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Als er fertig war, kam er nur mit einem Handtuch um die Hüfte in die Küche und machte sich einen Kaffee. Ich beobachtete jede seiner Bewegungen und das Spiel seiner Muskeln. Ich schlang meine Arme von hinten um seinen noch nassen Oberkörper und begann, ihn entlang der Wirbelsäule zu küssen. Er drehte sich langsam zu mir herum und lächelte mich an. „Nein, Anna, ich werde dich zappeln lassen, bis heute Abend." Wieder drückte er mir einen liebevollen, aber zu kurzen Kuss auf die Lippen und ließ mich stehen. Ich fühlte mich wie ein Tier, das erst angefüttert und dann halb ausgehungert zurückgelassen wurde. Wie frustrierend. Ich schmollte und ging mit meinem Tee ins Bad. Die Tür schloss ich von innen ab, damit er nicht auch noch halbnackt vor meiner Nase herumtanzte. Das warme Wasser lief über meinen Körper und ich dachte an die letzte Nacht zurück. Himmel, ich wurde schon wieder ganz nervös bei diesem Gedanken, deshalb atmete ich zwei-/dreimal tief ein und aus, um mich zu beruhigen. Ich föhnte mir die Haare und wickelte mir ein Handtuch fest um den Körper und huschte ins Schlafzimmer. Ich stand vor dem Schrank und suchte ein Outfit für den Abend aus. Doch bis dahin zog ich mir erstmal etwas Gemütliches an. Ich langte nach einem von Samu's Hoodies, die über den Stuhl hingen und eine weite Kuschelhose, damit er nicht wieder auf dumme Gedanken kam. Zusammen mit meinem Tee und einem Buch kuschelte ich dann aufs Sofa, zog mir die Decke über und machte es mir gemütlich. Samu kam mit seiner Gitarre um die Ecke und schmunzelte. Er hatte sich ebenfalls etwas Gemütliches angezogen, sah aber trotzdem verboten gut aus. Ich musste mich echt zusammenreißen. Doch ich merkte, wie mein Herzschlag sich beschleunigte. Was war nur mit mir los? Ich benahm mich wie ein frisch verknallter Teenager. Samu setzte sich mir gegenüber in den Sessel und begann auf seiner Gitarre rumzuklimpern. Dann fing er an zu singen. Seine warme, dunkle Stimme ließ mich am ganzen Körper erschauern. 

Ich zog die Decke noch fester um meinen Körper, so als müsse ich mich schützen, damit er mich nicht noch verrückter machen konnte, als ich eh schon war. Er sah zu mir rüber und schaute mich nachdenklich an. Vorsichtig legte er die Gitarre beiseite, kam rüber zu mir und hockte sich vor mich. „Hei, kultaseni, are you ok?" fragte er mich sanft. „Du spielst nicht fair", beschwerte ich mich mit kratziger Stimme. „Was mache ich denn?" fragte er und sah mich mit seinem unschuldigsten Dackelblick, den er draufhatte, an. „Du machst mich verrückt, mit deinen Küssen, deinen Berührungen und deiner Stimme und dann lässt du mich zappeln. Ich verzehre mich vor Sehnsucht vor dir und du quälst mich. Das ist nicht fair." Ich sah ihn böse an. „Das tut mir leid", sagte er unschuldig, aber ich glaubte ihm nicht ein Wort. „Ich gehe mich jetzt fertig machen für heute Abend", verkündete ich ihm und schob ihn von mir weg. Ich schlug die Decke zurück, stand auf und verschwand hoch erhobenen Hauptes ins Bad. Dort ließ ich mir richtig Zeit, um mir die Haare zu machen, mich zu schminken und schön zu machen. Ich wollte, dass ihm die Luft weg bleibt, wenn er mich sieht. Als ich fertig war, ging ich ins Schlafzimmer und zog mir das Kleid an, welches ich für den Abend ausgesucht hatte. Dazu legte ich die Kette an, die Samu mir geschenkt hatte. Nun noch die Schuhe, fertig. Ich warf einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Meine Haare hatte ich dezent zurückgebunden, einzelne Strähnen fielen um mein Gesicht und der Rest in leichten Wellen über meine Schultern. Das Kleid war schwarz, obenrum mit leichter Spitze und war knielang. Dazu hatte ich eine kleine schwarze Strickjacke übergezogen, damit es nicht kalt war. Sie verdeckte aber auch den recht tiefen Rückenausschnitt. Samu würde Augen machen, wenn ich sie nachher ausziehen würde. Und das war pure Absicht. Ich war ganz zufrieden und ging nun die Treppe herunter. Ich sah, dass mein blonder Finne bereits auf mich wartete. Er saß fertig angezogen und gestylt mit seiner Gitarre auf dem Sofa und sang leise vor sich hin. Verdammt, sah er gut aus. Samu hatte sich eine schwarze Jeans und ein schwarzes Hemd, welches er oben leicht geöffnet hatte, angezogen. Seine Haare hatte er versucht, irgendwie in Ordnung zu bringen, was ihm aber nie so richtig gelang und was ich so an ihm liebte. Er konnte machen, was er wollte, sie standen trotzdem immer wild in alle Richtungen ab. Ich musste tief Luft holen und ging auf ihn zu. Er hörte auf zu spielen und sah zu mir hoch. Er bekam große Augen und sagte nur „Wow." 

...save me once again... (Anna & Samu Teil 1)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt