Genervt verschwand ich wieder aus dem Lager. Und was sollte ich jetzt tun?
Ich beschloss etwas in den angrenzenden Wald zu gehen. Dort könnte ich Axtwerfen üben - wenn es da überhaupt noch was zu üben gab! Ich war eben die beste!
Am Waldrand angekommen, lief ich zielsträbig, auf die Zielscheiben zu, die ich hier Früher, als ich noch jünger war, aufgestellt hatte. Kaum stand ich dafor, warf ich auch schon meine Axt auf die Zielscheibe. Und traf ins schwarze. Natürlich, wie konnte es auch anders sein? Dieses Spiel wiederholte sich ein paar mal. Ich warf die Axt - ich holte die Axt. So ging es immerweiter, bis ich plötzlich ein rascheln im Gebüsch neben mir hörte.
Was war das? Schnell zog ich die Axt aus der Scheibe und stellte mich Kapfbereit hin. ,,Wer ist da?!", rief ich drohend und ging ein paar Schritte auf das Gebüsch zu, als keine Antwort kam.
,,Ha-", wollte ich wieder rufen, doch wurde unterbrochen.
Ein Drache sprang aus dem Gebüsch. Ein tödlicher Nadder und fauchte mich an. Da erkannte ich ihn. Es war der aus der Arena. Er - beziehungsweise sie - war ausgebrochen! ,,Na warte!", flüsterte ich und stürzte mich mit Kampfgeschrei auf den Drachen.
Doch Nadder waren keine Gronkel!
Dieser Drache zeigte keine scheu, mich direkt zu töten und stellte seine Stacheln am Schwanz aus.
Ich lief auf ihn zu und schwang meine Axt. ,,Aahh!", schrie ich und sprang auf den blauen Drachen. Er schoss seine Stacheln und versuchte mich abzuschütteln. Ich hielt mich gut fest, doch das verflixte Monster schaffte es trotzdem mich auf den Boden zu schleudern. Ich stöhnte kurz auf und hielt mir die Seite. Doch kurz darauf musste ich schon wieder blitzschnell zur Seite ausweichen, da mich sonst die scharfen Stacheln, des Nadders getroffen hätten.
Schnell stand ich auf und hob erneut meine Axt. Doch da merkte ich, dass auch der Drache nicht ohne verletzungen davon gekommen war. Anscheinend hatte ich mit meiner Axt in seinen Flügel geschnitten, der nun starke verwundungen aufweiste.
,,Ha!", sagte ich und es kam wieder hoffnung in mir hoch. Ich würde gewinnen. Ganz sicher!Und wieder rannte ich auf das gefährliche Geschöpf zu, dass vor einem Baum stand. Doch das doofe Fieh wich aus und meine Axt krachte in den Baum. Hektisch versuchte ich sie wieder heraus zu ziehen, sie frei zu bekommen. Aber es ging nicht, da sie sich verhakt hatte. Mist! Und der Drache kam schon wieder auf mich zu. Panik stieg in mir auf, als er seinen Schwanz mit den spitzien Stacheln hob, und auf mich zu zielen schien. Ich reagierte schnell und ließ von der Axt ab, um weg zu laufen - da ich sonst gleich sterben würde. Doch das Ding war schlau. Es schoss einen Feuerstrahl vor mir ab, sodass ich vor Schreck nach hinten fiel.
Normalerweise hätte ich nun immer einen Plan B gehabt. Doch mein Kopf schien wie leer gefegt. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Gerade, wo der Nadder vor mir stand und mich jeden Moment töten würde, verspürte ich nur noch eins. - Angst!Ich starrte ihn immernoch an. Bereit für den tot, vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen und wartete, auf den entscheidenden Schuss. Entweder scharfe, tödliche Stacheln, oder Feuer, so heiß wie die Sonne, würden das letzte sein, was ich spühren würde. Was sollte das letzte sein, was ich sagte? Ach, Astrid, darüber denkt man doch in so einer Situation nicht nach!, schimpfte ich mit mir, doch brachte nicht einmal die kraft auf, diesen Gedanken zu betonen.
Ich wartete immernoch. Doch es kam nichts. Vorsichtig schaute ich auf. Der Nadder hatte immernoch seine Stacheln aufgestellt, doch... sie schoss nicht.
Da begriff ich. Ich befand mich in ihrem Totenwinkel! Ein kleiner Schimmer Hoffnung flammte in mir auf. Doch wie sollte ich huer weg kommen?
Langsam und vorsichtig, streckte ich meine Hand aus um wieder zu versuchen, die Axt aus dem Baum zu ziehen. Endlich, ich merkte wie sie sich lockerte. Ohne den Blick vom Drachen - der sich verwirrt und suchend umschaute - abzuwenden, zog ich einmal kräftig. Doch da merkte auch der Drache wo ich war. Mist, er hatte mich entdeckt. Wieder hielt ich den Atem an, während ich trotzdem weiterhin an der Axt rüttelte.
Ja! Ich hatte sie!
Sofort warf ich die Axt auf den Drachen, der schon in begriff gewesen war, zu schießen. Ich traf und der Drache krächzte kläglich, während er sich verzog.
Ich hatte es geschafft.
Mein atem ging schnell und laut, da ich ziemlich erschöpft war. Doch gleichzeitig konnte ich mich auch nicht bewegen, weswegen ich einfach auf dem kalten Waldboden sitzen blieb.
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𝐀𝐬𝐭𝐫𝐢𝐝'𝐬 𝐆𝐞𝐬𝐜𝐡𝐢𝐜𝐡𝐭𝐞 (*𝑝𝑎𝑢𝑠𝑖𝑒𝑟𝑡*)
Fanfiction»Wir haben dir vertraut! Ich habe dir vertraut!« »Obwohl ich dir gesagt habe, dass du das nicht kannst...« ~ Astrid Hofferson. Das furchtlose, starke und selbstbewusste Mädchen, dass nicht viel über ihre Vergangenheit weiß. Wo kommt sie eigentlich h...