„Und deine Eltern kennt man woher, Alecto?", fragte mich Pansy, während sie in eine Erdbeere biss. Zum Nachtisch gab es Obst.Aus dem Augenwinkel erkannte ich Draco, der mich interessiert musterte. Vielleicht überlegte er, wie ich auf eine solche Situation reagieren würde?
„Meine Eltern sind gestorben, hießen aber Gamp." Ich versuchte ebenfalls genauso gelassen eine Erdbeere in den Mund zu stecken. Leider wurde daraus eher ein stopfen und ich musste mir alle Mühe geben, keine Würgegeräusche zu machen.
Verdammt, warum war ich nicht zumindest ein klein bisschen mehr wie Vater? Es starrten mich alle belustigt an. Erst nach ein paar ekelhaften Sekunden schaffte ich es endlich, einen mörderischen Blick aufzusetzen, damit sie ihre Köpfe wegdrehten.
Scheußlich. Ich musste bei nächster Gelegenheit wirklich ein bisschen Gelassenheit beim Essen lernen ... Wie viele peinliche Momente hatte es bisher schon bei Tisch gegeben? Definitiv zu viele!
„Und jetzt erklär' uns Mal, warum du denkst, besser nach Slytherin zu passen? Bisher konntest du mich noch nicht von dir überzeugen", stichelte Pansy weiter, als die Jungs in einem Gespräch verwickelt waren und nur noch wir Mädchen – Tracey Davis, Millicent Bulstrode, Daphne Greengrass, Pansy Parkinson und ich – die Unterhaltung fortführten.
Ein wenig hatte ich das Gefühl, die Mädchen hätten angst, ich könnte ihnen irgendetwas streitig machen und sie müssten mich deswegen von Slytherin fern halten, doch was das war, was sie nicht mit mir teilen wollten, wusste ich nicht.
So wurde ich also von allen Seiten genau beobachtet und hatte langsam das Gefühl, zu einem Hauselfen zu schrumpfen.
Schnell atmete ich tief durch, fixierte nur noch Pansy und straffte meine Schultern. Niemand könnte mich einschüchtern! Nicht die Nachfahrin von den mächtigsten Zauberern überhaupt – Salazar und meinem Vater.
„Ich setze sehr viel auf reines Blut, versuche Potters Vertrauen zu gewinnen, um ihn später zu verletzen und bin zutiefst von den dunklen Künsten fasziniert. Wenn ihr wollt, kann ich euch ein paar Zauber zeigen."
Da waren die Mädchen erst einmal baff und zogen ihre Schultern ein; Draco der bei dem Begriff „dunkle Künste" sofort aufmerksam wurde, zeigte seine strahlend weißen Zähne.
Mit einer eleganten Bewegung hatte er den letzten Bissen Gurkensalat gegessen und schlug mit glänzenden Augen vor, wir könnten doch alle in die Kerker gehen und nicht-ganz-erlaubte Zauber üben und gegenseitig vorführen.
Ich war sofort einverstanden, die meisten anderen der Gruppe nickten ebenfalls zustimmend.
Aufgeregt legte ich mein Besteck zur Seite und verließ ein paar Minuten darauf mit den anderen die große Halle.
Harrys neugierige Blicke versuchte ich möglichst freundlich zu erwidern.
Die übriggebliebenen Slytherins führten mich im Kerker gefühlt unendlich viele dunkle Korridore entlang, von denen ich höchstens ein Achtel kannte.
Meine Haut prickelte mehr, umso länger ich hier unten war. Wieder einmal ärgerte ich mich, nicht in Slytherin zu sein. Um es genau zu sagen, hasste ich den Gryffindor Gemeinschaftsraum nämlich. Seine gemütliche Ausstrahlung, das warme Licht, die Unordnung, das ganze Rot, den ganzen Lärm – bestimmt war der Raum der Schlangen um ein Vielfaches mehr nach meinem Geschmack.
Etwas schüchtern setzte ich mich auf einem staubigen Tisch, als wir ein altes Klassenraum betreten hatten.
Alleine würde ich keinesfalls wieder zurück finden. Ich versuchte mir meine Unsicherheit nicht anmerken zu lassen und schlug meine Beine übereinander.
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Die Tochter des dunklen Lords (Harry Potter Fanfiction)
FanficGrausam. Kalt. Herzlos. So würden die meisten Hexen und Zauberer den Mann beschreiben, der diskriminiert, tyrannisiert, foltert und mordet. So aber nicht seine Tochter. Der dunkle Lord hatte nämlich vier Jahre lang Zeit, seiner Tochter seine Ansicht...