Chaeyoung ist auf der Suche nach ihrem Vater, den sie nur noch dunkel aus Kindheitserinnerungen kennt, da er eines Tages plötzlich verschwand. Niemand wusste was damals wirklich geschah. Als sie Jahre später einem Signal aus dem alten Büro ihres Vat...
Alles fing vor etwa 5 Jahren an. Kurz nachdem mein Vater verschwand.
Ich kann mich noch an jedes einzelne Detail erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ob das gut oder schlecht ist, könnt ihr selbst entscheiden.
Damals war es das erste Mal, dass mir etwas vorgeworfen wurde. Es war das erste Mal, dass Gerüchte über mich entstanden und die Leute mir komische Blicke zuwarfen. Das war der Anfang von allem und es würde für eine lange Zeit nicht enden, das begriff ich sofort. Denn wer würde so ein Geschehen sofort vergessen?
Die gesamte Situation in der ich gerade gerutscht war, kam mir so verdammt bekannt vor. Nicht zum ersten Mal wurde ich für etwas beschuldigt, nur weil ich meinem Herzen gefolgt bin und das tat was ich für richtig hielt.
Ob es damals falsch war und sich gelohnt hatte, dass ich das tat? Ich weiß es nicht, aber ich würde es wieder tun. Jeden einzelnen Vorfall, auch wenn sie meine Jugendstrafakte schmückte. Es war meine Entscheidung, auch wenn es nur einen Hintergedanken hatte. Ich wollte jemanden helfen, machte es jedoch nur noch schlimmer.
So fing alles an. Meine "kriminelle Laufbahn" würden es viele nennen und so bekam ich meinen erste Verurteilung:
Brandstiftung
Ja ich hatte meine Schule angezündet, das gebe ich ja zu. Ich war damals 13. Für mich war jeder Tag, wie die Hölle selbst. Jeden Tag suchte ich nach meinem Vater, rätselte wo er war, versuchte ihn zu finden, doch nichts passierte. Ich bemühte mich weiterhin, das perfekte Kind zu sein, das mein Vater immer in mir sah, auch wenn ich es nicht war und sogar meiner Meinung nach weit davon entfernt war. Ich wollte, dass er stolz auf mich ist, wenn er zurück kommen würde... wenn er wieder zu mir zurück kehrte.
Ich war fest überzeugt, dass er wieder kommen und es eine einfach Erklärung geben würde.
Schon damals tuschelten die Schüler. Manche warfen mir nur ihre bemitleideten Blicke zu, manche waren anders. Sie zogen mich auf, schubsten mich, lachten mich aus, als ich weiterhin zu meinem Vater hielt und sagte er hatte recht mit seinen Geschichten. Genau diese Schüler machten mein schon damaliges erbärmliches Leben noch erbärmlicher, noch schwerer, doch ich ließ mich nicht unterkriegen.
Als genau diese Schüler mich eines Morgens in die Mädchentoilette zogen und mich erpressten ihre Schulaufgaben zu erledigen, platzte mir der Kragen. Ich wollte das nicht. Ich wollte nicht benutzt werden. Doch dann zeigten sie mir ein Bild. Ein Bild meiner damaligen besten Freundin Jennie. Es zeigte sie, wie sie eine der Schulwände besprayte. Sie hatte schon damals ein Händchen für Kunst. Ich wusste, dass diese Kleinigkeit ihren Rauswurf bedeuten könnte, weil es der Direktor ohnehin schon auf sie abgesehen hatte und sie sich schon damals nichts sagen ließ. Doch das mochte ich an ihr. Ihr Selbstbewusstsein, welches mir voll und ganz fehlte. Zwei Gegensätze, die sich gegenseitig vervollständigten.
Also ließ ich es zu. Ich erledigte deren Aufgaben Tag für Tag, blieb sogar bis spät in die Nacht wach, nur um rechtzeitig fertig zu werden. Jennie erzählte ich nichts. Sie hätte sich wahrscheinlich sogar mit den Schülern angelegt und dann wären meine Bemühungen komplett umsonst gewesen.
Naja eines Tages lag der Rucksack der Schülerin während der Pause alleine im Klassenzimmer herum. Niemand war sonst da, der mich hätte sehen können. Kurzerhand schnappte ich ihn mir und suchte das Bild heraus. Ich hatte Glück und so hielt ich es überglücklich in der Hand und dachte die Hölle würde endlich danach aufhören. Sie hätten nichts mehr in der Hand und mein Leben könnte sich normalisieren. Ich wusste ich musste es vernichten, also schnappte ich mir das Feuerzeug meines Lehrers, der Raucher war, aus dem Pult und ging zum Mülleimer des Zimmers.
Die Flamme leuchtete auf. Ich hielt es für richtig, also tat ich es auch. Kein einziger Zweifel stellte sich mir in den Weg. Nach und nach verschluckten die Flammen das Bild, der einzige Beweis für all die Anschuldigungen gegen Jennie. Jetzt kann alles wieder gut werden. Normal werden. Jetzt konnte alles wieder wie früher werden, da war ich mir sicher.
Ein kleines Lächeln erschien auf meinen Lippen.
Dann ließ ich das Bild in den Mülleimer fallen. Ich hatte das so oft in Filmen gesehen. Die Flamme würde erlischen, sobald das Bild verschwunden und komplett in Asche verwandelt wäre. Das Bild wäre weg, ich wäre raus. Keiner würde davon erfahren.
Doch mit was ich nicht gerechnet hatte war, dass das brennende Bild das restliche Papier in dem Papierkorb anzündete und nun die kleine Flamme immer größer wurde.
Ich konnte mich nicht bewegen. Starrte geschockt auf den Mülleimer welcher in Flammen stand. Er qualmte. Das Feuer wurde immer größer, genauso wie meine Panik.
Das wollte ich alles nicht. Alles was ich wollte, war dass das Bild verschwand, doch das, dass war das letzte was ich wollte.
Das I Tüpfelchen zum Schluss war, als mein Lehrer ins Klassenzimmer kam und mich sah.
Ich erinnere mich noch genau an seine Worte: "Chaeyoung soll das? Bist du verrückt?"
Dann ging auch schon der Feueralarm, genauso wie die Sprinkleranlage an.
Wegen meiner kleinen, dummen Aktion gab es an meiner Schule einen Feuerwehreinsatz, sowie einen Wasserschaden. Ich bekam einen Schulverweis und meinen ersten Eintrag in meine Jugendstrafakte.
Die ersten Gerüchte über mich entstanden und mein unüberlegtes Handeln war alleine Schuld.
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