49. Meeresstürme

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„Cheryl?"
In diesem Moment wurde Toni bewusst, dass sie zum ersten Mal seit einem Monat diesen Namen aussprach. Und es fühlte sich an, als hätte sie nie damit aufgehört, es zu tun. Es fühlte sich so natürlich an, als würde sie ihren eigenen Namen sagen. Ihr war bis jetzt nie bewusst geworden, wie sehr sie Cheryls Namen eigentlich mochte.
Das rothaarige Mädchen vor ihr fuhr bei dem Klang ihres Namens ein wenig zusammen. Toni konnte hören, wie ihre Atmung sich beschleunigte. Dann kam erneut Bewegung in Cheryls Körper. Ganz langsam drehte sie sich in Tonis Richtung. Als hätte sie Angst, durch eine ruckartige Bewegung aus einer Art Traum aufzuwachen.
Und dann sah sie in. Cheryls Augen. Plötzlich erinnerte sie sich an den letzten Urlaub, den sie mit ihren Eltern verbracht hatte. Als sie gerade im Meer gestanden und die Wellen beobachtet hatte, zog ein Sturm auf, und das rauschen des Wassers und das Wehen des Windes und das verdunkeln des Himmels waren für die damals ebenso angsteinflössend wie atemberaubend schön gewesen - genau so fühlte sie sich nun bei dem Blick in Cheryls Augen.  Sie hatten noch immer das gleiche weiche braun, das für Cheryl langweilig, für Toni aber ein ganz besonderes war. Doch die Wärme und das Leuchten, die Merkmale, die unsere Augen lebendig  wirken lassen, schienen aus ihnen verschwunden zu sein. An ihrer Stelle entdeckte Toni Schmerz und Traurigkeit - und es brach ihr das Herz in tausend Teile. In Cheryls Gesicht zeichneten sich dunkle Augenringe ab und ließen ihre Haut noch heller wirken, als sie es eh schon war. Ihre Haare hingen schlaff und glanzlos um ihre Schultern. Noch nie hatte Toni sie so gesehen. Sie sah so erschöpft und mutlos aus, die Aura von Energie und Anmut, die sie früher zu umgeben schien, war beinahe verschwunden. Und doch wurde Toni beim Blick in Cheryls Gesicht nach so langer Zeit wieder etwas wärmer in der Brust und sie konnte nicht anders, als zu denken, dass dieses Mädchen trotz allem das schönste der ganzen Welt war.
Toni biss sich fest auf die Unterlippe, als eine Welle von Schuldgefühlen über sie hereinbrach. Sie war der Grund dafür, dass es dieses ‚trotz allem' überhaupt gab.
Noch immer sagte Cheryl kein Wort. Stumm sah sie das Serpent Mädchen mit einer Mischung aus Überraschung und Verwirrung an, während Toni unruhig die Hände in den Taschen ihrer Lederjacke vergrub.
„Du bist hier", sagte Cheryl schließlich. Ihre Stimme klang leise, aber zu Tonis Überraschung sehr klar und gefasst.
„Ja, ich bin hier. Ich weiß, dass ich zu lange weg war. Es tut mir leid", antwortet sie ebenfalls leise und trat vorsichtig einen Schritt näher an Cheryl heran. Dabei stieß sie mit dem Fuß gegen eine offene, beinahe leere Weinflasche, die klirrend umkippte. Das Geräusch klang übernatürlich laut in der angespannten Stille und Toni zuckte heftig zusammen, doch das rothaarige Mädchen auf dem Bett verzog keine Miene. Sie wirkte, als wäre sie in einer Seifenblase, und würde alles nur aus weiter Ferne mitbekommen.
„Es tut dir leid", sagte sie, löste den Augenkontakt mit Toni und drehte ihren Kopf leicht zur Seite, ohne mit ihrem Blick einen Punkt zu fixieren. „Es tut dir leid?"

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Hallo!
Der Teil ist noch nicht fertig. Aber ich bin stolz dass ich überhaupt etwas habe und möchte euch schon jetzt daran Teil haben lassen. Das ist sehr ungewöhnlich  und ich werde es morgen früh bestimmt bereuen - aber jetzt ist es 2 Uhr Nachts und ich bin müde und hoffe, dass ich irgendjemandem da draußen mit diesem Teil eine Freude machen kann - auch wenn er unvollständig ist ( nicht unbedingt darauf bezogen, wie der Teil endet, sondern wie Sätze formuliert sind).
Ich hoffe, ich schaffe es, wieder regelmäßiger zu schreiben

Stay tuned for Part 50 🐍🍒

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⏰ Letzte Aktualisierung: Aug 05, 2021 ⏰

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Choni ~ You Bring Out The Best In Me 🐍🍒Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt