Ein Hupen ertönte. Ich war wie versteinert. Immer noch schockiert darüber, wie verdammt noch mal ich hier her gekommen war, aber nicht nur das. Ich war auch schockiert über das Geschehen vor mir.
Denn das Auto raste nicht auf mich zu. Nein. Dort war ein junger Mann, der die Straße überquerte, auf sein Handy starrte, Kopfhörer in den Ohren hatte und anscheinend nichts mitbekam, dass EIN VERDAMMTES AUTO IHN GLEICH UMNIETET!
Wenigstens funktionieren seine Kopfhörer noch.
Hör verdammt noch mal auf so zu denken. Bist du bescheuert?
Das Auto raste weiterhin auf ihn zu. Merkt er das denn nicht.
"Hey du da! Achtung ein Auto!" schrie ich so laut, wie ich konnte, doch er hörte mich nicht.
Verdammt.
Schnell rappelte ich mich auf und rannte auf ihn zu. Ich zählte die Sekunden. Adrenalin strömte förmlich durch meine Adern bis hin zu meinen Fingerspitzen.
Das Auto hubte, kam immer näher. Ich rannte weiter.
Dann erreichte ich ihn endlich, packte ihn am Arm und spürte danach den kalten, nassen und harten Boden.
Schockiert schaute ich mich um. Ich hatte es geschafft oder?
Vor mir fuhr das Auto vorbei.
Ein paar Zentimeter neben mir lag dieser Mann, der das Spektakel vor sich genauso schockiert betrachtete, wie ich. Dann blickte er mir genau in die Augen und ich musste schlucken. Verdammt noch mal er sieht aus wie... nein das kann nicht sein. Das ist nur ein Zufall. Außerdem ist der hier älter, aber diese Ähnlichkeit ist schon faszinierend."Alles in Ordnung?" fragte er mich.
"Müsste ich dich das nicht fragen? Ich meine du bist fast von dem Auto... naja..." antwortete ich ihm etwas belustigt, nachdem ich mich endlich aus seinem Blick entreißen konnte.
"Ich... ja... danke."
Der Mann, der nun kurz seine Cap abnahm, nur um seine nassen Haare nach hinten zu streichen und sie dann wieder aufzusetzen, lächelte mich sanft an.
Ich erwiderte es nur etwas überfordert, immer noch fasziniert von dieser Ähnlichkeit.
Danach richtete er sich auf und streckte mir seine Hand entgegen, die ich nur fassungslos anstarrte: "Keine Sorge. Ich mach dir nichts", meinte er ruhig.
Meine zittrige Hand griff langsam nach seiner und er zog mich daraufhin vorsichtig wieder auf die Beine.
"Ist auch alles in Ordnung bei dir?" meinte er nun.
"J-ja. A-alles gut" bekam ich jedoch nur flüsternd heraus.
"Ich kann dich auch ins Krankenhaus bringen, wenn es dir nicht..."
"Nein alles gut. Danke."
"Ich sollte mich wohl ehr bedanken. Ich hab das Auto einfach nicht kommen sehen, also danke für die kleine Rettung. Ohne dich wäre es ganz anders ausgegangen."
"Nein nein alles gut. Nicht der Rede wert" erwiderte ich.
Wie kann das nur sein? Wie kann das alles hier sein?
"Sicher? Du frierst ja."
Ich nickte nur überfordert. Dann bückte er sich kurz und hob einen Schirm auf, den er wahrscheinlich vorhin verloren hatte und öffnete ihn, jedoch war er nicht für ihn. Nein er reichte ihn mir. Mein Blick glitt langsam zu seiner Hand.
Sollte ich echt? Aber das ist seiner.
Ich rührte mich nicht, genau deshalb nahm er meine Hand und drückte den Schirm vorsichtig, als wäre ich aus Glas, in diese, welche schon total taub vor Kälte geworden ist, sodass nun meine Finger den Schirm umschlossen.
"Nimm ihn ruhig. Ich hab sowieso keinen weiten Weg mehr. Pass auf dich auf" meinte er daraufhin.
"I-ich d-danke..." murmelte ich zitternd vor mich hin, da sich die Nässe schon vor einer Weile einen Weg durch meine Klamotten gefunden hatte und diese pitschnass an meiner Haut klebten.
"Jungkook."
Mir stockte den Atem. Oh mein Gott. Er heißt sogar wie er. Ist das möglich.
Wie kann das nur sein, verdammt noch mal. Er ist nur erfunden.
Ein Charakter aus dem Comic und doch steht er vor mir, ist genauso wie in den Geschichten. Entweder mein Vater hat ihn als Vorbild genommen oder er hatte wirklich recht, aber kann das wirklich sein?Also ist das alles hier überhaupt echt?
Das würde zumindestens erklären wie ich innerhalb von Sekunden von dem Büro hierher gekommen bin.
"I-ich... muss los. Danke nochmals" meinte ich und rannte voller Panik weg. Ich rannte einfach gerade aus. Einfach weg von ihm. Ich hatte einfach plötzlich Panik vor ihm. Dieser Welt. Alles.
Er rief mir noch etwas hinterher, was ich nicht mehr verstand.
Ich rannte weiter. Doch dann durchfuhr mir eine Art Stechen durch meinen Kopf und ich verlangsamte mein Tempo, bis ich letztendlich stehen blieb.
Etwas seltsames erschien vor mir. Eine leuchtende Schrift, die sagte:
Fortsetzung folgt.
Was soll das bedeutet? Was ist hier los?
Ich zuckte zusammen als sich plötzlich meine Sicht verschlechterte, taumelte nach hinten und ließ den Schirm fallen, als dann noch ein Summen ertönte.
Dann bohrte sich etwas Hartes in meinen Rücken. Ich spürte quälende Hitze und ein muffiger Geruch lag in der Luft. Danach fiel ich zu Boden. Sofort erkannte ich wieder der Geruch von Staub und alten Büchern, der mir nur zu bekannt vorkam.
Erschrocken sah ich mich um. Ich war wieder zurück. Wie? Was ist da gerade passiert? Hab ich das alles nur geträumt? Hab ich mir vorhin den Kopf angeschlagen?
Doch neben mir lag immer noch der geöffnete Schirm. Genau deshalb sprang ich auf und sah anschließend langsam an mir runter.
Wenn das alles nur ein Traum war, warum sind meine Klamotten immer noch pitschnass?
Fassungslos lief ich zu dem Tablet und zuckte zusammen als ich den Bildschirm sah. Genauer gesagt was darauf erschien.
Da war ich oder zu mindestens eine Figur, welche aussah wie ich. Das kann ich nicht sein... niemals, aber warte, warum hat sie dann die gleichen Klamotten an. Nicht nur das war gleich. Auch die Situation. Es war wie gerade eben. Es war der Moment, als ich weglief und Jungkook mir verwirrt hinter hersah und rief: "Warte was ist los? Hm seltsames Mädchen."
Also das hatte er gesagt.
Kurz darauf tauchte ich wieder hier auf.
Also war das alles wirklich real?
Wie ist das bloß möglich?
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Worlds Apart: Welcome to the World of Bangtan
FanfictionChaeyoung ist auf der Suche nach ihrem Vater, den sie nur noch dunkel aus Kindheitserinnerungen kennt, da er eines Tages plötzlich verschwand. Niemand wusste was damals wirklich geschah. Als sie Jahre später einem Signal aus dem alten Büro ihres Vat...