21 | Nothing is worse than arrogant peolpe.

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Meine Schritte hallten an den Wänden wider und legten einen gruseligen Flair über meinen Fußweg. Die Flure waren wie leer gefegt, alle Schüler befanden sich in ihren Klassenräumen oder bei Aktivitäten, die außerhalb der Schule stattfanden.

Ich war auf dem Weg zu Alaia, denn ich hatte ihr versprochen, gleich nach dem Casting zu ihr zu kommen und ihr zu erzählen, wie es gelaufen war. Nachdem ich ihr am gestrigen Abend gestanden hatte, dass ich vorhatte, mich erneut zu bewerben, war hatte sie sich vor Freude beinahe ins Auto gesetzt und auf den Weg zu mir gemacht.

Mich verschlug es in einen kleinen, abgelegenen Gang Nahe der Feuertreppe, in dem nur zwei recht kleine Klassenzimmer eingebaut waren. Kaum hatte ich die große Glastür passiert, war die gespenstische Stille, die mich umgeben hatte, vorüber und ich hörte leise Stimmen, die sich immer wieder abwechselten.

Ohne einen Blick nach unten zu werfen, ließ ich mich an dem Geländer auf dem Boden nieder, breitete meinen Ordner, meine Tasche und Sportsachen auf dem Boden aus und lehnte mich mit dem Kopf an den kalten Gitterstäben an. Die Kälte jagte durch meinen Körper und legte einen angenehmen Schleier über meine Gedanken.

Von diesem Platz hatte ich die perfekte Sicht auf das Veranstaltungskomitee, das in dem Forum tagte und gerade allem Anschein nach dabei war, die letzten Kosten der vergangenen Party zu besprechen. In einer kleinen Gruppe saßen sie auf dem Boden, um sie herum mehrere Rucksäcke, Handtaschen und Bücher. Auch einen Stapel von Papieren entdeckte ich, der in der Nähe meiner Freundin lag und den man mit einem Stift fixiert hatte.

„Kannst du alle Kosten zusammenrechnen, Alaia? Ich schicke dir heute Abend die Rechnung von der Technik." Ein hochgewachsener junger Mann hatte meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Still sitzen schien ihm unmöglich. Stattdessen verlagerte er das Gewicht immer wieder und machte damit nicht nur mich nervös.

„Sicher, das ist kein Problem", entgegnete Alaia lächelnd, notierte sich etwas auf ihrem Block und tippte dann mehrmals mit dem Ende des Stifts gegen ihre Lippen, bevor sie dem Geschriebenen noch ein paar Worte hinzufügte. „Gab es sonst noch Anregungen oder Feedback bezüglich des Bonfires, das bei euch eingegangen ist?", fragte sie in die Runde.

Verhaltenes Murmeln war zu hören, einige der Anwesenden schüttelten ihre Köpfe oder zuckten mit den Achseln. „Es gab zu wenig Hochprozentiges." Eine melodische Frauenstimme war zu hören und ich richtete mich ein wenig auf. Ich kannte die Stimme, doch während mein Blick über die Mitglieder im Kreis glitt, konnte ich nicht sagen, wem sie gehörte. Keine der Anwesenden brachte ich mit dieser Stimme in Verbindung.

Meine Stirn legte sich in Falten und ich folgte Alaias Blick. Ihre Augen hatten sich zu zwei kleinen Schlitzen verzogen und ich konnte sehen, wie ihre Finger sich anspannten, als sie sich leicht nach hinten drehte und einen Blick Richtung Treppe warf. Einige Meter von der Gruppe entfernt saß Brylee auf einem Stuhl, betrachtete ihre Nägel und fing schließlich an, eine ihrer dunklen Haarsträhnen zwischen ihren Fingern zu drehen. Die Gruppe verstummte.

„Ich glaube, dass Bier für eine Veranstaltung, die mit der Schule zu tun hat, genug ist. Schon damit konnten wir eine Schlägerei nicht verhindern", gab Alaia zu bedenken. „Außerdem gab es Wodka mit verschiedenen Säften", warf ein anderes Mitglied ein.

„Es ist keine Schulveranstaltung. Es sind keine Lehrer anwesend und das Bonfire findet auch nicht auf schulischem Gelände statt. Warum also Unmengen an Bier anbieten, während nur eine handvoll Hochprozentiges zur Verfügung steht?", fragte sie. Sie warf ihre Beine übereinander und stemmte die Ellbogen auf ihrem Oberschenkel ab, bevor sie sich nach vorne beugte. Eine Augenbraue schoss in die Höhe und abwartend blickte sie die anderen Mitglieder an.

Alaia hatte mir schon einige Geschichten über Brylee bezüglich des Veranstaltungskomitees erzählt. Noch nie war sie mit ihr zurecht gekommen, weder mit ihrer arroganten, egoistischen und einnehmenden Art, noch mit der Tatsache, dass sie keinerlei Interesse hatte, ein Teil dieses Teams zu sein. Am Ende des letzten Schuljahres hatte sie mit einigen Verstößen den Zorn der Lehrer auf sich gezogen und deren Strafe war es gewesen, dass sie diesem Team beitreten, und sich für die Schüler und Schülerinnen dieser Schule engagieren musste. Niemand hatte bei dieser Entscheidung bedacht, dass es eine größere Strafe für die bereits vorhandenen Mitglieder, als für die Prinzessin persönlich war.

Paralyzed | ✓Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt