte.
Irgendwann steckte Poe seinen Kopf in das Zimmer und lächelte uns beide leicht an.
»Ich wollte nicht stören aber Celina wir wollten doch noch zusammen zu Abend essen?«, zog er fragend eine Augenbraue nach oben. Daraufhin erhob sich die junge Frau von ihrem Stuhl und trat zur Tür.
»Bis später«, wandte sie sich noch einmal zu mir und verschwand dann mit Poe aus dem Raum.
Die Beiden hatten sich auf Anhieb verstanden und verbrachten immer mehr Zeit miteinander. Ich freute mich für die Beiden, dass sie sich gefunden hatten. Trotzdem fühlte ich mich auch verloren ohne Rey.Kurz entschlossen stand ich auf, ging auf das Bett meiner Freundin zu, nahm ihre Hand und umschloss sie sicher in meine. Eindringlich sah ich sie an.
»Rey, wenn du mich hörst, sollst du wissen ich warte hier auf dich. Wir alle sind hier und hoffen darauf dich wieder in unsere Arme schließen zu können. Als ich dich das erste Mal sah, war ich so fasziniert von dir. So anmutig und stark, so jemanden bin ich noch nie begegnet. Obwohl ich auf der dunkeln und auch falschen Seite stand, konnte ich nicht anders als an dich zu denken. Wir waren zwar Feinde aber trotzdem strahltest du irgendetwas aus, was mich so fasziniert hat.
Als ich dann von deinen Gefühlen erfuhr, schien sich alles in mir zu überschlagen.
Ich dachte es würde niemanden geben für den ich jemals etwas fühlen würde, doch als du in mein Leben getreten bist, änderte sich dies schlagartig und das du meine Gefühle auch noch erwidern würdest, übertraf alles.
Endlich fühlte ich mich nicht mehr alleine und nutzlos, ich hatte jemanden dem ich wichtig war. Du gabst mir Halt und dafür möchte ich dir danken. Aber bitte Rey, ich kann mein Leben ohne dich nicht fortsetzten. Komm bitte zu mir zurück«, redete ich mit ihr und bei den letzten Worten, lief mir eine Träne die Wange runter. Ich konnte nicht mehr, mich verließen die Kräfte und so sank ich betrübt zu Boden.
Auf einmal regte sich etwas vor mir und Geräusche einer Decke waren zu hören. Doch ich dachte mir nichts dabei.
»Ben?«, hörte ich jemanden schwach sprechen. Sofort schoss mein Kopf in die Höhe und ich konnte nicht glauben, was ich dort sah. Rey hatte ihr Augen geöffnet und blickte mich an.
»Rey!«, schrie ich durch den ganzen Raum.
»Du bist wieder wach«, musterte ich sie ungläubig.
»Ja«, erwiderte sie glücklich, als sie meine Freude entdeckte. Ich beugte mich vorsichtig zu ihr runter und drückte sie einmal.
Als ich wir uns aus der Umarmung lösten, fing ich sofort an sie auszufragen.
»Wie hast du es geschafft aufzuwachen?«, mir war klar, dass diese Frage nicht gerade schlau von mir gestellt wurde und sie diese wahrscheinlich nicht einmal beantworten konnte aber die Aufregung ließ mich alles vergessen.
»Ich habe die ganze Zeit gehört, wie du mit mir gesprochen hast. Es spendete mir jedes Mal neue Kraft und half mir aus diesem dunklen Tunnel zu entkommen, in welchem ich gefangen war«, erklärte sie mir mit schwacher Stimme.
Rey und ich unterhielten uns noch eine Weile, doch irgendwann sagte ich auch meiner Mutter und den anderen Bescheid. Überglücklich wurde sie von ihren Freunden empfangen. Doch zu lange blieben sie nicht. Rey brauchte noch etwas Zeit für sich, um sich von dem ganzen Stress zu erholen. Jedoch wollte sie das ich bei ihr blieb, was ich natürlich nicht ablehnen konnte.
»Ben, kannst du dich vielleicht neben mich legen?«, fragte sie müde. Nickend kam ich ihrer Bitte nach und gesellte mich zu ihr in das Bett.
Schon nach kurzer Zeit konnte ich ein ruhiges Atmen hören was mir verdeutlichte, dass Rey eingeschlafen war. Erleichtert und froh sie wieder bei mir zu haben, fiel ich ebenfalls in einen tiefen Schlaf.

DU LIEST GERADE
THE LAST 𝐃𝐄𝐂𝐈𝐒𝐈𝐎𝐍
FanfictionDen Kräften der Ersten Ordnung in einem letzten verzweifelten Versuch endlich entronnen, flüchtet der Widerstand auf einen abgelegenen Planeten, weit weg von der Tyrannei des neuen Herrschers. Doch ganz egal, wie schwer die Verluste wiegen, noch imm...