Etwas umständlich steckte ich das Handy in meine Hosentasche, währenddessen er mich aus dem Café zog.
"Jungkook warte. Wohin gehen wir?'"Sag nichts. Komm einfach mit."
Nach ein paar Metern zog er mich in einen Laden. Überall hingen wunderschöne Klamotten, die ich mir am liebsten alle geschnappt hätte. Alles sah so edel aus. Zu edel. Zu teuer.
"Such dir etwas aus. Egal was."
"Nein, das ist doch bestimmt wahnsinnig teuer," meinte ich jedoch nur.
"Nicht für mich."
"Ich kann das mir nicht leisten und du zahlst das nicht! Verstanden?"
"Chaeyoung komm schon."
"Bitte nicht. Es ist mir unangenehm, wenn du alles bezahlst. Ich will nicht."
"Aber du kannst doch nicht in diesen Klamotten hier bleiben. Du wirst noch umkippen, so warm wie es ist."
"Aber..."
"Ein nein akzeptiere ich nicht und jetzt such dir ein paar Klamotten aus. Ich zahle sie, egal wie teuer sie sind."
"Du bist mir aber nichts mehr schuldig."
"Das ist mir egal und jetzt los oder ist dir etwa nicht warm?"
Er hatte recht. Es war verdammt warm da draußen. Das einzige was mich abhielt wirklich umzukippen oder schnell zu einem Wasserspender zu stürmen, ist die angenehme Kühle, die von der Klimaanlage ausgeströmt wird.
"Egal welche?" fragte ich ihn.
"Ja egal welche," versicherte er mir nochmals.
"Na gut. Dann komm mit" und schon lief ich aus dem Laden, woraufhin Jungkook mir nur verwirrt folgte und fragte: "Wo willst du hin?"
"In einen Klamottenladen, der mehr... naja... der nicht zu teuer ist."
"Aber..."
"Nein. Jungkook ich brauche keine Markenklamotten. Ein einfaches Shirt und eine kurze Hose für ein paar Peanuts reichen mir. Sie müssen nicht teuer sein, um mir zu gefallen."
Ein Lächeln bildete sich in seinem Gesicht.
"Was ist? Ist das so lächerlich, dass der große Jungkook mich jetzt auslacht?"
"Nein im Gegenteil. Es hat mir eines nur noch mehr gezeigt. Du bist anders."
Ich blieb stehen. Klar das wusste ich. Das wussten alle, die mich kannten, aber das war nichts Gutes. Das war etwas, was mich von den anderen ausschloss. Etwas weshalb mich die meisten mieden.
"Und das ist gut so" setzte er seine Worte fort, weshalb ich verwirrt aufsah.
"Warum soll das denn gut sein?" fragte ich ihn sichtlich verwirrt.
"Andere hätten sich gefreut, wenn ich ihnen teure Sachen schenken würde und du nicht. Du willst nicht mal, dass man dir deinen Milchshake bezahlt."
Ich lief weiter. Ich wusste er würde mir folgen: "Ich kenne es halt nicht anders und will es auch nicht anders haben."
"Wie meinst du das?"
"Ich hatte... naja... eine schwere Kindheit und die die mich kennen schätzen mich oft falsch ein. Sie sehen nur das eine und nicht die Gründe..."
"Was meinst du damit?"
"Ach nicht so wichtig. Es ist bei dir wahrscheinlich genauso. Viele sehen dich als Idol und wollen deshalb mit dir befreundet sein und sehen dich nicht als die wundervolle Person, die du in Wirklichkeit bist.... uh sieh mal der Laden sieht gut aus."
Nachdem wir dann wirklich eine geschlagene halbe Stunde dort verbrachten und er mir ein Outfit nach dem anderen gab, jedoch immer noch nicht zufrieden war, schnappte er sich irgendwann ein weißes Sommerkleid, welches ich skeptisch betrachtete. Ich trage nie Kleider. Nie. Was mache ich hier eigentlich? "Ähm...nein."
"Komm schon. Tu es für mich."
"Nein. Fang nicht an zu schmollen. Nein... argh... na gut wenn es sein muss, aber hör sofort auf zu schmollen."
Nachdem ich es angezogen hatte, trat ich aus der Umkleide.
Jungkook war an seinem Handy. Nachdem ich mich kurz räusperte, schaute er hoch und sah mich mit großen Augen an, blieb aber still.
"So schlimm? Ähm... ich zieh mich doch dann lieber um und nehme das von vorher."
"Nein, warte. Du siehst echt toll aus. Wir nehmen es."
"Naja ich..."
"Du siehst echt toll aus. Vertrau mir."
"Na gut..." Wenigstens kostet es nicht so viel. Hab ich schon erwähnt, dass ich es nicht leiden kann, nein hasse, wenn mir jemand etwas kauft. Normalerweise, aber irgendwie ließ ich es jetzt zu. Wahrscheinlich, weil das hier sowieso nicht real ist.
"Aber eines fehlt," meinte er und zauberte eine kleine Tasche hinter seinem Rücken hervor.
"Ich weiß nicht. Das Kleid reicht doch."
"Nimm sie einfach."
Unsicher lief ich auf ihn zu um mir die Tasche zu nehmen, die er mir zustreckte. Wie es meine Tollpatschigkeit wollte, die immer in dem blödesten Zeitpunkten auftaucht, rutschte ich auf einem Shirt, welches auf dem Boden lag, aus und fiel nun nach vorne.
Doch dann spürte ich einen festen Griff um meine Taille, der mich vor dem Sturz bewahrte.Ich starrte überrascht an oben.
Langsam richtete ich mich wieder auf, er ließ mich jedoch keine Sekunde aus den Augen, starrte mich regelrecht an. Teilweise besorgt, aber auch teilweise belustigt.Dann fiel mir etwas auf, als ich kurz den Blick von seinen Augen abwandte.
Dort leuchtete wieder etwas auf. Genau das, was vor ein paar Stunden auch geleuchtet hatte.Verdammt nicht jetzt. Bitte nicht.
Denn dort in der Ecke erschien es wieder:
Fortsetzung folgt
Was soll ich machen? Ich kann doch nicht einfach wieder vor ihm verschwinden. Oder?
"Ich muss los. Danke Jungkook, aber... tut mir leid."
Kurz darauf stürmte ich aus dem Laden.
Ich hörte nur noch den Verkäufer hinter mir her rufen: "Warte Sie, sie müssen noch zahlen."Kurz danach wurde mir wieder schwindelig und meine Sicht verschwamm. Ich versuchte weiterhin so viel Abstand wie es ging von dem Laden zu bekommen und schlüpfte kurzerhand in eine Seitengasse in der kaum Leute waren.
Aus einem Grund wusste ich, dass er nicht sehen durfte, dass ich mich einfach so in Luft auflöste.
Ich wusste nicht was passieren würde, aber egal was, es wäre nicht gut für ihn. Es würde ihn nur verwirren und das wollte ich nicht. Auch wenn das alles hier nicht real ist, ich wollte alles andere außer sein Leben zu verkomplizieren.
Ich stolperte weiter.
Ein Wimpernschlag später spürte ich eine kalte Glascheibe vor meinem Gesicht.
Autsch. Nicht schon wieder.
Geht das jetzt jedes mal so, wenn ich zurückkomme, dass ich mich verletze?Ich schaute mich um. Ich war wirklich wieder zurück. Zurück an der Bushaltestelle, wo ich vor weiß Gott wie lange verschwunden bin.
Als ich meine Tasche sah, atmete ich erleichtert aus.
Sie ist noch da. Glück gehabt.
Jetzt weiß ich wenigstens, dass keine 3 Wochen hier vergangen sind.
Ich ging zu ihr und öffnete sie. Alles noch drin. Geldbeutel. Schlüssel. Handy. Meine 10.000 Won und... warte... nein... wie kann der Arsch es wagen!
Wo ist mein Steakhouse Gutschein? Dieser hinterhältige Idiot. Ich hätte nur noch ein Stempel gebraucht, dann hätte ich ein gratis Essen bekommen.
Wenn ich den in die Finger bekomme. Der kann etwas erleben.
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Worlds Apart: Welcome to the World of Bangtan
Fiksi PenggemarChaeyoung ist auf der Suche nach ihrem Vater, den sie nur noch dunkel aus Kindheitserinnerungen kennt, da er eines Tages plötzlich verschwand. Niemand wusste was damals wirklich geschah. Als sie Jahre später einem Signal aus dem alten Büro ihres Vat...